Japanischer Garten in Düsseldorf

Düsseldorf gilt als Zentrum japanischer Kultur in Deutschland. Zwischen dem lebendigen Little‑Tokyo‑Viertel, asiatischen Geschäften und dem jährlich gefeierten Japan‑Tag entdecken Besucherinnen und Besucher in der nordwestlichen Ecke des Nordparks einen besonderen Ort: den Japanischen Garten am Rhein – eine stille Oase mitten im urbanen Umfeld. Mit seinen 5.000 Quadratmetern lädt er zum Entspannen und Wohlfühlen ein.

Der Japanische Garten mit großen Formschnittkiefern und bunten Blumen an einem kleinen Bach. Foto: Landeshauptstadt Düsseldorf / Gartenamt
Der Japanische Garten im Nordpark mit den „Niwaki“ – das sind die besonderen Formschnittkiefern, die den Garten prägen. Foto: Landeshauptstadt Düsseldorf / Gartenamt

[ruhr-guide] Aber was können Sie im japanischen Garten eigentlich bestaunen? Beim Japanischen Garten in Düsseldorf handelt es sich um einen Teichgarten mit einem Rundweg und einer symbolischen „Insel der Unsterblichkeit“. Diese Gestaltung verleiht dem Garten eine authentische japanische Atmosphäre und sorgt für besondere Ruhe. Vielleicht finden Sie dort sogar Ihr inneres Chi.

Entspannte Atmosphäre zwischen Kirschblüten und Wasserläufen

An Blühpflanzen wachsen im Garten Azaleen, japanische Kirschbäume und Rhododendren. Zudem stehen Schwarzkiefern und japanische Fächerahorne zahlreich auf dem Gelände. Ein Wasserumlauf lässt zwei Kubikmeter Wasser pro Minute durch den Garten fließen. Darin leben Farbkarpfen – eine Fischart aus dem Tempel Nara in Japan.

Besonders sehenswert sind die Kirschblüten im Frühjahr sowie die detaillierten Steinmetzarbeiten. Dazu gehören vor allem vier traditionelle Steinlaternen aus Naturstein, die als symbolträchtige Elemente dienen. Eine davon ist die „Yukimi“, eine Schneebetrachtungs‑Laterne in Ufernähe, die 2009 als Ersatz für eine zerstörte Laterne aufgestellt wurde.

Auch künstlich aufgeschüttete Hügel, Felsen im Teich, moosbewachsene Steine und eine symbolische Schiffsanlegestelle mit Befestigungsstein für ein Tau zählen zu den kunstvollen Steinarbeiten, die jeweils eine tiefere Bedeutung tragen. Insgesamt bringen diese Quarzite im Japanischen Garten ein Gewicht von 577 Tonnen auf die Waage.

Ein Besuch im japanischen Garten lohnt sich daher sehr. Der Garten ist zudem ein fester Bestandteil der Japan‑Woche in Düsseldorf, die das Programm des Japan‑Tags erweitert. Während dieser Woche finden dort Workshops, Führungen und weitere kulturelle Aktivitäten statt. Der Japan‑Tag findet 2026 am 23. Mai statt.

Wie Düsseldorf zu seinem japanischen Garten kam

Schon im Jahr 1971 wurden erste Untersuchungen angestellt, ob in Düsseldorf ein japanischer Garten angelegt werden könnte. Daraufhin schlossen sich die japanische Industrie- und Handelskammer in Düsseldorf zusammen und gründeten den Verein „Japanischer Garten in Düsseldorf“, um die Stadt bei diesem Vorhaben zu unterstützen. Am 31. Mai 1974 erfolgte der erste Spatenstich.

Die Planung des Gartens stammte vom japanischen Garten- und Landschaftsarchitekten Sentaro Iwaki und seinem Sohn Shojiro. Bei der Bepflanzung unterstützten sie sechs weitere japanische Gärtner. Am 24. Mai 1975 übergab der Verein den Garten dann offiziell an die Stadt Düsseldorf. Die Kosten für die Einrichtung beliefen sich auf 1,9 Millionen Mark.

In den ersten Jahren kamen alle vier bis sechs Jahre japanische Gartenfachleute in die Landeshauptstadt. Für die deutschen Kollegen waren diese Besuche stets eine wertvolle Gelegenheit, dazuzulernen. Die japanische Gartenpflege hat ihre ganz eigenen Besonderheiten: So klettern die Gärtner mit Seidenstrümpfen und beharzten Handschuhen ohne Leiter bis in die Kronen der Bäume. Heute wird der Garten von gut geschulten Mitarbeitenden des städtischen Garten-, Friedhofs- und Forstamtes gepflegt, die die japanische Botanik inzwischen bestens verstehen.

Komplette Sanierung zum 50. Jubiläum

Nach 50 Jahren wurde jetzt erstmals eine umfassende Sanierung notwendig. Die bestehenden Gehölze, darunter Azaleen-, Rhododendron-Bestände und Schwarzkiefern, litten unter zunehmender Trockenheit und mussten neu gepflanzt werden. Auch die starke Frequentierung hinterließ Spuren. Zahlreiche Trampelpfade hatten sich im Gelände gebildet.

Zum 50‑jährigen Jubiläum wurde der Garten in die Denkmalliste der Landeshauptstadt eingetragen. Seit fünf Jahrzehnten ist er ein lebendiges Symbol der engen Freundschaft zwischen Düsseldorf und Japan. Die Stadt unterstützt damit nicht nur die japanische Kultur, sondern auch die japanische Gartenkunst und Natur. Der japanische Garten bleibt ein bedeutendes Zeichen deutsch‑japanischer Verbundenheit.

Japanischer Garten in Düsseldorf mit Besucherinnen und Besuchern in den ersten Jahren. Foto: Landeshauptstadt Düsseldorf / Gartenamt
Historische Aufnahmen aus der Anfangszeit des Japanischen Gartens. Foto: Landeshauptstadt Düsseldorf / Gartenamt

Japanischer Garten

Eintritt Kostenlos

Nordpark, 40233 Düsseldorf

Fotos: Landeshauptstadt Düsseldorf / Gartenamt

Nach oben scrollen