Tag des offenen Denkmals 2019

Etwa 600 geschichtliche Denkmäler in Westfalen öffnen ihre Türen: Den Tag des offenen Denkmals gibt es inzwischen seit über einem Vierteljahrhundert! Jedes Jahr im Spätsommer findet der Aktionstag auf bundesweiter Ebene statt und bietet den Besuchern "Geschichte zum Anfassen". Das Besondere: Es handelt sich oft um sonst nicht zugängliche Bauwerke. Freuen Sie sich auf Archäologische Führungen, Rundgänge und vieles mehr. Das diesjährige Motto: "Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur".

Außenansicht des Lehmbruckmuseums, Foto - Dejan Saric [ruhr-guide] Am zweiten Sonntag im September findet jedes Jahr der Tag des offenen Denkmals statt. Etwa vier Millionen Geschichts- und Architekturinteressierte nutzen den bundesweit stattfindenden Veranstaltungstag, um Gebäude und Denkmäler zu erkunden, die sonst nicht oder nur zum Teil für Publikumsverkehr geöffnet sind. Die zahlreichen Denkmäler werden dabei von professionellen Denkmalpflegern präsentiert, die als Archäologen, Restauratoren oder Handwerker Einblicke in ihre Aufgaben und Tätigkeiten geben. Dabei wird das gemeinsame Ziel der Sensibilisierung der Öffentlichkeit für kulturelles Erbe, Geschichte und Denkmalpflege verfolgt.

Entstehung des Tags des offenen Denkmals

Im Jahr 1984 hatte der damalige französische Kulturminister Jack Lang die Idee, die "Journées Portes ouvertes monuments historiques" ins Leben zu rufen. Die Aktion war ein voller Erfolg, weshalb sie sich der Europarat 1991 zum Vorbild nahm und die offiziellen „European Heritage Days“ begründete. An diesen beteiligen sich heute alle 50 Länder der europäischen Kulturkonvention. Deutschlands Beitrag ist seit 1993 der Tag des offenen Denkmals, der seitdem von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz koordiniert wird. Um das Gelingen zu sichern, ziehen viele Initiatoren gemeinsam an einem Strang, so z. B. Städte, Vereine, Bürgerinitiativen oder Privateigentümer von Denkmälern. Es wirken aber auch viele Großinitiatoren, wie beispielsweise die Kultusministerkonferenz, die Deutsche Bischofskonferenz und die Evangelische Kirche in Deutschland, mit.

Seit 1999 gibt es ein vorgegebenes, bundesweites Thema am Tag des offenen Denkmals. Dieses ist aber keineswegs zwingend! So drehen sich zumeist rund die Hälfte der Denkmäler um das Motto. So können dieses Jahr historische Sehenswürdigkeiten erkundet werden, die ohne den Einsatz der Bürger vielleicht schon längst abgerissen worden wären.

Thema 2019: "Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur"

Der Begriff des Modernen impliziert eine zeitliche Abgrenzung: Wenn etwas modern ist, dann ist es neu, angesagt, passt zum derzeitigen Geschmack oder den Bedürfnissen der Gesellschaft. Moderne Kunst- und Bauwerke Richter-Fenster im Kölner Dom, Foto - Laura Haverkamp / Deutsche Stiftung Denkmalschutz sind damit immer Zeugen eines Umbruchs, und wenn wir uns bewusst machen, wann und warum ein bestimmtes Werk modern war, können wir den Umbruch, dessen Zeitzeuge das Werk ist, nachempfinden. Wir bekommen ein Bewusstsein für die Bedeutung der Kunst und Architektur verschiedener Zeiten. Ob Epochen wie Romanik und Gotik ineinander übergehen, sich neue Kunstrichtungen wie der Expressionismus entwickeln, das Städtebild sich aufgrund neuer Bauarten oder gesellschaftlicher Umwälzungen ändert wie während der Industrialisierung oder neue Typen von Gebäuden wie das Warenhaus aufkommen – all das spiegelt Umbrüche wieder, wie Sie sie am 8. September anhand der zahlreichen frei zugänglichen Denkmäler (nach-)erleben können. So bleibt Geschichte lebendig, oder soll man sagen, modern?

Denkmal des Tages

Auf der Website des Tages des offenen Denkmals wird täglich ein besonderes Denkmal vorgestellt. Unter anderem werden die Geschichte des Denkmals, Adresse, Öffnungszeiten und, falls vorhanden, Führungszeiten angegeben. Dadurch können Sie sich bei Interesse optimal auf den 8. September einstimmen.

Wie finde ich die Denkmäler?

Bei der großen Anzahl offener Denkmäler App zum Tag des offenen Denkmals, ©Deutsche Stiftung Denkmalschutz / Karte: Apple in ganz Deutschland kann man schon mal den Überblick verlieren. Damit Sie die Bauten und Angebote ausfindig machen können, für die Sie sich am meisten interessieren, bietet die Website www.tag-des-offenen-denkmals.de die Möglichkeit, sich über das Angebot in einem bestimmten Gebiet zu informieren, z. B. im eigenen Bundesland oder in einer bestimmten Stadt. Wer ein Smartphone besitzt, kann sich aber auch hier eine kostenlose „Denkmal-App“ herunterladen, um damit spontan nach interessanten Denkmälern in der Umgebung zu suchen. Der Tag des offenen Denkmals ist – wie der Name verrät – nur ein einziger Tag. Ein Tag, an dem es exklusiv Dinge zu sehen gibt, die sonst nicht zugänglich sind. Hier können Sie viel lernen und sich mit auf eine Zeitreise nehmen lassen – das sollten Sie auf keinen Fall verpassen!

Tag des offenen Denkmals 2019

8. September 2019
bundesweit

Fotos: Dejan Saric, Laura Haverkamp, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Karte: Apple

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