Es läuft und läuft und läuft: Das Mondpalast-Stück "Wat ne herrliche Welt" war nicht nur die Komödiensensation des letzten Sommers. Die Revue mit Musik und Kabarett rund um 50 Jahre Ruhrgebietsgeschichte hat nun ihren festen Platz im Spielplan von Wanne-Eickel. Die mitreißende Liebeserklärung ans Revier hat vor allem jüngere Fans.
Die als kurzfristige Komödiensensation gefeierte Revue hat nun ihren festen Platz im Mondpalast: Seit dem 16. Juni macht das Theater mit der Revue "Wat ne herrliche Welt" dem
Ruhrgebiet die Liebeserklärung des Jahrhunderts, - köstlich verpackt in Kabarett, Persiflage, Musik und Tanz. Mit "Wat ne herrliche Welt" präsentiert Prinzipal Christian Stratmann seine dritte Produktion mit dem Erfolgsteam Thomas Rech (Regie) und Sigi Domke (Autor), musikalisch verstärkt durch das frisch engagierte Mondpalast-Orchester mit der Sängerin Milli Häuser unter der Leitung von Uwe Kellerhoff.
Geschichte mit Gänsehaut-Garantie
Die Handlung ist schnell erzählt, herrlich verrückt und wunderbar symbolisch: Nach 50 Jahren taucht Bergmann Fritz Grabowsky (Axel Schönnenberg) aus einem Tagesbruch im
alten Schrebergarten auf. Ausgerechnet einen Tag vor dem WM-Finale in Bern 1954 hat er sich im Stollenlabyrinth verlaufen. Mehr oder weniger behutsam bringen Familie und Freunde den "alten Fritz" auf den Entwicklungsstand des Jahres 2005. "Mensch, Onkel Fritz, nur 50 Jahre und nix is mehr wie es war", heißt es im Stück. Und weil ein Lied manchmal mehr bewirkt als 1.000 Worte, spielen mitreißende Song-Klassiker von den Stones ("Satisfaction"), Queen ("Radio Gaga") oder den Talking Heads ("Road to Nowhere") – natürlich im schönsten Ruhrpott-Slang – keine unwichtige Rolle. Der Strukturwandel nach Noten lässt im Mondpalast die Wände wackeln – das ist Geschichte mit Gänsehaut-Garante, auch
für Zugereiste.
Mondpalast-Orchester live auf der Bühne
"Dieses Stück ist echt der Hammer", sagt Regisseur und Intendant Thomas Rech
über die bisher kostspieligste und aufwändigste Produktion des Mondpalastes. Nicht nur inhaltlich, auch personell stützt sich der Mondpalast auf die Ressourcen des Reviers: Seit Wochen brachte die Bochumer Sängerin Milli Häuser dem Mondpalast-Ensemble die richtigen Töne bei, und Ex-Geier-Sturzflug-Drummer Uwe Kellerhoff bereitete als musikalischer Leiter das frisch gegründete Mondpalast-Orchester auf seine abendlichen Live-Auftritte vor. "Ich beneide mein Ensemble um die Chance, endlich einmal
als Rockstar mit Mikro auf der Bühne zu stehen", bekennt Intendant Rech.
Ein Geschenk an das Ruhrgebiet
Viel Freude hat auch Prinzipal Christian Stratmann an dem jüngsten Projekt im Mondpalast, der seit seiner Eröffnung im Januar 2004 die Erwartungen des
Gründers bei weitem übertroffen hat. Ein Abend unter dem Mond von Wanne-Eickel gewinnt zunehmend Kultstatus auch bei jungen Besuchern: Jeder dritte der bisher mehr als 40.000 Besucher ist jünger als 40 Jahre – damit unterscheidet sich die Revier-Bühne deutlich von allen anderen Volkstheatern
in Deutschland. "Uns geht es wirtschaftlich gut. Deshalb setzen wir mit der neuen Produktion noch einmal einen drauf – als Geschenk an unser treues Publikum," sagt Christian Stratmann über den fulminanten Start seines Hauses, das ohne einen Cent öffentlicher Förderung wirtschaftet: "Unser neues Stück ist die einzig wahre Ruhr-Revue, diese Komödie hat das Ruhrgebiet schon lange verdient."
(Susanne Schübel)

Home




