Zoo Duisburg

Einiges hat sich in den letzten Jahren im Zoo Duisburg getan und viele Highlights laden zur Entdeckung ein. Wie im Dschungel fühlt man sich auf der Lemuren-Insel, eine außergewöhnliche Unterwasserwelt erwartet die Besucher im Rio Negro-Tropenhaus und Flachlandgorillas durchstreifen den Gorilla-Bush. Abseits von enger Käfighaltung präsentiert sich der Zoo Duisburg frei und modern.

Niedlicher Koala im Zoo Duisburg, Foto: Zoo Duisburg/Schroeder [ruhr-guide] Zu den Glanzlichtern im Zoo Duisburg zählen unter anderem die Lemuren-Insel, die Koalas als Highlight der Australien-Anlagen, das Delfinarium und die Giraffenwelt. Wirklich sehenswert ist auch das Rio Negro-Tropenhaus, denn hier werden Flora und Fauna des tropischen Regenwaldes präsentiert. Während die Besucher das Treiben unter der Oberfläche durch eine große Panoramasichtscheibe bestaunen können, hangeln sich über ihren Köpfen Goldgelbe Löwenäffchen und Sumpfspringaffen von Baum zu Baum, Faultiere tummeln sich im dichten Blattwerk der tropischen Vegetation und unterschiedlichste Vogelarten schweben durch die Lüfte. Außerdem dürfen Hundebesitzer donnerstags und freitags ihre Vierbeiner mit in den Zoo nehmen!

Zoo Duisburg: Das Zwergflusspferd-Jungtier wird erwachsen

Das Duisburger Zwergflusspferd-Jungtier entwickelt sich prächtig. Vor neun Monaten wurde Mudiwa am Kaiserberg geboren. „Ein Zwergflusspferd aufwachsen zu sehen ist immer etwas ganz Besonderes“, erzählt Alexander Nolte. Noch heute kann sich der Revierleiter gut an die erste Begegnung mit Mudiwa erinnern. „Als wir im November des vergangenen Jahres in den Stall gekommen sind, schaute sie uns mit großen Kulleraugen aus dem Strohbett heraus an“.

Aus dem damals nur rund sechs Kilogramm schweren Mini-Hippo ist mittlerweile ein stattliches Zwergflusspferd geworden – rund 70 kg wiegt sie derzeit. Zu ihren Tierpflegern hat Mudiwa ein vertrauensvolles Verhältnis. „Wenn wir am Morgen in den Stall kommen, dann begrüßt sie uns direkt. Besonders unsere Gummistiefel findet sie derzeit sehr interessant, die werden ausgiebig beschnuppert“, berichtet der Tierpfleger. Nach der Begrüßung geht es für Mudiwa und ihre Mutter Ayoka auf die Außenanlage. Der Weg vom Stall auf das Außenareal ist kurz – aber voller Abenteuer: „Mudiwa ist einfach an allem Interessiert und sehr neugierig. Sie bewundert jeden Stein und schaut sich auch im Stall beinahe täglich alles genau an“, erzählt Nolte. „Dabei ist sie schon sehr selbstständig und nicht immer an der Seite ihrer Mutter“. Hat sie sich einmal etwas in den Kopf gesetzt, setzt sie ihren Willen auch durch. Bei ihrem Weg vom Stall auf die Außenanlage schiebt das gutmütige Hippo ihre Pfleger manchmal sogar aus dem Weg. „Sie hat einfach einen Dickkopf – genau wie ihre Mutter“, lacht der Pfleger.

Die Sparkassen-Erlebniswelt im Zoo Duisburg

Streichelzoo war gestern! Die Sparkassen-Erlebniswelt im Zoo Duisburg Katta Lemur im Duisburger Zoo, Foto: Zoo Duisburg/Schroeder hat viel mehr zu bieten. Tiere von drei Kontinenten sind beispielsweise im Bauernhof und im afrikanischen Kral zu bestaunen und einige davon kann man sogar streicheln. Die Begegnung mit den Tieren soll im Vordergrund stehen und Eltern können sich auf der benachbarten Terrasse entspannen. Das Highlight der Anlage ist das „Entdeckerhaus“, denn hier finden heimische „Freunde“ wie zum Beispiel Mäuse und Schaben ihre Schlupfwinkel und die begehbare Vogelvoliere macht das „tierische“ Erlebnis komplett.

