Ballonfahrten im Ruhrgebiet

Spannende Industriegeschichte, eine Besichtigung auf einem Hochofen oder eine Wanderung am Hermannsweg – das Ruhrgebiet mit seinen rund 5,1 Millionen Einwohnern hat sich vom Pott zum Hotspot kultureller Aktivitäten entwickelt. Wer auf der Suche nach einem unvergesslichen Ausflug im Ruhrgebiet ist, der findet eine Vielzahl an Erlebnissen und Aktivitäten – die Krönung für Abenteuerlustige bietet vielleicht eine Ballonfahrt über das Ruhrgebiet.


Den Ruhrpott einmal aus einer ganz anderen Perspektive betrachten, eine Menge Ballonfahrten im Ruhrgebiet, Foto: pixabay, davide25Erinnerungsfotos schießen und einfach nur die herrlich klare Luft und traumhafte Aussicht genießen – das erwartet Gäste bei einer Ballonfahrt. Das lautlose Fahren durch die Lüfte gestattet eine 360°-Rundsicht und ermöglicht den Mitfahrern aus der Vogelperspektive eine völlig neue Sicht auf das Ruhrgebiet. Die Städtelandschaft liegt im Schnittpunkt der Westfälischen Tieflandebene, der Niederrheinischen Ebene und des Rheinischen Schiefergebirges. Starts mit einem Heißluftballon sind von jedem zugelassenen Flugplatz oder Startplatz möglich. Selbst aus dem eigenen Garten können Ballonbegeisterte starten: Dafür bedarf es lediglich einer Genehmigung des Grundstückseigentümers und einer Außenstartberechtigung, die sich der Ballonpilot durch eine abnahmeberechtigte Person aushändigen lassen kann. Ballonfahrten im Ruhrgebiet führen - im Gegensatz zu anderen Fortbewegungsarten – den Reisenden nicht einfach von A nach B. Jede Fahrt ist anders, der Weg ist das Ziel, und die Route bestimmt nur der Wind. Beim Ballonfahren gibt es keine mechanische Möglichkeit die Richtung zu ändern. Eine Möglichkeit den Ballon zu lenken, ist die Höhe, denn in verschiedenen Höhen herrschen unterschiedliche Winde. Einer sanften Landung steht dies allerdings nicht im Wege, denn ein Ballonpilot darf über all landen. Erfahrene Ballonfahrer fahren vorausschauend und suchen eine geeignete Wiese oder ein Feld und bringen Ihre Gäste wieder sanft zum Boden.

Der krönende Abschluss

Nach einer Ballonfahrt erhalten Mitfahrer eine sogenannte „Champagnertaufe“ um in den Adelsstand der Ballonfahrer erhoben zu werden. Dies ist eine schon sehr alte Tradition, die aus Zeiten König Ludwigs XVI stammt. Dieser erließ nach der Erfindung des Heißluftballons das Gesetz, dass nur der Adel und „blaublütige“ Menschen sich mit einem Heißluftballon in die Lüfte erheben dürfen und behielt die Ballonfahrt als Privileg somit den „Reichen“ vor.

Warum „fährt“ ein Heißluftballon eigentlich?

Bei Gefährten, die leichter als Luft sind, wie z.B. einem Heißluftballon, spricht man im Sprachgebrauch vom Fahren, während Flugzeuge, die schwerer als Luft sind, spricht man vom Fliegen, wie z.B. bei einem Flugzeug oder Hubschrauber. Bereits die ersten Ballonfahrer nutzten in Ihrem Sprachgebrauch das „Fahren“, da sie das Vokabular der Seefahrer übernommen hatten.

Fahrpraxis

Die größten Ballonkörbe bieten bis zu 16 Passagieren und 1 Piloten Platz. Ein Ballonkorb besteht aus einer Bodenplatte aus Holz und einem verstärktem Edelstahlrahmen. Für die Bordwand wird oft Leder oder Rattan verwendet. Um in den Korb hineinzugelangen, muss ein Gast in der Regel über die Bordwand klettern. Es gibt auch Körbe mit einer Tür, die den Einstieg erleichtern. Am 23. September 2008 konnte im Landkreis Gifhorn zum ersten Mal in Deutschland eine Rollstuhlfahrerin in einer Spezialanfertigung eines Ballonkorbs an einer Fahrt teilnehmen. Die Geschwindigkeit beim Ballonfahren hängt vom Wind ab: Bei einer Ballonfahrt gelten 40 Kilometer pro Stunde als zügig. Bei Alpenüberquerungen sind allerdings auch bis zu 100 km/h möglich. Personenfahrten finden in Höhen von üblicherweise 300 bis 3.000 Metern statt. Sportballonen sind die Grenzen bei 9.000 Metern gesetzt. Während einer Ballonfahrt, die eine Dauer von ein bis zwei Stunden hat, legen die Teilnehmer eine Strecke von 5 bis 30 Kilometern zurück. Mitfahrer werden vom Ballon Bodenteam, welches die Fahrt im Auto mit verfolgt und den Ballon wieder zurück transportiert, zurück zum Startplatz gebracht.

Foto: pixabay, davide25

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