Vermögen verwalten: Auf versteckte Kosten achten

Ein Vermögen kann etwas Großartiges sein, sofern es Handlungsoptionen schafft, die es ansonsten nicht gegeben hätte; es kann aber auch belasten, sofern es viele Verpflichtungen und verschiedene Verwaltungsmöglichkeiten mit sich bringt. Das Vermögen »auf eigene Faust« managen, können dabei die wenigsten. Die Mehrheit ist dagegen auf professionelle Beratung bei der Vermögensverwaltung angewiesen - und dies aus gutem Grund.

Business pic: Pixabay/rawpixelGrafik Wer vermögend ist, möchte dies freilich auch in der Zukunft bleiben und womöglich gar noch vermögender werden. Insofern besteht eine diesbezüglich gängige Strategie in der Investition des Vermögens in verschiedene, profitversprechende Anlagen. Da dies allerdings mit durchaus hohen Risiken verbunden ist, stellt sich eine Anlagenentscheidung häufig als besonders schwer dar. Bei aller Prognostizierbarkeit bestimmter Profitchancen verbleibt die Zukunft letztlich ja doch stets ungewiss, sodass selbst das scheinbar sicherste Investment unter Umständen gar zu hohen Verlusten führen kann. Wer also mit eigenen Analysen nicht weiterkommt und sich nicht entscheiden kann, muss bei der Vermögensverwaltung auf bewährtes Know-how von Dritten setzen.

Was man als Unerfahrene(r) kaum überblicken kann

Vermögensverwaltung mag sich für manche eher einfach und nach einer bloßen Routineangelegenheit anhören. Das ist es aber keineswegs. Zwar ist es beispielsweise sehr leicht, ein Depot zu eröffnen oder eine Vermögensanlage zu tätigen; jedoch steckt der Teufel hier, wie so oft, im Detail: Versteckte Kosten, niedrige Renditen, falsch eingeschätzte oder gänzlich unerkannte Risiken und zu große Haftungsverpflichtungen können unter Umständen große Verluste nach sich ziehen. So werden die Kosten für ein Depot branchenübergreifend mit etwa zwei Prozent angegeben, allerdings fehlen bei dieser sogenannten »Total Expension Ratio« (TER) die Angaben über etwaige Transaktionskosten oder gewinnabhängige Provisionen. Und diese können teilweise so hoch ausfallen, dass nicht nur keine Renditen erzielt werden, sondern die Depotkosten die Gewinne möglicherweise gar negativ übersteigen. Oder die Gewinne fallen derart klein aus, dass man den ganzen Aufwand von vornherein auch einfach hätte lassen können.

Banken, die solche Depots anbieten, agieren dabei stets im Interesse eigener Profitmaximierung und selbst der Bankberater, der ein bestimmtes Depot letztlich zusammenstellt und an den Kunden vertreibt, ist darauf bedacht, eine möglichst hohe Provision zu erhaschen. Je klarer diese Interessen zu Tage treten, desto unübersichtlicher werden dabei die Gebührenstrukturen. Hierzu gehören beispielsweise auch Vertriebsfolgeprovisionen, die auch nach Vertragsabschluss dem Berater zustehen. Diese falsche Anreizstruktur führt schließlich zu überbordenden Gebührenbelastungen, bei denen den Überblick zu behalten, für einen Laien nahezu unmöglich ist.

Auch bei unabhängigen Vermögensverwaltern auf Details achten

Selbst dann jedoch, wenn mit der Vermögensverwaltung unabhängige Organisationen betraut werden, sind die Risiken, in undurchsichtige Gebühren- und Kostenstrukturen hineinzugeraten, nicht getilgt. So kann es beispielsweise sein, dass ein Depot mehrere Fonds enthält, die von verschiedenen Fondmanagern verwaltet werden, die gar nicht wissen, dass sie gleichsam an einem Strang ziehen. In der Folge werden unter Umständen redundante Entscheidungen getroffen und für den Depotbesitzer sinnlose Transaktionen durchgeführt, die zwar den einzelnen Fondverwaltern durchaus Gewinne einbringen, den Depotbesitzer aber nur als Kosten belasten.

Insofern sollten Vermögensberater respektive -verwalter stets sorgsam ausgesucht werden. Diese sollten ihre Investitionsstrategie und damit verbundenen Gebühren- und Kostenstrukturen vollständig transparent machen. Wer dies zu tun nicht bereit ist, ist keine Investition wert.

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