Nachhaltig leben in NRW

Mehr und mehr Menschen legen Wert darauf, ihr Leben so nachhaltig wie möglich zu gestalten. Doch beim Begriff „Nachhaltigkeit“ scheiden sich die Geister. Für manche Menschen macht es keinen Sinn, ihr Leben der Umwelt zuliebe radikal umzugestalten. Dabei definiert sich das nachhaltige Leben vor allem in den kleinen Dingen. Das Umweltbewusstsein beginnt beim verantwortungsvollen Konsum und reicht bis zum bewussten Sparen an Strom und Wasser. Anders als andere Bundesländer greift das Land NRW seinen Bürgern dabei unter die Arme – und informiert aktiv zum bewussten und nachhaltigen Lebensstil.

Die mit dem Rad befahrbare Wasserburgen-Route führt entlang der Kölner Bucht in die wasserreichste Region Deutschlands. Foto: Pixabay.com © renategranade0

Nachhaltig Strom sparen

Rund 15 Milliarden Kilowattstunden Strom laufen in den deutschen Haushalten jährlich ins Leere. Diese Menge könnte den jährlichen Stromverbrauch einer Millionengroßstadt wie Hamburg problemlos decken. Der Kern des Problems heißt Standby. Die eingeschalteten Geräte im Standby-Modus verbrauchen unnötigerweise Strom. Nicht nur der überflüssige Energieverbrauch ist als grundlegendes Problem anzusehen, sondern ebenso die damit verbundenen zehn Millionen Tonnen Kohlendioxid, die jährlich freigesetzt werden. Für die Umwelt ist dies eine vermeidbare Belastung, wie auch die Verantwortlichen vom Projekt „Nachhaltig in NRW“ auf ichbins-nrw.de finden. Sie animieren die Bewohner des Bundeslands dazu, sich umweltbewussten Strom zu beschaffen. Denn: Ökostrom ist längst nicht so teuer, wie im Volksmund gern behauptet wird. Im Gegenteil, mit einem Wechsel zu einem preiswerten Ökostromanbieter sparen die Verbraucher mitunter bares Geld. Dies lohnt sich auch in finanzieller Hinsicht, da viele Stromanbieter ihre Preise in NRW regelmäßig erhöhen.

Die Tarife fallen von Ortschaft zu Ortschaft sehr unterschiedlich aus. Vor allem zum Jahresbeginn ziehen einige Anbieter die Preise kräftig an. 2019 verlangen einer Auflistung zufolge 53 von rund 112 Stromanbietern für ihre Leistungen mehr Geld. Besonders hoch fallen die Preiserhöhungen in den großen Städten Dortmund, Düsseldorf, Hagen, Essen und Lünen aus. Damit der Strom im eigenen Haushalt bezahlbar bleibt, ist es laut Experten ratsam, bei einer Preiserhöhung schnellstmöglich aus dem alten Vertrag auszutreten. Stattdessen sollten die Verbraucher in NRW auf Stromvergleich.de die aktuellen Tarife miteinander vergleichen. Auf diese Weise finden sie den Strom, der am besten zu ihren individuellen Bedürfnissen passt.

Weitere hilfreiche Tipps zum Strom sparen stellt die Verbraucherzentrale.nrw in einer informativen Broschüre zusammen. Sie empfiehlt unter anderen, den eigenen Stromverbrauch zunächst realistisch einzustufen und auf dieser Basis einen Tarif zu wählen. Weiterhin raten die Experten dazu, nicht mehr benötigte Altgeräte bei kommunalen Sammelstellen kostenlos abzugeben. Manche dieser Sammelstellen holen die kaputten oder überflüssigen Geräte sogar kostenlos ab.

Nachhaltiger fahren: Mit dem Fahrrad anstatt mit dem Auto mobil sein

42 Kilometer legen die Deutschen durchschnittlich pro Tag zurück. Diese Strecke reicht auf das Jahr gerechnet so weit wie von Finnland nach Südafrika. Umso wichtiger ist es, sich über den zurückgelegten Weg Gedanken zu machen. Ein beunruhigender Fakt ist in diesem Zusammenhang, dass 20 Prozent der Treibgasemissionen auf den Verkehrssektor entfallen. Doch gibt es Mittel und Wege, den Klimawandel nicht aktiv zu unterstützen. Es gibt gute Gründe, um das Auto stehen zu lassen und die beruflichen und privaten Wege stattdessen mit dem Fahrrad zu erledigen.