Die gesamte Unterwasserwelt

Im Sommer 2016 war es dann endlich soweit: Das älteste noch erhaltene Gebäude im Zoo Duisburg, das Haus der Tausend Fische, wurde nach 3 Jahren Umbau eröffnet. Themenbecken zeigen die verschiedenen Bereiche der Erde und dessen Unterwasserleben auf. Dort finden sich neben verschiedensten Fischen auch Anemonen, Seepferdchen, Seesterne und Spiegeleiquallen im Quallenkreisel. Zusätzlich zieht Oktopus Theo in der Mitte des Raumes alle Aufmerksamkeit auf sich. Energiesparende Technik, moderne LED-Beleuchtung und neue Sichtscheiben erfrischen das Haus der Tausend Fische in neuem Glanz. Am Ausgang erwartet Sie dann schon das nächste Highlight, denn dort befinden sich die Südamerikanischen Riesenotter.

Delfinarium vs. Auswilderung

Viele Besucher erfreuen sich an den Vorführungen im Delfinarium, wobei die Haltung von Delfinen in solchen Anlagen nicht nur Freunde findet, sondern vielfach auch sehr kritisch betrachtet wird. Allerdings sind die Argumente, die der Zoo Duisburg auf den Webseiten zum Delfinarium gegen eine Auswilderung vorbringt, auch eine Betrachtung wert, besonders vor dem Hintergrund der grandiosen "Free-Willy"-Pleite, also der misslungenen Auswilderung des Film-Orcas Keiko, der immer wieder die Nähe der Menschen suchte und auf Zufütterung bis zu seinem frühen Tod angewiesen war. Mal ganz abgesehen von den Millionen, die dieses Projekt verschlungen hat.

Ein Pinguinjungtier wird in der Rettungsstation von Sancoob, Südafrika, untersucht. Foto: Emma Strumpman

Fast wie im Dschungel

Sehr gelungen im Zoo Duisburg ist das große Außengelände für die Gorillas. Hier im Gorilla-Bush, der im Jahr 2002 eröffnet und 2015 neu gestaltet wurde, können die Besucher Flachlandgorillas in einer naturnah gestalteten Anlage beobachten. Sehenswert ist auch die Lemuren-Außenanlage. Hier leben die Kattas in einem für Besucher begehbaren Gehege, wo sie zwischen Außen- und Innenanlage wechseln können. Das ganze Gehege ist im Zoo Duisburg sehr schön gestaltet und ermöglicht es den Besuchern, den Tieren ganz nah zu kommen. Man fühlt sich hier beinah wie im wirklichen Dschungel! Auch das Elefantenhaus und das Außengelände sind wunderschön gestaltet und entsprechen modernsten Standards. Seit Anfang 2012 ist auch die Brillenbärenanlage umgebaut, vergrößert und verschönert worden.

In der Höhle des Tigers

Flüsse, Felsen, und dreimal so viel Platz. Anfang 2016 eröffnete der Duisburger Zoo das neue Tigergehege. Mit einer Fläche von 2200 qm ist das neue Zuhause der sibirischen Tiger den ursprünglichen Lebensräumen detailgetreu nachempfunden. Die gerechte Haltung und Zucht der bedrohten Tierart ist so in sicheren Händen. Da das Gehege in kleinere Bereiche unterteilt werden kann, könnte auch möglicher Nachwuchs sicher aufgezogen werden. Aber auch für die Besucher des Zoos bietet das Gehege ein atemberaubendes Erlebnis. Durch die vielen Einsichtmöglichkeiten und Ebenen können Besucher den Großkatzen ganz nah kommen und diese in natürlicher Umgebung beobachten.

