Mondpalast von Wanne-Eickel

Der Mondpalast ist nicht nur der frei nach dem "Mond von Wanne-Eickel" umgetaufte Wanne-Eickeler Saalbau, sondern ein Komödientheater der Extraklasse. Hier werden seit über einem Dutzend Jahren praller Ruhrgebietshumor und Ruhrgebietsromantik vom Feinsten geboten. Immer wieder kommen neue Programme hinzu, die die Lachmuskeln der begeisterten Besucher und Zuschauer trainieren. 2019 feiert der Mondpalast bereits zum fünfzehnten Mal Jubiläum.

Party auf der Bühne - Foto: Günter Scholten [ruhr-guide] Der Mondpalast von Wanne-Eickel ist eine Erfolgsgeschichte sondergleichen: Im ersten Jahr hat das Komödientheater mehr als 40.000 Besucher nach Wanne-Eickel gelockt. Der Mondpalast von Wanne-Eickel? Watt is dat denn? - fragten sich noch viele Menschen, als im Januar 2004 der "Mondpalast von Wanne-Eickel" seine Premiere feierte. Eigentlich ist der "Mondpalast von Wanne-Eickel" nichts weiter als der lautmalerische neue Name des alten Wanne-Eickeler Saalbaus. Woher der Mond hier im Namen kommt, sollte klar sein: das Lied "Der Mond von Wanne-Eickel" von Friedel Hensch & die Cyprys aus den 60ern hatte es damals sogar bis in die deutsche Hitparade geschafft und eben jenen Mond über die Stadtgrenzen hinaus bekannt gemacht

Ein echtes Volkstheater im Ruhrgebiet

Der Mondpalast wurde von Christian Stratmann – dem Bruder von "Dr. Ludger Stratmann" – eröffnet. Zuvor hat Christian Stratmann schon so einiges erlebt, von der Gründung des Europahauses in Essen mit seinem Bruder, bis hin zum Lehrauftrag für Kulturmanagement an der Fachhochschule Gelsenkirchen. Der Theaterunternehmer hoffte damals, dem Ruhrgebiet eine feste Bühne zu geben, die es bisher nicht hatte: "Mit dem Mondpalast von Wanne-Eickel möchte ich diese Lücke schließen und das erste echte Volkstheater im Ruhrgebiet etablieren. Ein Komödientheater soll es sein, das in liebevoller Form die Reviermentalität widerspiegelt." Mit dieser Selbstdarstellung löste der Theatermacher allerdings einigen Wirbel bei den schon seit Jahren im Ruhrgebiet ansässigen Komödientheater aus, was auch in der lokalen Presse kontrovers diskutiert wurde. Heute kann man allerdings gratulieren: Stratmann und sein Ensemble haben es eindeutig geschafft!

Christian Stratmann am Tisch - Foto: Christoph Fein

Erfolgreiche Produktionen des Mondpalastes

Anfang 2004 wurde die erste Produktion „Ronaldo & Julia“ auf die Bühne gebracht, ein Stück, das auch nach mehr als einem Jahrzehnt noch gut besucht wird. Im Herbst des selben Jahres feierte das Ensemble des "Mondpalast von Wanne-Eickel" die umjubelte Premiere von "Die Senior-Ritas". Im Mittelpunkt des Stückes steht ein Schiff im Wanner Hafen: die Rita. Ansonsten mit auf der Bühne: zwei ältere Damen, vier nicht mehr ganz taufrische Herren, ein Sohn, eine garstige Schwiegertochter, ein Nachtwächter und ein Zivi. Als das Schiff verkauft und Mia Liebchen ins Haus Abendfrieden abgeschoben werden soll, gibt Freundin Hannelore kurzerhand eine Kontaktanzeige auf, die sechs rüstigen Senioren gründen eine Senioren-WG und feiern den Summer of Love.

Bei der Aufführung von „Herr Pastor und Frau Teufel“ oder „Der Mann, der aus dem Beichtstuhl fiel“ wird sogar eine vermeintlich traurige Festivität wie eine Beerdigung noch humorvoll inszeniert. Denn hier spielen sich nicht nur innerhalb der Familie des Verstorbenen komische Dinge ab, auch hinter den Kulissen des Pfarrhauses gibt es einige seltsame Vorgänge zu bestaunen. Erfrischend humorvoll kommt auch die Neuinterpretation „Der zerdepperte Pott“ daher, welcher frei nach der Vorlage von Heinrich von Kleists „Der zerbrochene Krug“ erzählt wird. Im Vereinsheim des 1. FC Hinter Marl geht es turbulent zu. Die Tochter des verstorbenen Mannschaftskollegen wird auf miese Art und Weise angebaggert, der heilige „Pott“, der Vereinspokal geht zu Bruch, die Vereinskasse wird geplündert ... Dieses Stück glänzt mit seinem Ruhrpott-Charme auf ganz neue und einzigartige Weise. Die fast glorreichen Sieben, Foto: Bettina Engel-Albustin

Stimmungsvoller (Jahresaus-)Klang

Bis mindestens Mitte Oktober können Sie „Die (fast) glorreichen Sieben“ bei der Klärung ihrer musikalischen Kooperationsschwierigkeiten zur Jubiläumsfeier im schönen Gelsentrop-Wattenhausen verfolgen.

Gegen Jahresende steht der Klassiker „Dinner for One“ in so manchem Fernseh- und Familienprogramm. Der Mondpalast führt dazu seine ganz eigene Ruhrgebiets-Version auf. Das „Ruhrgebietsoriginal“ zeigt mit viel regionalem Charme, wie Omma Soffie in der Zechensiedlung ihren 90. Geburtstag feiert. Butler James alias „Jaköbchen“ ist selbstverständlich auch mit von der Partie und serviert der Ruhrpott-Rentnerin ihr Essen auf Rädern. Das Stück bringt die Zuschauer seit 2005 passend zum Jahreswechsel in freudige Stimmung, wobei die Rahmenhandlung unangetastet bleibt die Story wurde jedoch mit jeder Menge Humor verfeinert.

Mondpalast von Wanne-Eickel

Wilhelmstraße 26
44649 Herne
Tel: 02325 – 588 999
Fax: 02325 – 65 08 200

Weitere Informationen unter: www.mondpalast.com

(Stand Juli 2019, alle Angaben ohne Gewehr)

Anfahrt:
PKW: A 40: Abfahrt Bochum-Hamme, Richtung Herne-Eickel. Nach 800 m am Einkaufszentrum Hannibal links, dann 4,8 km geradeaus bzw. auf der Hauptstraße bleiben. Nach der Star-Tankstelle auf der linken Seite die nächste Ampel rechts in die Wilhelmstraße.

A 42: Abfahrt Herne-Wanne, Richtung Herne-Wanne. Nach 900 m links in die Wilhelmstraße.

A 2: Abfahrt Herten, Richtung Herne-Wanne. Nach 500 m rechts, Richtung Herne-Wanne. Nach 4,8 km links in die Wilhelmstraße.

ÖPNV: Von "Wanne-Eickel Hbf" die Linien NE 7 Nachtexpress, SB 27 Schnellbus, 328, 384 oder 397, drei Stationen bis zur Haltestelle "Saalbau", Linie 218 bis Haltestelle "Stöckstraße".

(pk)

Fotos: Günter Scholten, Christoph Fein, Bettina Engel-Albustin

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