Anregendes Gewässer, Möglichkeit zum Radeln und Relaxen und ein spannendes Ausflugsziel im Ruhrgebiet, das ist der Datteln-Hamm-Kanal. Er bietet für jede Stimmung das Richtige, egal ob für Sportenthusiasten oder Erholungsexperten, und ist auf jeden Fall den ein oder anderen Besuch wert.

[ruhr-guide] Der Datteln-Hamm-Kanal hat fast 50 Kilometer voller kleiner Abenteuer, außergewöhnlicher Ausblicke und heimischer Lokale vorzuweisen und entzückt mit seinem einzigartigen Charme garantiert jeden. Es gibt viel zu erleben, zu bestaunen und zu entdecken.
Der Datteln-Hamm-Kanal
Der Datteln-Hamm-Kanal ist eine Bundeswasserstraße und verläuft, wie der Name schon vermuten lässt, von der Stadt Datteln über die Orte Waltrop, Lünen und Bergkamen bis nach Hamm, wo er schließlich im Kanalhafen Schmehausen am Kraftwerk Westfalen endet. Insgesamt verläuft der Kanal über 47,145 km, hat 43 Brücken, die Personen und Güter über das fließende Gewässer führen, und besitzt einen Höhenunterschied von 6,75 m, der durch die beiden Schleusen Hamm und Werries ausgeglichen wird.
Mittlerweile ist der Datteln-Hamm-Kanal aber so viel mehr als nur ein Zweckmittel zur Beförderung von Schiffen und Gütern. Er bietet ewig lange Rad- und Spazierwege, viele verschiedene Freizeitangebote und die unterschiedlichsten Landschaften, die das Ufer säumen. Zu den beliebtesten Fischen der Angler am Kanal zählen Flussbarsche, Zander, Karpfen, Aale und viele weitere Arten. Und Sportbootfahren und Rudern zählt hier natürlich auch zu den Highlights.

Geschichte des Datteln-Hamm-Kanal
Nachdem der Bau des Kanals 1870 beschlossen wurde, endete die erste Ausbaustufe 1914. Diese reichte von Datteln, vom Dortmund-Ems-Kanal, durch die Schleuse Hamm bis hinter den Stadthafen Hamm. Der nächste Ausbau wurde 1933 fertiggestellt und in Betrieb genommen und leitet den Kanal durch die Schleuse Werries bis Schmehausen. Dort endet der Datteln-Hamm-Kanal am Kraftwerk Westfalen in ein großes Hafenbecken. Der ursprüngliche Plan sah vor, den Kanal bis nach Lippstadt weiterzubauen, wurde jedoch nie vollendet.
Was kann man am Datteln-Hamm-Kanal erleben?
Spazieren, Wandern und Fahrrad fahren
Zum einen ist fast die gesamte Strecke des Datteln-Hamm-Kanals von Wegen umgeben, die sowohl zum Spazierengehen einladen, als auch für ausgedehnte Fahrradtouren geeignet sind. Dabei sind einem atemberaubende Ausblicke auf das Wasser und die umliegenden Wälder und Grünanlagen garantiert.
Seen, stehende Gewässer und Seeparks
Des Weiteren kann man sich bei gutem Wetter im Seepark Lünen eine Abkühlung besorgen und Spaß im und am Wasser haben. Zu einem schönen Rundgang auf einem seiner vielen Spazierwege lädt auch der am Datteln-Hamm-Kanal gelegene Horstmarer See ein.
Natur erleben und lieben
Auch mehrere Halden am Datteln-Hamm-Kanal locken immer wieder Besucher:innen mit ihren tollen Aussichten an. Darunter die Halde Großes Holz in Bergkamen und die Halde Losheide am Dattelner Meer. Mit seinen malerischen Naturlandschaften und vielen heimischen Tier- und Pflanzenarten lädt das Naturschutzgebiet Welschenkamp in Lünen ein, aber auch das Naturschutzgebiet Am Tibaum in Hamm steht diesem in nichts nach. In beiden Naturschutzgebieten kann man wunderbar spazieren oder wandern und dabei in eine idyllisch friedliche Welt abtauchen und einfach mal den Alltag mitten in der Natur vergessen.
Darüber hinaus lädt das Grüngebiet „Ehemaliger Radbodsee und Alte Lippe“ zu einem Besuch gerade mit Kleinkindern ein, da sich dort neben einer schönen Landschaft auch ein kleiner Freizeitpark, geeignet für Kleinkinder, befindet. Auch der Kurpark Hamm bietet einen idealen Ort, mit kleinem See und malerischer Waldfläche, zum Entspannen und Erholen. Im Kurpark Hamm finden regelmäßig Konzerte und andere Kulturveranstaltungen statt.

