Schauspielhaus Bochum

Das Schauspielhaus Bochum gehört zu den Top-Bühnen NRWs und nach dem erfolgreichen ersten Jahr des Intendanten Johan Simons geht es nun in die zweite Runde - die Saison 2019/2020. Neben vielen neuen Stücken, gibt es in dieser Spielzeit zahlreiche Uraufführungen und ein paar Specials. Zudem wird es in der neuen Spielzeit ein Wiedersehen mit bereits bekannten Stücken geben.

Bochum Schauspielhaus, Foto: Joseph Kadow [ruhr-guide] Das Bochumer Schauspielhaus ist eines der bedeutendsten und schillerndsten Theater der gesamten Bundesrepublik. 1915 gegründet durchlebte es zwei Weltkriege, veränderte mehrmals sein Gesicht und gab zahlreichen Künstlern eine Bühne und damit ein Sprungbrett zum Erfolg. Das imposante Gebäude an der Königsallee umfasst die große Theaterbühne, die Kammerspiele, das neue Medienkunstzentrum im Untergeschoss des Gebäudes und die Gastronomie „Tanas“. Der Spiel- und Produktionsort „Zeche 1“ ist ab letzter Saison ebenfalls wieder eine reguläre Spielstätte.

Ein Neuanfang

„Aufbruch und neue Vielfalt“ hieß Motto des Bochumer Schauspielhauses. Der neue Intendant Johan Simons startete mit umfangreichen Veränderungen und Erneuerungen in die Spielzeit 2018/2019. Neben der Sanierung des Gebäudes haben sich vor allem die Inszenierungen und das Ensemble des Theaters verändert. Nicht nur Theateraufführungen, sondern auch Tanz, Performance, Konzerte, Bildende Kunst und neue Diskursformate sind fortan am Schauspielhaus in Bochum zu sehen. Mit der neuen programmlichen Vielfalt möchte Johan Simons auf die kulturelle Vielfalt unserer heutigen Gesellschaft aufmerksam machen: „Mittlerweile zerbricht die Idee von Einheit. Neues Bühnenprogramm, Foto: Martin Steffen Wir lassen das Einheitliche hinter uns. Jetzt kann es um die Vielheit gehen. Die Vielheit kann ein Reichtum sein.“ Moderne Theaterformen, kombiniert mit aktuellen Themen und politischen Fragen sowie ein neues, bunt gemischtes Ensemble unterstützten den neuen Anspruch des Intendanten. Kulturelle Einflüsse aus Deutschland, den Niederlanden, Belgien, China, der Türkei, Estland, Surinam, der Krim, der Schweiz, Marokko und Kenia sorgten dafür, dass die Theaterbühne im Schauspielhaus in Bochum zu einem Begegnungsort verschiedener Kulturen wurde. Mit 23 Premieren, davon 10 Uraufführungen und zwei Deutschland-Premieren, erwartete das Publikum jede Menge Neues auf der Theaterbühne des Schauspielhauses.

Neue Spielorte

Wegen des regen Betriebs seit der Intendanz von Hans Schalla von 1949 bis 1972 wurde das Schauspielhaus im Jahr 1966 durch die Kammerspiele erweitert. Mit dieser Expansion war es dem Schauspielhaus von nun an möglich, ein vielfältigeres Programm anzubieten. Auch während der Intendanz von Johan Simons sind die Kammerspiele, neben der großen Theaterbühne, wieder Schauplatz zahlreicher Inszenierungen geworden. Allerdings erhielten die Kammerspiele ein verändertes Profil. Zu Beginn der Saison 2018/2019 bekam das Schauspielhaus Bochum außerdem ein neues Medienkunstzentrum. Der ovale Raum im Keller des Gebäudes, ehemals bekannt unter dem Namen „Theater unter Tage“ oder „Theater Unten“, wurde zu einem Ausstellungsort für international renommierte Künstler und Künstlerinnen. Film- und Videokunst, Performance, Digital Art sowie Raum- und Licht-Installationen sind im „Oval Office“ zu sehen. Im Rahmen der umfassenden Veränderungen kehrte auch die berühmte „Zeche 1“ zurück. Das ehemalige Tanztheater von Reinhild Hoffmann wurde ab der letzten Saison erneut zu einem ganzjährigen Produktions- und Spielort des Bochumer Schauspielhauses. Eröffnet wurde sie am 2. November 2018 mit der Uraufführung „White People‘s Problems/The Evil Dead“ des belgischen Regisseurs und Schauspielers Benny Claessens. Die Bühne des Schauspielhauses erweiterte sich in der Spielzeit 2018/2019 auch auf den Bochumer Stadtraum. „Lehrer*innen (AT)“, ein Stück von Björn Bicker, wurde an verschiedenen Orten des gesellschaftlichen Zusammenlebens gezeigt. Vom Rathaus über das Gericht bis zur Turnhalle boten verschiedene Orte eine Bühne für die Inszenierung von Malte Jelden. Und auch innerhalb des Theaters gab es neue Orte zu entdecken. Die Aufführung des US-Choreograf Trajal Harrell feierte am 6. April 2019 in dem markanten Foyer des Schauspielhauses seine Premiere.

