Die Bruchhauser Steine sind ein natürliches Spektakel. Foto: Larissa Schulz

Die Bruchhauser Steine

Seit 390 Millionen Jahren existieren die vier Steinriesen der Bruchhauser Steine im nahen Sauerland. Bis zum frühen Mittelalter nutzten unsere Vorfahren die Bruchhauser Steine strategisch und kulturhistorisch, heute sind sie ein beliebtes Ausflugsziel. Sie schützen bedrohte Pflanzen- und Tierarten und bieten dem Menschen ein unglaubliches Naturspektakel. Die vier Felsköpfe zeigen das beeindruckendste Bergpanorama im gesamten Sauerland!

Die Bruchhauser Steine sind ein natürliches Spektakel. Foto: Larissa Schulz
Nationales Geotop und ein Naturspektakel: Das sind die Bruchhauser Steine. Foto: Larissa Schulz

[ruhr-guide] In Olsberg-Bruchhausen, auf dem 727 Meter hohen Istenberg, liegen die vier riesigen Gebilde – Ravenstein, Bornstein, Goldstein und Feldstein. Zusammen bilden sie die Bruchhauser Steine. Entstanden ist das Felsen-Viereck aufgrund vulkanischer Aktivität in der Vorzeit des Sauerlandes. Das Vulkangestein des Quarzkeratophyr wurde durch enormen seitlichen Druck emporgehoben und aufgerichtet.

Jeder der Felsköpfe hat einen Namen und eigene Besonderheiten. Der Feldstein kann bis zum Gipfel betreten werden, denn die natürlichen Felsstufen mit Geländer ebnen dabei den Aufstieg. Er ist mit 45 Metern der Kleinste der Bruchhauser Steine, liegt jedoch am Höchsten, sodass er eine beeindruckende Sicht über das Sauerland bietet. Der Bornstein ist der höchste der Formationen mit 92 Metern. Auf seinem Gipfel soll es einst eine Quelle gegeben haben, weshalb er auch diesen Namen bekommen hat. An der steilen Nordwand haben die aussterbenden Wanderfalken einen Rückzugsort. Das Gestein des dritten Felsen enthält einen goldenen Schimmer und wurde deshalb Goldstein genannt. Der Name des westlich gelegenen Ravensteins kommt vermutlich vom Rabenstein, dem Stein der Rabenvögel.

Flora und Fauna der Bruchhauser Steine

Die Bruchhauser Steine sind nicht nur eindrucksvolle Monumente, sondern auch ein Ort für die Vielfalt der Natur. Seltene Pflanzen und Tiere finden in den hoch gelegenen Felsen einen Ort an dem sie überleben können. So gedeihen hier Eiszeitrelikte, die normalerweise nur in den Alpen oder der Arktis zu finden sind. Dazu gehört unter anderem die weißblühende Alpen-Gänsekresse. Seltene Moose und Flechten gehören ebenfalls dazu, so ist die Felsformation der einzige Standort für das Douinis Moos in ganz Westdeutschland. Neben der Fauna erfreut sich auch die Tierwelt an diesem besonderen Ort. Wanderfalken und Uhus haben auf den Gesteinen Nester errichtet. Die Wanderfalken sind vom Aussterben bedroht, zuletzt stieg ihre Population jedoch wieder. Im Jahr 2006 wurden die Bruchhauser Steine zum Nationalem Geotop berufen.

Quarz, Klopfstein, Beile und Steinplatte lassen ein eisenzeitliches Ritual auf dem Feldstein rekonstruieren.
Foto: LWL-Archäologie für Westfalen/T. Poggel
Quarz, Klopfstein, Beile und Steinplatte lassen ein eisenzeitliches Ritual auf dem Feldstein rekonstruieren.
Foto: LWL-Archäologie für Westfalen/T. Poggel

Archäologische Ausgrabungen

Auf dem Istenberg weisen Funde darauf hin, dass etwa im 6. Jahrhundert vor Christus Mauern zwischen den vier großen Felsen gestanden haben. Diese Wallburg ist damit eine der ältesten Befestigungsanlagen im Sauerland. Dabei waren Teile der Mauer zyklopisch gebaut, das heißt ein Gebilde aus sehr großen, unregelmäßigen Steinen, die sorgfältig auf einander gestapelt wurden, und andere Teile wiederum als Trockenmauern, also eine Aufschüttung von Bruch- bzw. Natursteinen, die ohne Mörtel gebaut wurden.

Es wird vermutet, dass die Anlage nicht zur Verteidigung genutzt wurde, sondern eine kulturelle und rituelle Stätte war. Auf jeden Fall geschützt durch die Mauer war aber der nahe Kupfer- und Eisenbestand und Abbau. Im frühen Mittelalter wurde die Anlage dann wieder genutzt und auch ausgebaut.

Nachdem 2013 ein Armring-Fragment und eine absichtlich beschädigte Lanzenspitze, die während der Eisenzeit vor Ort platziert worden war, gefunden wurde, haben Ausgrabungen im Jahr 2025 zu neuen Erkenntnissen geführt. Gefunden wurden zwei eisenzeitliche Tüllenbeile, die eine Grube von damals abgebautem Quarz bedeckten. Der Quarz wurde entfernt, vor Ort zerkleinert und anschließend das Loch im Berg — die „Wunde“ — wieder geschlossen. Dies weißt auf eine rituelle Nutzung der Bruchhauser Steine hin.

Drachen- und Gleitschirmflug

Ein anderer Blick auf die Bruchhauser Steine wird durch den Istenberg gewährt. Dieser bietet allen Hobbypiloten die Möglichkeit, mit dem Drachen oder dem Gleitschirm über den Ort zu fliegen. Die SauerlandAIR-Gruppe die das Gelände verwalten, hat Flugschulen für Neueinsteiger und Tandems für Menschen die nur mitfliegen möchten, im Angebot. Ein abenteuerlicher Flug an den Bruchhauser Steinen vorbei erwartet jeden Gast! Weitere Informationen dazu gibt es hier.

Die Bruchhauser Steine sind ein beliebtes Ausflugsziel bei Familien und vor allem für Kinder hochspannend. Noch heute lassen sich die Wälle der vorzeitlichen Wallburg erkennen, die einst die vier Felsen miteinander zu einer Fluchtburg verband. Unterhalb der Bruchhauser Steine führt der Rothaarsteig entlang. Am Infocenter der Steine beginnt die zweite Etappe des Wanderweges, welcher 25,7 km lang ist und nach Winterberg führt. Die vier Felsgiganten begrüßen die Wanderer schon von Weitem! Also, nichts wie die Familie eingepackt und auf ins nahe Sauerland!


Bruchhauser Steine

59939 Olsberg-Bruchhausen
02962-97670

Öffnungszeiten:
Hauptsaison (März bis Oktober): Täglich 10-18 Uhr
Nebensaison (November bis März): samstags und sonntags 10-15 Uhr
Weihnachtsferien (Dezember): täglich 10-15 Uhr

Eintrittspreise:
Erwachsene: 6,50 €
Kinder: 3,5 0€

Parken:
Infocenter (Parken): 3,50 €
Panorama-Platz (Auffahrt + Parken): 5 €

(Stand: März 2026, Angaben ohne Gewähr)

 

Foto 1: Larissa Schulz
Foto 2: LWL-Archäologie für Westfalen/T. Poggel

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