• Die Parkplätze im Ruhrgebiet sind vor allem in den Großstädten rar gesät. Vielen Autofahrern graut es tagtäglich davor, sich einen Parkplatz zu suchen. Mit dem Fahrrad gehört die langwierige Parkplatzsuche der Vergangenheit an. Es lässt sich, wenn es sein muss, nahezu überall abstellen – an einer Straßenlaterne ebenso wie an einen beliebigen Parkplatzpfosten.

• Autofahrer verbringen etliche Stunden ihres Lebens damit, nach dem Feierabend im Stau zu stehen. Mit einem Fahrrad lässt sich der Stau auf Radwegen oder durch Parks einfach umfahren. Dies ist nicht nur nachhaltiger, sondern spart eine Menge Stress und Ärger.

• Es gibt kaum etwas Schöneres, als viele Stunden an der frischen Luft zu verbringen. In NRW gibt es zahlreiche Natur- und Naherholungsmöglichkeiten, die es sich zu besuchen lohnt. Darunter die ganzjährig begehbaren Wildparks, die zu ausgedehnten Spaziergängen unter freiem Himmel einladen. Mit dem Auto sind die wunderschönen Parks nicht befahrbar, doch mit dem Fahrrad durchaus.

• Ein weiterer wichtiger Aspekt ist beim nachhaltigen Fahrradfahren die Fitness. Im Auto verbrauchen Menschen kaum Kalorien, da sie sich nicht aktiv bewegen. Mit dem Fahrrad lässt sich hingegen auch in der Freizeit oder auf dem täglichen Weg zur Arbeit aktiv Sport treiben.

• Nicht zuletzt eignet sich das Fahrrad für Touristen dazu, auf aktivem Wege das Ruhrgebiet zu erkunden. Für dieses Vorhaben bieten sich beispielsweise die 295 Kilometer lange Römer-Lippe-Route oder der RuhrTalRadweg an.

Fair Trade-Lebensmittel bei lokalen Händlern kaufen

Seit zwei Jahrzehnten stehen die Fairtrade-Produkte nicht nur in Allweltsläden, sondern auch beim örtlichen Supermarkt um die Ecke in den Regalen. Fair Trade setzt sich dafür ein, gerechtere Handelsstrukturen in den Entwicklungsländern zu erwirken. Der faire Handel wird in der Kulturregion des Ruhrgebiets groß geschrieben. Sie wurde als erste in Deutschland im Jahr 2013 mit 30 Kommunen als faire Metropole ausgezeichnet. Beim Fair Trade in NRW geht es nicht zuletzt auch darum, die richtigen Produkte aus fairem Handel zu erwerben. Darunter fallen beispielsweise alle Kaffee- und Kakaoprodukte. Auch beim Kauf von Reis ist es besonders wichtig, auf die Herkunft des Grundnahrungsmittels zu achten. Nur auf diese Weise ist gewährleistet, dass die Kleinbauern in den Entwicklungsländern eine faire Entlohnung erhalten. Die Fair Trade Produkte sind meist auf den ersten Blick erkennbar – mit ihrem gut sichtbaren blau-grünen Siegel.

Produkte mit potentiell schädlichen Inhaltsstoffen gehören immer in den Sondermüll. Foto: Pixabay.com © mabelamber

Müll korrekt entsorgen

Beim Thema Müll denken viele Verbraucher zunächst an umweltschädliches Plastik. Eine gründliche und korrekte Müllentsorgung sollte wiederum noch mehr beinhalten. Altglas gehört in den Glascontainer, während Dosen und andere Verpackungen vom restlichen Müll getrennt sein sollten. Eine recycelte Aluminiumdose spart schließlich einen Großteil der Energie ein, die für die Herstellung einer neuen Dose benötigt wird. Bei Verpackungen aller Art gilt: Den Verbrauch an Plastiktüten reduzieren und Nachfüllpackungen benutzen, um Plastikverpackungen zu vermeiden. Zusätzliche Ressourcen lassen sich bei großen Verpackungen einsparen, in denen Haushaltreiniger und Kosmetika gelagert werden.

Foto1: Pixabay.com © renategranade0 (CC0 Creative Commons)
Foto2: Pixabay.com © mabelamber (CC0 Creative Commons)

Empfehlungen

function sc_smartIntxtNoad() { }