Arbeitsmarktentwicklung in Westfalen spiegelt sich im "Glücksatlas 2017" wider

"Jeder ist seines Glückes Schmied" sagt ein bekanntes Sprichwort. Doch Glück hat für die Menschen unterschiedliche Bedeutungen und ist von Faktoren wie Beruf, Privatleben und Gesundheit abhängig. Die Deutsche Post untersucht deshalb jährlich, wie glücklich die Deutschen sind und welchen Einfluss die genannten Faktoren auf die Lebenszufriedenheit haben. Der Glücksatlas 2017 zeigt, dass das Ruhrgebiet in der Region Westfalen im deutschlandweiten Ranking Platz 12 von 19 belegt.

Jeder ist seines Glückes Schmied, Foto: pixabay, StartupStockPhotos Grafik Der aktuelle Glücksatlas zeigt, dass das letztjährige Glücksniveau der Deutschen den positiven Trend der vergangenen Jahre bestätigt. Im Durchschnitt erreicht Deutschland einen Wert von 7,07 gemessen an einer Skala von 1 bis 10. Damit liegt die BRD im europäischen Vergleich weiterhin auf Platz 9. Auch die Lebenszufriedenheit in West und Ost nähert sich an: Der Unterschied im Glücksniveau beträgt nur noch 0,22 Punkte, wobei sich Ostdeutschland im Vergleich zum Vorjahr um 0,01 Punkte verbessert und der Westen 0,05 Punkte eingebüßt hat.

Doch wie hat sich die Situation für den Ballungsraum Ruhrgebiet entwickelt? Schließlich hat der Pott seit langem mit einer hohen Arbeitslosigkeit zu kämpfen. Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt in den letzten Monaten war durchaus positiv. Im Oktober 2017 waren die Arbeitslosenzahlen im Ruhrgebiet rückläufig, im Vergleich zum Vormonat waren 2,2 Prozent weniger arbeitslos gemeldet - das entspricht 5.428 Menschen. Laut der Bundesagentur für Arbeit waren im Januar 2018 insgesamt 241.652 Menschen im Ruhrgebiet arbeitslos und damit über 15.000 weniger als noch vor einem Jahr.

Die Arbeitslosigkeit spiegelt sich auch im Glücksatlas 2017 wider. In puncto Arbeitszufriedenheit landet die Region Westfalen um das Ruhrgebiet mit 6,88 Punkten zwar nur auf Platz 15 von 19 - doch das entspricht immerhin einer Verbesserung um einen Rang im Vergleich zum Vorjahr. Hinsichtlich der Einkommenszufriedenheit erreicht der Pott mit Rang 11 und einem Wert von 6,80 eine durchschnittliche Platzierung.

Muss man immer glücklich im Job sein?

Dass es einen Zusammenhang zwischen Arbeit und Lebenszufriedenheit beziehungsweise Glück gibt, ist nicht verwunderlich. Bestimmte Faktoren entscheiden darüber, ob Menschen von sich behaupten, glücklich im Berufsleben zu sein, darunter Entlohnung, Arbeitszeiten, kollegiales Umfeld und Vorgesetzte. Besonders stark ins Gewicht fällt der Aspekt der Sicherheit. Festangestellte mit regelmäßigem Einkommen sind selten finanziellen Unwägbarkeiten ausgesetzt. Berufsunfähigkeitsversicherungen, die für nahezu alle Berufsgruppen sinnvoll sind, erhalten selbst im Falle einer krankheitsbedingten Berufsaufgabe die finanzielle Planungssicherheit.

Hinsichtlich der Thematik Glück und Beruf rät das Job-Netzwerk XING dazu, sich die folgenden Aspekte zu vergegenwärtigen:

  • Nicht Arbeit, sondern Arbeitslosigkeit macht unglücklich: In der Regel ist es besser, einen festen Job zu haben, als arbeitslos zu sein.
  • Glück ist kein Dauerzustand: Mit dem Glück im Beruf verhält es sich ähnlich wie mit anderen Lebensbereichen: Es ist kein Dauerzustand. Man wird im Berufsleben immer wieder mit schwierigen und unangenehmen Situationen und Aufgaben konfrontiert; kein Job entspricht zu 100 Prozent den Idealvorstellungen.
  • Geld macht nicht dauerhaft glücklich: Natürlich ist eine Gehaltserhöhung ein Ziel, das man mit seiner Arbeit verfolgt. Doch mehr Geld hebt die Stimmung nur temporär - bald empfindet der Mensch den neuen Umstand als "normal". Zufriedenheit im Beruf hängt stattdessen vor allem davon ab, ob man in ihm persönlich wachsen kann.
  • Das Glück in die eigene Hand nehmen: Anstatt sich über Kollegen und die Chefetage zu beschweren und die Verantwortung für die eigene Unzufriedenheit auf andere zu schieben, ist es ratsam, bei sich selbst anzufangen. Da man andere nicht ändern kann, sollte man den Mut aufbringen, sich selbst kritisch zu hinterfragen und zu ändern. Dann ist man tatsächlich seines Glückes Schmied.

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