Schloss Bodelschwingh

Hoch im Dortmunder Norden, zwischen der A 45 und dem Dorf Bodelschwingh, aber auch zwischen Hügeln und Wäldern, weiten Wiesen und landwirtschaftlichen Nutzflächen, liegt das Schloss Bodelschwingh - eines der schönsten Wasserschlösser in Westfalen!

Gartenflair auf Schloss Bodelschwingh, Foto: Gartenflair [ruhr-guide] Versteckt hinter Hecken, von der Straße kaum einsehbar, steht eines der besterhaltenen Schlösser des Ruhrgebiets – das Schloss Bodelschwingh. Geht man die kleine Zufahrt hinunter, öffnet sich der Blick auf ein wahrlich prachtvolles Wasserschloss. Geschwungene Giebel und Türmchen recken sich vor einer breiten Wasserfläche in die Lüfte, die Wirtschaftsgebäude umschließen einen großen Vorhof und hinter dem Schloss lassen sich die Parkanlagen erahnen. Ein beeindruckendes Bild! Mehr wird der Besucher allerdings auch nicht vom Schloss Bodelschwingh zu Gesicht bekommen, denn bald steht er vor einem verschlossenen Tor: Haus Bodelschwingh ist eines der wenigen Schlösser im Ruhrgebiet, das sich auch heute noch im ursprünglichen Familienbesitz befindet und daher leider nicht besichtigt werden kann. Und dies sollte man bitte auch respektieren.

„Gartenflair“ startet zum neunten Mal im September

Jetzt ist es offiziell: Der Vorverkauf für die neunte „Gartenflair“ vom 02. bis 04. September ist eröffnet! Dank des wunderschönen weitläufigen Schlossparks in Dortmund konnte sich der Erlebnismarkt auch im Vorjahr, trotz der epidemischen Lage, über tausende begeisterte Besucher:innen freuen und dennoch Sicherheit und Gesundheit großschreiben. Daher wollen die Gastgeber, Baron und Baronin zu Knyphausen, auch in diesem Jahr, ihre Tore für Jung wie Alt, Gartenfreund:innen, Kulturinteressierte und Familien öffnen – und faire Ticketpreise beibehalten! Der Eintrittspreis bleibt gleich! Erneut erwarten die Gäste zahlreiche leuchtende Pagoden, interessante Angebote für Kunsthandwerk und Kulinarik, spannende Aktivitäten für Groß und Klein und einige Überraschungen in einem wunderbaren Ambiente.

Öffnungszeiten: Freitag und Samstag 11 bis 19 Uhr und Sonntag 11 bis 18 Uhr.
Eintritt 12,00 €, Kinder unter 15 Jahren kostenlos (in Begleitung eines Erwachsenen).
Weitere Informationen finden Sie unter www.schloss-bodelschwingh.de.

Skulpturen im Park von Schloss Bodelschwingh, Foto: Gartenflair

Vom Vogtsturm zum Zweikammerhaus

Erbaut wurde die Wasserburg Bodelschwingh um das Jahr 1300. Ritter Giselbert I. errichtete hier ein Haus mit zwei Kammern, das auf Pfählen ruhte. Diese bilden auch heute noch das Fundament, auf dem das Wasserschloss aus dem großen Gräfteteich emporragt. Direkt neben dem heutigen Tor, das ungebetene Besucher fernhält - die früher auch schon mal ungefragt durch die Räumlichkeiten streiften - ragt der beeindruckende Vogtsturm empor, der vermutlich noch vor der eigentlichen Burg dem Ritter Gisbert, genannt Speke, als Wohnstätte diente.

Sein Erbe Ernst I. nahm dann den Namen "de Bodelswinge" an und durch Kauf der Gerichtsbarkeit legte er den Grundstein für den späteren Wohlstand derer von Bodelschwingh. Das heutige Schloss Bodelschwingh wird bis auf einen gotischen Kern von Renaissance- und Barockeinflüssen geprägt. Diese Umbauten der ehemaligen Wasserburg begannen um 1565 und hinterließen den heutigen beeindruckenden Schlossbau mit seinen welschen Hauben und Renaissancegiebeln.

Der bekannteste Sproß der weitverzweigten Familie ist wohl bis heute Friedrich von Bodelschwingh, der die Evangelischen Heil- und Pflegeanstalt für Epileptische bei Bielefeld nach Übernahme der Leitung im Jahr 1972 so stark prägte, dass diese später in Bodelschwinghsche Anstalten Bethel umbenannt wurden.

Ansicht von oben, Schloss Bodelschwingh, Foto: Gartenflair

Wohnen und Arbeiten

Die Vorburg ist mit einer großen steinern Brücke mit dem Schloss Bodelschwingh verbunden, die seit dem 16. Jahrhundert die alte Holzbrücke ersetzt. Hier gruppieren sich die alten Wirtschaftsgebäude um den großen Innenhof, die heute unter dem interessanten Konzept "Wohnen und Arbeiten" ca. 45 Menschen als Wohnungen und Büros dienen. Folgt man von der Zufahrt der Gräfte nach rechts führt einen der Weg in Richtung der alten Burgfreiheit Bodelschwingh, die bis 1928 ihre Selbständigkeit bewahren konnte und im Jahr 1311 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Ungefähr im Jahr 1386 Jahre standen schon 11 Gebäude in der Freiheit Bodelschwingh und vor allem Krämer und Handwerker hatten hier ihre Wohnstatt genommen.

Hier gibt es auch heute noch einige malerische Höfe und die alte Kirche mitten im Dorf ist einen Besuch wert. Wandert man weiter um das Schloss herum, führt bald eine Brücke über die Autobahn in den alten, heute abgeschnittenen Teil des Schlossparks. Dieser wurde im Jahr 1870 von einem barocken in einen englischen Landschaftsgarten umgebaut. Heute ist der auf der anderen Seite der A 45 gelegene Teil von Wald überwuchert. Neben zahlreichen Spazier- und Wanderwegen findet sich hier vor allem der alte und malerisch gelegene Familienfriedhof. Wendet man sich von hier nach links zur Autobahn, führt ein kleiner Tunnel wieder zur Schloßstraße zurück. Hier finden Sie auch oberhalb des Schlosses am Waldrand einen großen Wanderparkplatz, wo Sie am besten Ihr Auto stehen lassen, da es am Schloss keine Parkplätze gibt. Von hier aus bieten sich auch Touren zur Halde Schwerin oder zum Gartenrestaurant Tante Amanda an.

Schloss Bodelschwingh

Knyphausen’sche Verwaltung Bodelschwingh
Schloss – Str. 75
44357 Dortmund
Tel: 0231-288620-60

Weitere Informationen finden Sie unter:
www.schloss-bodelschwingh.de

(pk)

Fotos: Gartenflair