Museum Folkwang Essen

Das Museum Folkwang in Essen präsentiert nach dem Umbau und der Wiedereröffnung im Jahr 2012 auf einer deutlich größeren Ausstellungsfläche als zuvor seine umfassende Sammlung moderner Kunst in den Bereichen Malerei und Skulpturen, Grafik, Fotografie und deutschen Plakaten. Auch finden die Besucher neben einer gut ausgestatteten Buchhandlung eine in das Museum integrierte Gastronomie. Was Karl Ernst Osthaus Anfang des letzten Jahrhunderts in Hagen begann, erstrahlt nun in Essens Vorzeigemuseum in einem neuen Glanz, mit dem es wenige Museen in der Welt aufnehmen können und das unterstreicht besonders der enorme Besucherandrang.


Eingangsbereich Museum Folkwang pic: Giorgio Pastore [ruhr-guide] Anfang 2010 eröffnete in Essen das Museum Folkwang seine neuen Ausstellungsräume. Schon im ersten Jahr konnten die Ausstellungen um die 800.000 Besucher in das neue Gebäude locken. Laut einer aktuellen Studie wurde das Folkwang Museum so zum bekanntesten Kunstmuseum in ganz NRW. In ganz Deutschland ist es auf einem unglaublichen achten Platz gelandet. Kein Wunder, denn das Museum organisierte in einem Jahr mehr als 12 000 Führungen und Diskussionen über die verschiedenen Ausstellungsstücke.

Nach dem Umbau steht an der Bismarkstraße im Essener Stadtteil Rüttenscheid nun ein imposantes Gebäude, welches durch seine Glasfassade einen nach außen offenen Eindruck macht. Das Museum Folkwang ist seit seiner Gründung 1902 immer wieder in aller Munde gewesen: als erstes europäisches Museum, welches sich intensiv mit der Kunst der Moderne beschäftigte oder als "schönstes Museum der Welt" vor dem 2. Weltkrieg. Aber auch durch die gute Einkaufspolitik, welche es möglich machte, nach Ende des Nationalsozialismus in kürzester Zeit die Ganzheitlichkeit der Sammlung wieder zu erlangen, machte das Museum von sich reden.

Ansicht Museum Folkwang, Bismarckstraße pic: Giorgio Pastore

Die Geschichte des Museum Folkwang

Der Name Folkwang geht auf die altnordische Mythologie zurück. Folkvangar ist die Halle für das Volk und Palast der Göttin Freya. Ganz in diesem Sinne entwickelte Karl Ernst Osthaus (1874-1921) um 1898 die Folkwang Idee, in der es grob darum ging, einen Zugang zur Kunst und Kultur für einfache Bürger zu forcieren. Mit Hilfe eines großen Erbes seines Großvaters gelang es dem jungen Hagener ein eigenes Museum in seiner Heimatstadt zu eröffnen, durch das er "zu einer Verbesserung des öffentlichen Geschmacks beizutragen" suchte. Das damalige Museum Folkwang in Hagen war eines der ersten europäischen Museen, welches sich mit der Kunst der Moderne und dem Kunsthandwerk beschäftigte. Nach dem Tod Osthaus' 1921 wurde die Ausstellung von kunstbegeisterten Essener Bürgern mit dem bestehenden Städtischen Kunstmuseum zum heutigen Museum Folkwang in Essen vereint. In nur wenigen Jahrzehnten erlangte das Museum für moderne Kunst bereits Weltruf.

Ansicht Foyer pic: Giorgio Pastore Zur Zeit des zweiten Weltkriegs wurde das Folkwang Museum Ziel nationalsozialistischer Hetzkampagnen. Infolge dessen sind mehr als 1400 Werke als "entartet" gebrandmarkt, konfisziert und zum Teil in alle Welt verkauft worden. Auch wurden große Teile des Museums während eines Bombenhagels auf Essen zerstört. Erst in den 1950er und 1960er Jahren gelang es der Stiftung, viele Werke zurück zu erlangen und das Museum Stück für Stück wieder in seine ursprüngliche Verfassung zu bringen. Bereits in den 1970er Jahren war die Sammlung umfangreicher als je zuvor.

Das Museum Folkwang vor dem Neubau

Aus dem Museum Folkwang entwickelte sich seit den 1970er Jahren eines der renommiertesten deutschen Kunstmuseen. Die Sammlungen der Malerei und Skulpturen des 19. Jahrhunderts und der Moderne wurden 1979 um eine eigene Abteilung für Fotografie erweitert. Nach mehrmaligen An- und Umbauten wurde 2006 bekannt gegeben, dass ein Neubau des Museums angedacht ist. Im März 2007 gingen aus einem Architekturwettbewerb David Chipperfield Architects als Sieger und zukünftige Architekten des neuen Museum Folkwang hervor.

Der Neubau des Museum Folkwang

Ergänzend zum denkmalgeschützten Altbau des Museum Folkwang entstand in nur 23 Monaten ein Neubau mit einer Nutzfläche von 19.350 m² nach einem Konzept von David Chipperfield Archictects. Dieser bietet nicht nur mehr Platz für die umfangreichen Sammlungen des Museum Folkwang und Raum für mannigfaltige Wechselausstellungen, Diskussionsrunden und Vorträge, sondern wird auch ein mit Café, Restaurant und Buchhandlung ausgestattetes Zentrum der Begegnung mit der Kunst darstellen. Dieses Gebäude besticht in erster Linie durch seine Offenheit. Durch ein ausgeklügeltes, für ein Museum nahezu revolutionäres System, wird das gesamte Gebäude in erster Linie durch Tageslicht erhellt. Durch die zahlreiche Glasfassaden und Innenhöfe wirkt das ganze Museum Folkwang nahezu transparent.

