Herner Mediziner stellen sich selbst auf den Prüfstand

Die Gastroenterologische Gemeinschaftspraxis Herne fasst ihre eigene Arbeit in einem Qualitätsbericht zusammen. Was in Krankenhäusern längst Standard ist, soll auch hier für mehr Transparenz und Vergleichbarkeit sorgen. Patienten, Medizinerkollegen und auch Krankenkassen können die Ergebnisse im Internet nachlesen.


Herne, im Juni 2006. Mehr Transparenz für Patienten: (von links) Dr. Dietrich Hüppe, Dr. Gisela Felten und Prof. Dr. Heinz Hartmann von der Gastroenterologischen Gemeinschaftspraxis Herne.Für mehr Transparenz und Vergleichbarkeit: Immer häufiger und intensiver hinterfragen Patienten die Methoden und Ergebnisse von Behandlungen in ihrer Arztpraxis. Sie erwarten nachprüfbare Informationen, um selbstverantwortlich entscheiden zu können. Die Gastroenterologische Gemeinschaftspraxis Felten / Hartmann / Hüppe geht hier einen Schritt weiter als die meisten ihrer Kollegen: Ab sofort steht auf der Homepage der Praxis ein ausführlicher Qualitätsbericht, in dem die Herner Magen-Darm-Mediziner detailliert die Methoden und Ergebnisse ihrer gastroenterologischen Arbeit aufschlüsseln.

10.911 Patienten insgesamt, 8.356 Endoskopien, 105 behandelte Patienten mit Hepatitis B: Der Qualitätsbericht legt detailliert die einzelnen Leistungen der Praxis offen - von einzelnen Krankheitsbildern bis hin zu Behandlungsmethoden. Auch aufgetretene Komplikationen bleiben nicht unbeachtet. Darüber hinaus fließt in die Erhebung auch das Feedback der Patienten ein. So sind beispielsweise 97 Prozent aller Patienten mit der Arbeit der Praxis an der Wiescherstraße zufrieden.

Jahr für Jahr aktualisieren

Mit dem Qualitätsreport 2005 beschreiten die Herner Mediziner bundesweit Neuland. Dr. Dietrich Hüppe, Sprecher des Berufsverbandes niedergelassener Gastroenterologen (bng) in Westfalen-Lippe: "Mir ist bisher keine andere Praxis in Deutschland bekannt, die durch einen Qualitätsbericht im Internet den Patienten Transparenz und Vergleichbarkeit bietet." Die Veröffentlichung des Berichts ist keine Eintagsfliege, der Bericht wird Jahr für Jahr aktualisiert.

In Kliniken längst Standard

Was für Krankenhäuser längst verpflichtend ist, sollte auch für niedergelassene Mediziner gelten, so Dr. Hüppe. Er rechnet damit, dass der Qualitätsbericht auf intensives Interesse stoßen wird - nicht nur bei Patienten, sondern auch bei Medizinerkollegen, Krankenhäusern und Krankenkassen. Hüppe: "Ein Qualitätsbericht ist das sichtbare Zeichen für Qualitätsdenken in unserer Praxis."

Einblick in die Praxisarbeit

Dabei ist er sich durchaus im Klaren darüber, dass derart detaillierte Zahlen ein Stück brisante und sensible Unternehmenskommunikation darstellen. Die Gastroenterologin Dr. Gisela Felten: "Patienten haben ein sicheres Gespür für aufrichtige Information. Der Bericht wird ihnen bei der Entscheidung darüber helfen, ob sie unserer Praxis Vertrauen schenken." Durch den Report 2005 stellen sich die Herner Magen-Darm-Mediziner dem Vergleich mit anderen Praxen und geben auch Krankenkassen einen Einblick in den Umfang der Praxisarbeiten.

Informationen zum Qualitätsbericht: www.gastro-praxis-herne.de

(Jens Südmeier)

Foto: Christoph Kniel

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