Tigeranlage im Duisburger Zoo, Foto: Zoo Duisburg/Schroeder

Modernisierung und Spaßfaktor

Der Zoo Duisburg wandelt sich also vom betagten Rentner – er ist immerhin schon 87 Jahre alt – zum jugendlichen Leichtfuß mit modernen Gehegen und möglichst artgerechter Tierhaltung. Selbstverständlich darf man hierbei natürlich nicht die Kosten vergessen, auch dauert der Umbau eines Zoos nun mal seine Zeit. Ebenso präsentiert sich die bekannte Zoobrücke über der Autobahn als natürliche und grüne Oase, die den Zoo in zwei Bereiche teilt. Für Kinder findet sich am Nordende des Zoos ein großer Spielplatz und am Eingang können Bollerwagen geliehen werden.

Damit der Besucher unterwegs bei Kräften bleibt, finden sich im Zoo verteilt mehrere Kioske, an denen die Besucher Snacks, Eis und Getränke erwerben können. Wen der große Hunger plagt, kann es sich in der Afrika Lodge, der Hauptgastronomie des Zoos gemütlich machen. Parkplätze stehen ausreichend zur Verfügung, allerdings ist ein kleiner Fußweg zum Eingang unvermeidlich.

Bewegte Geschichte

Gegründet wurde der Zoo Duisburg schon vor etwa 87 Jahren. Am 12. Mai 1934 öffnete er seine Pforten als Duisburg-Hamborner Tierpark am Kaiserberg. Nachdem der Zoo kriegsbedingt im Jahr 1939 geschlossen und im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt wurde, kamen im Jahr 1946 die ersten Leihtiere aus München nach Duisburg und der Zoo wurde wiedereröffnet. Heute verfügt der Zoo Duisburg über eine reichhaltige Artenvielfalt: Rund 9000 Tiere haben hier eine Heimat gefunden.

Beutelteufel, Foto: Zoo Duisburg/Schroeder

Den Tieren ganz nah

Neben den täglichen kommentierten Fütterungen, Tierpflegergesprächen oder öffentlichen Trainings, hält der Zoo Duisburg ein breit gefächertes Erlebnisangebot für seine Besucher bereit. Bei den individuellen Zooführungen beispielsweise, können die Teilnehmer unter fachlicher Begleitung mehr über die einzelnen Zoobewohner erfahren und haben die Chance, ihre ganz speziellen Fragen loszuwerden. Auch die Nachtsafari, die an besonderen Terminen auch für Familien mit Kindern angeboten wird, lohnt sich, denn dort können die Besucher auf einem individuellen Abendspaziergang allerhand Lehrreiches und Lustiges über den Zooalltag aus erster Hand erfahren. Auf der Führung „Erwachen der Zootiere“ erhalten die Besucher sowohl interessante Informationen über den morgendlichen Ablauf als Tierpfleger, als auch über die Schlafgewohnheiten der verschiedenen Tiere. Wer diese Tiere einmal näher kennen lernen möchte, kann auch Tierpfleger für einen halben Tag werden und sich um die Versorgung und Pflege der Zoobewohner kümmern. Zusätzlich können im Zoo unvergessliche Jungesellen- und Jungesellinnenabschiede gefeiert werden. Selbstverständlich bietet der Duisburger Zoo auch ein buntes Programm für Kinder. Dazu zählen unter anderem Erlebnisführungen sowie Erlebnisabende für Geburtstagskinder, ein Besuch in der Zooschule und tolle Ferienangebote. Spannend sind auch die Möglichkeiten für Senioren oder Menschen mit besonderen körperlichen Ansprüchen, denn es werden Zooführungen für Senioren, Demenzerkrankte oder Sehbeeinträchtigte angeboten.

Neues Ameisen-Quartier im Zoo Duisburg

Im Zoo Duisburg ist mit Unterstützung der Wohnungsbaugesellschaft GEBAG das neue Ameisen-Quartier fertiggestellt worden. Mit dem Quartier ist ein neues Heim für mehrere Tausend Blattschneiderameisen entstanden. Es steht in der Tropenhalle Rio Negro und bietet Ihnen die Möglichkeit, die kleinen Krabbler zu beobachten. Zwei Etagen werden von einem über 20 Meter langen Rohrsystem durchzogen, das nicht nur die Futterstationen verbindet, sondern auch einen Einblick in die fleißige Arbeit der Ameisen ermöglicht. In der unteren Etage liegt ein Pilzgarten, den sie verwenden, um sich selbst zu verpflegen. Sie werkeln Tag und Nacht an den Blättern, um sich um den Pilzgarten zu kümmern. Die kleinsten Bewohner des Zoos haben einen schicken, neuen Lebensraum bekommen.

