Gethmannscher Garten in Hattingen

Der Gethmannsche Garten ist ein erholsamer Ort mit mehreren schönen Aussichtsplattformen, die einen sehr guten Blick über das Ruhrtal ermöglichen. Er beeindruckt nicht nur mit vielen historischen Elementen, sondern ist auch der ideale Ort für einen gemütlichen Spaziergang. Die Umgestaltung des Gethmannschen Gartens ist in vollem Gange.


Archiv: 05.01.2021 [ruhr-guide] Der denkmalgeschützte Park befindet sich seit Beginn des 19. Jahrhunderts in Blankenstein bei Hattingen. Der Kommerzienrat Carl Friedrich Gethmann legte ihn im Jahr 1808 auf einer unbenutzten Fläche an. Zu diesem Zeitpunkt gab es kaum Gärten, die jeder besuchen durfte. Der Gethmannsche Garten zählt zu den ersten Gärten in Deutschland, in denen schon damals jeder Besucher willkommen war. Im Jahr 2008 wurde der Park aufgrund seiner historischen Bestandteile unter Denkmalschutz gesetzt. Er wurde einst so angelegt, wie es zu der damaligen Zeit üblich war. Das Gelände des Gethmannschen Gartens wurde modelliert und abgestuft. Die Elemente, die den Park ausmachen, bestehen bereits seit dem Jahr 1830. Dazu zählen die beiden Aussichtspunkte Friedrichsberg und Wilhelmshöhe.

Erholung im 19. Jahrhundert

Der historische Park, der auf einer waldreichen Hügelkuppel liegt, wurde über einen langen Zeitraum hinweg nur wenig gepflegt. Aus diesem Grund konnte man das Ruhrtal von einigen der Aussichtsplattformen aus kaum sehen. Eine davon ist der Friedrichsberg, den Sie entweder über eine alte Bogenbrücke oder über den Schneckengang erreichen. Der Schneckengang führt, wie der Name schon sagt, schneckenförmig um den Hügel herum. Die hohe Aussichtsterrasse Belvédère bietet im Gegensatz zu den anderen Aussichtspunkten einen sehr gute Fernblick über das Ruhrtal. Das Belvédère ist damals wie heute noch das Highlight des Gethmannschen Gartens. Von dort aus kann man im Osten bis zum Kemnader See schauen und im Norden hat man einen guten Blick auf den Ortsteil Stiepel von Bochum. Die Aussichtskanzel, die am Ruhrhang liegt, ist heute noch fast genauso erhalten, wie sie ursprünglich war. Auch ein beeindruckendes Kunstwerk gibt es im Gethmannschen Garten zu sehen. Dort befindet sich seit 2007 die Skulptur „WOZ“ – „Wagen aus Granit“. Der Steinkoloss wiegt ganze 15 Tonnen und ist ein Geschenk des polnischen Bildhauers Zbigniew Fraczkiewicz, der auch die Eisenmänner an der Stadtmauer entworfen hat. Nicht nur Kunstliebhaber, sondern auch Botaniker kommen im Gethmannschen Garten auf ihre Kosten, denn dort gibt es viele alte Baumbestände zu entdecken. Der Park eignet sich auch gut dazu, bei einem entspannten Spaziergang die Natur zu genießen. Im Winter kann man die Abhänge des Parks gut zum Rodeln nutzen.

Die Umgestaltung

Im Gethmannschen Garten in Hattingen-Blankenstein tut sich was. Der Park wird hinsichtlich der zentralen Ziele des Natur- und Denkmalschutzes umgestaltet. Die historischen Besonderheiten des Parks sollen wieder hervorgehoben werden. Ebenfalls findet die Umgestaltung in Hinblick auf die Internationale Gartenausstellung 2027 statt. Rund 450.000 Euro aus den Mitteln des Landes der Europäischen Union für Naturschutz wurden für die Umgestaltung der Anlage zur Verfügung gestellt. Zu Beginn wird die denkmalgeschützte Parkanlage gründliche durchforstet und die historischen Elemente, wie zum Beispiel die Aussichtsplattformen, werden gesichert. An den Aussichtspunkten Wilhelmshöhe und Friedrichsberg finden weitere Arbeiten statt. An Wilhelmshöhe werden beispielsweise die Trockenmauerstrukturen ausgebessert. Aus dem asphaltierten Weg am Osteingang entsteht eine versickerungsfähige Fläche. Auch in der Vegetation des Parks verändert sich einiges. Eine neue blühende Wiese wird angelegt und die alten Obstsorten Apfel, Birne, Zwetschge und Kirsche werden gesetzt. Zudem werden auch alte Rhododendren-Sorten gepflanzt, damit die Rhododendronlauben wieder zum Vorschein kommen. Die Arbeiten in der Landschaftspflege im Gethmannschen Garten haben bereits begonnen.

Gethmannscher Garten

Zu den Sieben Hämmern 10
45527 Hattingen

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