PK Bochum, Foto: Daniel Sadrowski

Programm 2019/2020

In der nun schon zweiten Spielzeit des Intendanten Johan Simons wird der Fokus auf das Entdecken beziehungsweise die Entdeckungsreise gelegt. Die eigene Neugier soll wieder entdeckt werden, um das „Neue“ erkunden zu wollen. Unter diesem Leitsatz wurde für die Spielzeit 2019/2020 das Programm zusammengestellt. Es erwartet das Publikum des Bochumer Schauspielhauses zahlreiche internationale Koproduktionen. Nach den Sommerferien feiert das Schauspielhaus am 22. September mit einem großen Theaterfest den Spielzeitauftakt. Lesungen, Musik, Theater und „Johans Happy Hour“ mit Karin Henkel sind von 11 bis 19 Uhr zu erwarten und dabei ist der Eintritt frei. Die Spielzeit 2019/2020 startet am 3. Oktober 2019 mit „Geschichten aus dem Wiener Wald“ von Ödön von Horváth statt des Stücks „Quai West“, es bleibt jedoch dabei, dass Karin Henkel das Stück inszeniert und dies die Rückkehr für sie als Regisseurin bedeutet. Das Duo Grandbrothers eröffnet am 4. Oktober das Konzertprogramm im Schauspielhaus und anlässlich des gemeinsamen 100. Geburtstages von Schauspielhaus Bochum und Bochumer Symphoniker wird ab dem 10. Oktober im Anneliese Brost Musikforum Ruhr die erste große Koproduktion der beiden Häuser gezeigt: Ein Fest für Mackie. Wie letztes Jahr findet dann auch noch die „Routinelle“ statt und zwar am 12. Oktober, eine Nacht voller elektronischer Pop-Musik erwartet dort die Besucher. Die Veranstaltung wird ein weiteres Mal unterstützt durch die Brost-Stiftung, damit das Parkett des Schauspielhauses dann für eine Nacht zum Dancefloor werden kann. Leonce und Lena, Foto: Jörg Brüggemann / Ostkreuz Zum neuen Programm gehören unter anderem „Woyzeck“, in dem Johan Simons Regie führte. „Woyzeck“ feiert seine Deutschland-Premiere im Frühjahr 2020 in Koproduktion mit dem Burgtheater Wien. Aber auch ein weiteres Werk von Johan Simons ist im Programm -„Iwanow“,welches sich mit der russischen Literatur von Anton Tschechow befasst. Mit „Antibodies/Antikörper – Ein performativer Liederzyklus zur Feier des alternden Körpers“ gehen wir auf die Suche nach dem „neuen Körper“ und verabschieden uns von dem Körper, wie wir ihn kannten. Bei diesem Ensemble steht die kanadische Pop-Ikone und Performance-Künstlerin „Peaches“ im Zentrum und wird dabei von Schauspielerinnen des Schauspielhaus Bochum sowie Suzan Boogaerdt und Bianca van der Schoot tatkräftig unterstützt. Außerdem wird es ein Wiedersehen geben mit den ausgezeichneten Inszenierungen Hamlet, Iphigenie, Die Jüdin von Toledo, Judas, Leonce und Lena, Don’t Worry Be Yoncé, Gift. Eine Ehegeschichte, Plattform/Unterwerfung, 2069 – Das Ende der Anderen und O, Augenblick.

Schauspielhaus Bochum

Königsallee 15
44789 Bochum

Programm 2019/2020

Theaterfest

22. September 2019

Geschichten aus dem Wiener Wald

Premiere: 3. Oktober 2019

Dying Together

Premiere: 4. Oktober 2019

Ein Fest für Mackie – Kneipen-Kantate für Bettler, Bergleute und Betrunkene

Premiere: 10. Oktober 2019

Die Hydra

Premiere: 11. Oktober 2019

Ritournelle

12. Oktober 2019

Die unglaubliche Geschichte vom kleinen Roboterjungen

Premiere: 16. November 2019

Antibodies/Antikörper – Ein performativer Liederzyklus zur Feier des alternden Körpers

Premiere: 21. November 2019

After Work – Ein Requiem für den arbeitenden Menschen

Premiere: 24. November 2019

XX

Premiere: 17. Januar 2020

Iwanow

Premiere: 18. Januar 2020

Fräulein Julie

Premiere: 14. Februar 2020

Samstag, Sonntag, Montag – Dinner mit Theater in der Zeche

Premiere: 15. Februar 2020

Folkwang in der Zeche

Premiere: März 2020

Eine neue Inszenierung von Herbert Fritsch

Premiere: März 2020

Woyzeck

Deutschland-Premiere: Frühjahr 2020

Miranda Julys – Der erste fiese Typ

Bochum-Premiere: Frühjahr 2020

Der unsichtbare Mann

Premiere: 4. April 2020

König Lear

Premiere: 25. April 2020

Der Streik

Deutschland-Premiere: Mai 2020

Requiem

Premiere: 12. Juni 2020

Das Narrenschiff

Deutschland-Premiere: Juni 2020

In der Stadt - 3 Theaterprojekte an unterschiedlichen Orten in Bochum

Premiere: 2019/2020

Schwester von

Premiere: 2019/2020

Meine Heimat ist ein düsteres, wolkenverhangenes Land

ab Oktober 2019

Waveform X

ab November 2019

Das totale Tanz Theater

ab Februar 2020

Travel along Unknown

ab März 2020

Premise Place (Edit 1)

ab Mai 2020

Bespiel Mal Bochum!

Künste In Der Klasse

Bildet Banden!

ab September 2019, Festival: April 2020

Haus der digitalen Antifaschist*innen


Das gesamte Programm kann unter www.schauspielhausbochum.de eingesehen werden.
Die Theaterkasse des Schauspielhaus Bochum macht Ferien und schließt vom 15. Juli bis zum 28. August. Karten können in dieser Zeit bargeldlos im Abo-Büro zu folgenden Öffnungszeiten gekauft werden: Di – Fr, 10:00 – 16:00 Uhr oder online über die Webseite des Schauspielhaus Bochum. Karten für die neue Saison sind sowohl an der Theaterkasse als auch telefonisch erhältlich.

Foto 1: Joseph Kadow
Foto 2: Martin Steffen
Foto 3: Daniel Sadrowski
Foto 4: Jörg Brüggemann / Ostkreuz

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