Brücken, besondere Fotomotive und andere Highlights
Die wohl bekannteste Brücke, die über den Datteln-Hamm-Kanal und die Lippe verläuft, ist die Marathonbrücke, von der aus man den Datteln-Hamm-Kanal wunderbar beobachten und fotografieren kann. Ein weiteres Highlight für Fotos ist der Rhenus Kran im Stadthafen Hamm, der durch sein rustikales Aussehen besticht und mittlerweile unter Denkmalschutz steht. Er ist schon zu einem Wahrzeichen der Stadt Hamm geworden.
Auch die Bebelbrücke bietet einen außergewöhnlichen Anblick für alle Besucher:innen. Den Yachthafen „Marina Rünthe“ in Bergkamen, welcher einer der größten am Datteln-Hamm-Kanal ist, sollte man auf jeden Fall besuchen. Er liegt auf der Route der Industriekultur und hier ist immer etwas los. Er ist mittlerweile der größte Sportboothafen in NRW und auf seiner Promenade lässt sich gut flanieren. Zum jährlichen Hafenfest tummeln sich hier rund 60 000 Besucher. Der sogenannte Schulweg-Steg oder auch „Golden Gate Bridge von Hamm“ ist ebenso eine besondere Brücke, die mit ihrer blauen Farbe und geringen Breite unter den anderen Brücken hervorsticht.
Ab der Halde Radbod verläuft der Datteln-Hamm-Kanal parallel zur Lippe mit einem Spazierweg dazwischen. Hier bietet es sich an, etwas Zeit umringt von Wasser zu verbringen.
Falls Sie Lust haben, sich kulturell etwas weiter zu bilden, dann ist der Sri-Kamadachi-Ampal-Tempel sicherlich einen Abstecher wert. Dieser bringt hinduistisches Kulturgut mitten ins Ruhrgebiet und liegt außerdem auch am Datteln-Hamm-Kanal.
Imbiss und Rastmöglichkeit für zwischendurch

Wer lange radelt oder wandert, braucht auch mal eine erholsame Pause. Ein nicht mehr ganz geheimer Tipp der Redaktion ist das „Campingstübchen Gut Eickenscheidt“ am gleichnamigen Campingplatz in Waltrop, welches unter der Woche mit typischen Imbiss-Essen und fairen Preisen überzeugt und am Wochenende mit leckeren, immer wechselnden, gutbürgerlichen Gerichten begeistert. Inklusive Kiosk, für kühle Getränke und das Eis to-go.Wenn Sie am Datteln-Hamm-Kanal unterwegs sind, dann schauen Sie doch mal auf der einladenden Außenterrasse oder im neu renovierten Innenbereich vorbei und genießen Sie eine freundliche, familiäre Gastlichkeit und vernünftige Verpflegung. Und als Bonus-Tipp: auch das Bier ist hier günstig zu haben.
Bikers welcome!
Kleiner Abstecher
Wenn Sie noch ein bisschen mehr Geschichte rund um die Schifffahrt lernen und erleben wollen, dann lohnt sich sicherlich ein Abstecher ins Schiffshebewerk Henrichenburg inklusive dazugehörigem LWL-Museum. Hier kann man das 1969 außer Betrieb genommene Schiffshebewerk bewundern, das einst notwendig war, um den Dortmunder Hafen an das entstehende Westdeutsche Kanalnetz anzuschließen. Auch am Schiffshebewerk finden immer spannende Veranstaltungen und Führungen statt, wie auch der traditionelle Weihnachtsmarkt oder Steampunk Ahoi! im Sommer.
Campingstübchen Gut Eickenscheidt
Adresse
Kanalstraße 53
45731 Waltrop
Bei 51°37’37.2″N 7°25’53.4″E vom Kanal abbiegen
Öffnungszeiten
Geöffnet von Ende März bis Ende Oktober
Mittwoch bis Freitag 15 – 18 Uhr
Samstag und Sonntag 10 – 18 Uhr
Hinweis für Biker: Ihr dürft an der Schranke vorbei fahren und neben den Fahrradständern parken.
Fotos: Claudia Jaquet




