Schauspielhaus Bochum

Das Bochumer Schauspielhaus startet nach umfangreichen Veränderungen durch den neuen Intendanten Johan Simons im September in die Saison 2018/2019. Zahlreiche Regisseure sowie ein neues, internationales Ensemble erwarten das Publikum mit einem vielfältigen Bühnenprogramm.


Team Künsterlische Leitung, Foto: Birgit Hupfeld [ruhr-guide] Das Bochumer Schauspielhaus ist eines der bedeutendsten und schillerndsten Theater der gesamten Bundesrepublik. 1915 gegründet durchlebte es zwei Weltkriege, veränderte mehrmals sein Gesicht und gab zahlreichen Künstlern eine Bühne und damit ein Sprungbrett zum Erfolg. Das imposante Gebäude an der Königsallee umfasst die große Theaterbühne, die Kammerspiele, das neue Medienkunstzentrum im Untergeschoss des Gebäudes und die Gastronomie „Tanas“. Der Spiel- und Produktionsort „Zeche 1“ ist ab dieser Saison ebenfalls wieder Teil des Schauspielhauses Bochum.

Ein Neuanfang

„Aufbruch und neue Vielfalt“ heißt das zukünftige Motto des Bochumer Schauspielhauses. Der neue Intendant Johan Simons startet mit umfangreichen Veränderungen und Erneuerungen in die Spielzeit 2018/2019. Neben der Sanierung des Gebäudes haben sich vor allem die Inszenierungen und das Ensemble des Theaters verändert. Nicht nur Theateraufführungen, sondern auch Tanz, Performance, Konzerte, Bildende Kunst und neue Diskursformate sind fortan am Schauspielhaus in Bochum zu sehen. Mit der neuen programmlichen Vielfalt möchte Johan Simons auf die kulturelle Vielfalt unserer heutigen Gesellschaft aufmerksam machen: „Mittlerweile zerbricht die Idee von Einheit. Wir lassen das Einheitliche hinter uns. Jetzt kann es um die Vielheit gehen. Die Vielheit kann ein Reichtum sein.“ Moderne Theaterformen, kombiniert mit aktuellen Themen und politischen Fragen sowie ein neues, bunt gemischtes Ensemble unterstützen den neuen Anspruch des Intendanten. Kulturelle Einflüsse aus Deutschland, den Niederlanden, Belgien, China, der Türkei, Estland, Surinam, der Krim, der Schweiz, Marokko und Kenia sorgen dafür, dass die Theaterbühne im Schauspielhaus in Bochum zu einem Begegnungsort verschiedener Kulturen wird. Englische Übertitel erhöhen die Attraktivität des Schauspielhauses für Einwanderer und Touristen in Deutschland. Mit 23 Premieren, davon 10 Uraufführungen und zwei Deutschland-Premieren, erwartet das Publikum also zukünftig jede Menge Neues auf der Theaterbühne des Schauspielhauses. Johan Simons leitete in den vergangenen drei Jahren die Ruhrtriennale. Bereits während dieser Zeit fokussierte sich der niederländische Theater- und Opernregisseur auf die Verknüpfung von lokalen und globalen Themen sowie auf die Erschließung neuer Zielgruppen.

Internationales Ensemble, Foto: Brüggemann Holtgreve Kruse/Ostkreuz

Neue Spielorte

Wegen des regen Betriebs seit der Intendanz von Hans Schalla von 1949 bis 1972 wurde das Schauspielhaus im Jahr 1966 durch die Kammerspiele erweitert. Mit dieser Expansion war es dem Schauspielhaus von nun an möglich, ein vielfältigeres Programm anzubieten. Auch während der Intendanz von Johan Simons sind die Kammerspiele, neben der großen Theaterbühne, wieder Schauplatz zahlreicher Inszenierungen. Allerdings erhalten die Kammerspiele ein verändertes Profil. Besondere Theaterprojekte, die nur für eine kurze Zeit zu sehen sind, finden hier zukünftig ihren Platz. Zu Beginn der Saison 2018/2019 erhält das Schauspielhaus Bochum außerdem ein neues Medienkunstzentrum. Der ovale Raum im Keller des Gebäudes, ehemals bekannt unter dem Namen „Theater unter Tage“ oder „Theater Unten“, wird zu einem Ausstellungsort für international renommierte Künstler und Künstlerinnen. Film- und Videokunst, Performance, Digital Art sowie Raum- und Licht-Installationen sind ab sofort im „Oval Office“ zu sehen. Im Rahmen der umfassenden Veränderungen kehrt auch die berühmte „Zeche 1“ zurück. Das ehemalige Tanztheater von Reinhild Hoffmann wird ab der kommenden Saison wieder zu einem ganzjährigen Produktions- und Spielort des Bochumer Schauspielhauses. Eröffnet wird sie am 2. November 2018 mit der Uraufführung „White People‘s Problems/The Evil Dead“ des belgischen Regisseurs und Schauspielers Benny Claessens. Die Bühne des Schauspielhauses erweitert sich in der Spielzeit 2018/2019 auch auf den Bochumer Stadtraum. „Lehrer*innen (AT)“, ein Stück von Björn Bicker, wird an verschiedenen Orten des gesellschaftlichen Zusammenlebens gezeigt. Vom Rathaus über das Gericht bis zur Turnhalle bieten verschiedene Orte eine Bühne für die Inszenierung von Malte Jelden. Und auch innerhalb des Theaters gibt es neue Orte zu entdecken. Die Aufführung des US-Choreograf Trajal Harrell feiert am 6. April 2019 in dem markanten Foyer des Schauspielhauses seine Premiere.