Die Karibische Insellandschaft ist eröffnet

Mit der neuen Leguaninsel im Stil einer Karibischen Insellandschaft hat der Zoo Duisburg ein echtes Highlight dazugewonnen. Die rund 120 Quadratmeter große überdachte Halle verwandelt die ehemalige „Kleine Tropenhalle“ hinter dem Aquarium des Zoos nach zwei Jahre langer Umbauarbeit in ein neues Zuhause für einen Wirtelschwanzleguan, Kuba-Baumratten, eine Socorro-Taube, Grahami-Anolis, Kuba-Schlankboas und kubanische Blattschrecken. Mit dem weißen karibischen Sandstrand, den Palmen, den Felsen und der kunstvollen Landschaftsmalerei passt sich das neu gestaltete Areal perfekt an die Tiere karibischer Herkunft an. „Mit dem Bau der Leguaninsel haben wir ein Stück Karibik in unseren Zoo geholt und schaffen Einblicke in eine ferne sowie faszinierende Tierwelt“, erzählt die Zoodirektorin Astrid Stewin. Zu den Bewohnern des neuen Areals zählen unter anderem der 1,5 Meter lange Wirtelschwanzleguan Ivan, der sein Zuhause im karibischen Sandstrand gefunden hat, die Kubanischen Baumratten, deren Bereich den Trockenwäldern Kubas nachempfunden ist, die Socorro-Taube, die sich über dem Sandstrand und dem Trockenwald aufhält und der Vielfarbentodi, ein seltener, ausschließlich auf Kuba vorkommender Vogel. Die Leguaninsel mit Höhle, tiefem Sand und Wärmelampen soll den Reptilien nicht nur einen Platz zum Leben, sondern auch zum Vermehren geben. Daher zieht zukünftig ein Artgenosse von Ivan in das neu gestaltete Areal, denn zwei sich gegenseitig imponierende Männchen sorgen für die richtige Paarungsstimmung. Bei den Nagetieren hat es mit dem Nachwuchs schon geklappt, denn erst vor kurzer Zeit sind dort zwei muntere Jungtiere zur Welt gekommen.

Leguaninsel, Foto: Zoo Duisburg / J. Tegge Tipp: Nicht weit entfernt finden Sie den Duisburger Innenhafen, den Landschaftspark Duisburg Nord oder den Gasometer Oberhausen.

Zoo Duisburg

Mülheimer Strasse 273
47058 Duisburg

Tel: 0203 / 604-44250

Kassenöffnungszeiten
Sommer (März – Oktober): 9.00 - 17.30 Uhr
Winter (November – Februar): 9.00 - 15.30 Uhr
(der Zoo kann nach Kassenschluss durch die Drehkreuze verlassen werden)

Öffnungszeiten
ganzjährig ab 9.00 Uhr geöffnet
im Sommer bis 19.00 Uhr
im Winter bis 16.30 Uhr

Eintrittspreise
Einzeltickets:
Erwachsene ab 18 Jahren: 17,50 Euro
Kinder 3-17 Jahre: 10,00 Euro
ermäßigte Erwachsene: 15,50 Euro
ermäßigte Kinder: 9,00 Euro
Hunde (nur donnerstags und freitags): 5,00 Euro

Familientickets:
Familien (2 Erwachsene und 1 Kind): 43,00 Euro
zusätzliches Kind (max. 2): 9,00 Euro

Feierabendtickets:
Erwachsene: 8,50 Euro
Kinder: 5,00 Euro
(gültig 1 Std. vor Kassenschluss, montags-freitags)

Weitere Preise und Infos unter www.zoo-duisburg.de.

(Stand: September 2021, Angaben ohne Gewähr)


Fotos: 1,2,4,5 Zoo Duisburg/ Schroeder, 3 Emma Strumpman, 6 Zoo Duisburg / J. Tegge