Fairer Handwerksführer hilft beim Energiesparen

Energie sparen und die Umwelt schonen in den eigenen vier Wänden - beim Hausbau und bei Renovierungen gewinnen zukunftsfähige Technologien eine immer stärkere Bedeutung. Doch welche Handwerksbetriebe kennen sich mit Solarkollektoren aus? Wer nutzt ökologische Farben und Lacke? Welche Unternehmen haben sich auf Wärmedämmung spezialisiert? Antworten auf diese Fragen liefert Bochums erster Fairer Handwerksführer.


(JBH). Herausgegeben Solarzellen und Photovoltaik sind ein wichtiger Bestandteil im 1. Fairen Handwerksführer für Bochum. Dabei kommt es auf die richtige Installation an, weiß Gebäudeenergieberater Tobias Heinichen.von der Bochum-Agenda 21 bietet die nicht nur im Ruhrgebiet einzigartige Broschüre einen ausführlichen Überblick über rund 120 Handwerksbetriebe der Stadt, die in ihrer Firmenphilosophie die Leitlinien der Agenda 21 verankert haben: ökologisch, ökonomisch und sozialverträglich. Mit einer Startauflage von 10.000 Exemplaren liegt der Handwerksführer ab sofort an allen öffentlichen Stellen, in den Bürgerbüros der Stadt und in den Bezirksverwaltungen aus.

"Faire Dienstleistungen" folgen "Fairem Handel"

"Nachdem wir bereits im Sommer 2006 mit einem 'Fairen Einkaufsführer' das Thema 'Fairer Handel' in Bochum näher beleuchtet haben, widmen wir uns mit der neuen Broschüre der Dienstleistungsbranche", sagt Margrit Mizgalski vom Agenda-Arbeitskreis "Bochumer Branchenbuch". Nach und nach soll auf diese Weise ein faires, regionales Branchenbuch für Bochum entstehen. Mizgalski: "Klimaschutz, Energieeinsparungen und Umweltverträglichkeit sind wichtige Kriterien für Gesundheit und Lebensqualität. Wir möchten die Bürgerinnen und Bürger deshalb ausführlich darüber informieren, welche Betriebe sich auf diesen Gebieten spezialisiert haben."

Übersichtliche Auflistung

Gemeinsam mit der Kreishandwerkerschaft Bochum, der Verbraucherzentrale und dem Umweltamt der Stadt sammelten die Aktiven der Bochum-Agenda 21 Daten von 120 Bochumer Handwerksbetrieben. Dienstleistungen, Zusatzqualifikationen, verwendete Materialien - alles ist in der Broschüre übersichtlich aufgelistet. Ergänzt wird der Faire Handwerksführer durch Experteninterviews mit einzelnen Handwerkern, eine Beschreibung unterschiedlicher Ökosiegel sowie ein Glossar mit wichtigen Stichworten zum Thema Energiesparen.

Wettbewerbsfähig durch Weiterbildung

Moderne, zukunftsfähige Technologien stehen hoch im Kurs. Eine repräsentative Forsa-Umfrage ergab: Mehr als die Hälfte der Befragten achtet auf ein umwelt- und gesundheitsbewusstes Kaufverhalten. Der Markt für Umweltprodukte und -dienstleistungen verzeichnet nach Angaben der Handwerkskammer Dortmund zweistellige Zuwachsraten. Vor allem die Nachfrage nach Solaranlagen, Erdwärmepumpen und Heizungsmodernisierungen steigt kontinuierlich an. "Um zukunfts- und wettbewerbsfähig zu bleiben, wird es für Handwerksbetriebe deshalb immer wichtiger, ihr Angebot entsprechend auszuweiten und sich weiterzubilden", sagt Johann Philipps, Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Bochum.

Potential für zukunftsorientierte Handwerksbetriebe

Einen enormen Zulauf verzeichnet die Handwerkskammer Dortmund, die auch für den Bereich Bochum zuständig ist, beispielsweise bei Fortbildungen zum "Gebäudeenergieberater". Von der Baustoffkunde über Feucht- und Wärmeschutz bis hin zu Energie- und Umwelttechnik: In den vergangenen drei Jahren haben rund 220 Handwerksmeister unterschiedlicher Fachrichtungen aus Bochum und Umgebung diese Zusatzqualifikation absolviert. Die Investition lohnt sich: Im Jahr 2007 hat die KfW-Förderbank in Deutschland bundesverbilligte Kredite im Gesamtwert von 7,2 Mrd. Euro zur Gebäudesanierung bewilligt. Johann Philipps: "Für zukunftsorientierte Handwerksbetriebe besteht hier ein großes Potential. Deshalb wird das Handwerk auch in Zukunft einer der Stabilitätsfaktoren der Wirtschaft in unserer Region sein."

Faires Branchenbuch wächst

Nach den Broschüren zum Fairen Handel und zum Handwerk plant das Agenda-Büro das Faire Branchenbuch um weitere Themen- und Warengruppen zu ergänzen. So sollen in Zukunft unter anderem auch "faire" Kleidung, "faire" Lederartikel und "faires" Spielzeug aufgenommen werden.

Fotos: Alexandra Umbach

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