Vorstellung Programm 2018/2019, Foto: Birgit Hupfeld

Programm 2018/2019

In der erste Spielzeit der Intendanz unter Johan Simons erwartet das Publikum des Bochumer Schauspielhauses zahlreiche internationale Koproduktionen sowie Stückentwicklungen, die den neuen Anspruch des Theaters für aktuelle Themen und moderne Theaterformen unterstreichen. Zehn der insgesamt 23 Neuproduktionen werden am Schauspielhaus in Bochum uraufgeführt. Die Spielzeit 2018/2019 startet am 27. Oktober 2018 mit „Ritournelle“, der langen Nacht der elektronischen Pop-Musik. Unterstützt durch die Brost-Stiftung wird das Parkett des Schauspielhauses dann für eine Nacht zum Dancefloor. Am 1. November eröffnet Johan Simons mit seiner Bühnenadaption des Romans „Die Jüdin von Toledo“ von Lion Feuchtwanger die Theaterbühne. Neben Liebe, Lust, Verrat und Ehrgeiz thematisiert das Stück vor allem die brüchige Koexistenz der drei Weltreligionen. Eine weitere Inszenierung des neuen Intendanten ist das Zwei-Personen-Drama „Penthesilea“ nach Heinrich von Kleist mit Sandra Müller und Jens Harzer. Die Koproduktion mit den Salzburger Festspielen feiert am 10. November 2018 seine Deutschland-Premiere. Der Kultregisseur Herbert Fritsch inszeniert erstmals am Bochumer Schauspielhaus und zeigt sein Stück „Philosophie im Boudoir“, eine Inszenierung nach dem gleichnamigen Buch des Marquis de Sade. Im Frühjahr 2019 überzeugt der tschechische Regisseur Dušan David Pařízek das Publikum mit seiner Neuinszenierung der „Iphigenie“ von Euripides und spricht damit in Zeiten politischer Krisen die Themen Verantwortung und Mitgefühl an. Das Theaterstück „Hamlet“ des berühmten britischen Dramatikers Shakespeare gehört zu den Höhepunkten der Saison. Die Inszenierung von Johan Simons feiert am 15. Juni 2019 seine Premiere.

Schauspielhaus Bochum

Königsallee 15
44789 Bochum

Programm ab September 2018

Ritournelle

27. Oktober 2018

Die Jüdin Von Toledo

Premiere: 1. November 2018

Der Hamiltonkomplex

Premiere: 2. November 2018

White People‘s Problems/The Evil Dead

Premiere: 2. November 2018

Kurt Hentschläger

November bis Dezember 2018

Penthesilea

Deutschland-Premiere: 10. November 2018

Alle Jahre Wieder

Premiere: 24. November 2018

Michael Saup

Dezember 2018 bis Januar 2019

Don‘t Worry Be Yoncé

Bochum-Premiere: Dezember 2018

Die Philosophie Im Boudoir

Premiere: 22. Dezember 2018

Tianzhuo Chen

Januar bis März 2019

Plattform

Premiere: Januar 2019

Unterwerfung

Premiere: Januar 2019

O, Augenblick

Premiere: 22. Februar 2019

New Joy

Premiere: 23. Februar 2019

Dieses Labyrinth Besteht Aus Einer Einzigen Geraden Linie (AT)

Premiere: 1. März 2019

Iphigenie

Premiere: 16. März 2019

Terry Riley

April bis Mai 2019

Séance De Travail

Premiere: 6. April 2019

2069 – Das Ende Der Anderen

Premiere: 3. Mai 2019

Lehrer*innen (AT)

Premiere: 4. Mai 2019

Oresteia

Deutschland- Premiere: 17. Mai 2019

Leonce Und Lena

Premiere: 29. Mai 2019

Matthew Barney

Juni bis Juli 2019 plus Filmnacht

Hamlet

Premiere 15. Juni 2019

Marat/Sade

Premiere: 29. Juni 2019

Murmel Murmel

Bochum-Premiere: 2018/2019

Judas

Bochum-Premiere: 2018/2019

Schwester Von

Bochum-Premiere: 2018/2019

Gift. Eine Ehegeschichte

Bochum-Premiere: 2018/2019

Bespiel Mal Bochum!

Künste In Der Klasse

Bilder Deiner Großen Liebe

Das gesamte Programm kann unter www.schauspielhausbochum.de eingesehen werden.
Der Vorverkauf für die Spielzeit 2018/2019 startet am 22. September 2018.

Fotos 1+3: Birgit Hupfeld
Foto 2: Brüggemann Holtgreve Kruse/Ostkreuz

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