Zu viele Pillen

News-Archiv: News vom 15.11.2013 - Witten (idr). Fast jeder Patient schluckt zu viele Pillen. Fast ein Drittel der Medikamente werden verschrieben, ohne dass es einen Nachweis für den Nutzen gibt. Das ist ein Ergebnis einer Vorabstudie der Universität Witten/Herdecke.

Untersucht wurden Patienten, die im Durchschnitt etwa neun verschiedene Medikamente pro Tag einnahmen. Im Mittel fand sich bei 2,7 Medikamenten je Krankem keine wissenschaftliche Begründung für die Verordnung. Darüber hinaus wiesen die Wissenschaftler Dosierungsfehler bei 56 Prozent der Patienten nach. 37 Prozent der über 65-Jährigen schlucken Medikamente, die alten Menschen nicht verordnet werden sollten. Der "Pillencocktail" kann im schlimmsten Fall unnötige Krankenhausaufenthalte verursachen oder gar tötliche Folgen haben.

In einer neuen europaweiten Studie wollen die Mediziner der Universität Witten/Herdecke Hausärzten nun helfen. Unter Berücksichtigung von Diagnosen, Laborwerten und Begleiterkrankungen wird eine elektronische Entscheidungshilfe Vorschläge machen, welche Medikamente am ehesten entbehrlich oder gar schädlich sind. Diese Studie läuft in den nächsten Wochen an.

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