Ansicht Museum Folkwang, Bismarckstr pic: Giorgio Pastore

Neu konzipierte Dauerausstellung

Neben den wechselnden Daueraustellungen glänzt das Museum Folkwang mit seiner hochkarätigen ständigen Sammlung. Diese wurde Ende 2013 neu konzipiert und von zeitgenössischen Kunstakzenten ergänzt. Im Neubau in den Räumen der Sammlung des 20. und 21. Jahrhunderts wird nun Kunst nach 1945 präsentiert. Im Altbau wurden nun Werke des amerikanischen Expressionismus von Sam Francis, Franz Kline, Jackson Pollock, Ad Reinhardt, Frank Stella und Mark Rothko mit der Kunst des 19. Jahrhunderts und der Klassischen Moderne kombiniert. Nach längerer Zeit wieder zu sehen sind Werke von Alexander Kanoldt, Otto Dix und Franz Radziwill im Kontext mit den Bauhausmeistern Wassily Kandinsky, László Moholy-Nagy oder Lyonel Feininger.

Ausstellungen 2018

Ein großes Spektrum welches in Deutschland startet und bis nach Italien führt. Verschiedene Künstler und zahlreiche Themen: Kunst wird hier ausgestellt. Sieben Ausstellungen sind es dieses Jahr, die von Besuchern und Staunenden im Museum Folkwang betrachtet werden können.

Es beginnt mit Klaus Staeck – ab dem 09. Februar wird hier seine politische Meinung repräsentiert und das mit seinen kreierten, auffälligen Plakaten. Als Grafiker hat Staeck viele Menschen zwischen den 60ern und 80ern zum Nachdenken angeregt. In solch einer Krisenhaften Epoche konnte sich der Grafiker nicht zurückhalten und hatte seine Attitüde in die Gedächtnisse der anderen gebrannt. Die Ausstellung “Sand im Getriebe“ kann man vom 09. Februar bis zum 08. April bei freiem Eintritt betrachten.

“Sehnsucht und Erwartung“ wird ab dem 16. Februar als nächste Ausstellung eröffnet. Hier steht Edvard Munchs Gemälde “Die Mädchen auf der Brücke“ im Fokus. Drei wartende Mädchen auf einer Brücke am Oslofjord. Das Kunstwerk stammt aus Oslo und dient dem Folkwang Museum als Leihgabe. Bis zum 22. April kann man seine Kunstwerke betrachten.

Museum Folkwang 2017 pic: Giorgio Pastore Im zweiten Quartal des Jahres entfernt sich das Folkwang Museum von den Gemälden und nähert sich den Skulpturen, dem Abstrakten in der Kunst. Hans Josephsohn, ein bekannter Bildhauer aus der Schweiz, beschäftigte sich mit dem Existentialismus nach 1945. Er gehört zu der Epoche der europäischen Moderne und arbeitete in diesem Fall mit bildhauerischen Mitteln um dem Thema gerecht zu werden. “Existentielle Plastik“ vom 30. März bis zum 24. Juni 2018.

Dann geht es weiter mit Luigi Ghirri - “Karte und Gebiet“. Die 70er Jahre, Ghirri befasst sich mit dem Menschen, wessen Umfeld entweder eine synthetische oder naturalistische Form einnimmt. Welches Verhältnis da entsteht oder besteht beantwortet er mithilfe seiner Farbfotografien. Landschaften und Stillleben sind hier besonders untermalt. Vom 04. Mai bis zum 22. Juli.

Hermann Kätelhön beschäftigt sich auch mit Landschaften, jedoch eher uns bekannten Landschaften im Ruhrgebiet. Auf seinen Druckgrafiken findet man zahlreiche Zechen und Halden aus der Zeit des uns bekannten Strukturwandels und Industrialisierung. „Ideallandschaft: Industriegebiet“ Vom 6. Mai bis zum 5. August 2018.

Roland Topor “Panoptikum“ - auch ein Anhänger des Existentialismus. Zeigt auf Papier als Illustrator die Ironie und Absurdität des Menschseins. Vom 29. Juni bis zum 30. September 2018.

Zuletzt landen wir wie versprochen in Italien. In der Ausstellung “Unheimlich real“ werden Italienische Malereien der zwanziger Jahre gezeigt. Der Realismo Magico – wohlverstanden als magischer Realismus. Ähnelt der Neuen Sachlichkeit, die in den dreißiger Jahren thematisch sehr aktuell war in Deutschland. Jedoch ist diese Strömung aufgrund ihrer Abstrakten Darstellungen untergegangen.

Zuletzt bietet das Folkwang Museum das Ausstellungsformat “6 ½ Wochen“ an, in dem sechs mal im Jahr für 45 Tage Kreationen junger Künstler und Künstlerinnen ausgestellt werden. Die Session beginnt am Freitag, den 26. Januar um 18:30 Uhr. Lassen Sie sich überzeugen von den Ausstellungen 2018 im Folkwang Museum.

Museum Folkwang

Museumsplatz 1
45128 Essen

Öffnungszeiten Sammlung/Sonderausstellung

Di, Mi: 10 – 18 Uhr
Do, Fr: 10 – 20 Uhr
Sa, So 10 – 18 Uhr
Montag geschlossen

Eintrittspreise Dauerausstellung

Ab sofort ist der Eintritt in die Dauerausstellung kostenlos!
Bei Sonderausstellungen gelten andere Eintrittspreise!

(Stand: Jan 2018, Angaben ohne Gewähr)

(de)

Fotos: Giorgio Pastore

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