Pianist Arcadi Volodos lehnt an einem Flügel und lächelt in die Kamera, Foto: Marco Borggreve

Klavier-Festival Ruhr 2026

Das Klavier-Festival Ruhr 2026 verspricht erneut von Anfang Mai bis Mitte Juli ein musikalisches Highlight zu werden und das Ruhrgebiet in eine lebendige Bühne für die internationale Klavierszene zu verwandeln. Insgesamt 72 Konzerte in 17 Städten werden stattfinden und viele Besucher:innen anlocken.

Pianist Arcadi Volodos lehnt an einem Flügel und lächelt in die Kamera für das Klavier-Festival Ruhr, Foto: Marco Borggreve
Der herausragende Pianist Arcadi Volodos ist bereit für seinen Auftritt beim Klavier-Festival Ruhr 2026. Photo: Marco Borggreve

[ruhr-guide] Von klassischen Stücken über Jazz bis hin zu innovativen, elektronischen Klangwelten wird auf dem Klavier-Festival eine Bandbreite der Klaviermusik aufgefahren. Unter der Leitung der Intendantin Katrin Zagrosek werden bei dem Festival sowohl renommierte Pianisten als auch vielversprechende Nachwuchstalente auftreten und außergewöhnliche Konzerterfahrungen bieten.

Musik trifft auf Industriekultur

In diesem Jahr wird das Klavier-Festival Ruhr etwas ganz Besonderes. Und das nicht nur durch die Künstler:innen, sondern auch durch die Festival-Residenz. Es wird nämlich zum Teil im Salzlager der Zeche Zollverein stattfinden, dem UNESCO-Weltkulturerbe. So werden die industrielle Architektur, die das Ruhrgebiet so sehr ausmacht, und musikalische Innovation verbunden und schaffen auf diese Weise ein einzigartiges Erlebnis.

Jean Rondeau blickt mit dem Kopf zur Seite geneigt in die Kamera für das Klavier-Festival Ruhr, Foto: Clement Vayssieres
Der Musiker Jean Rondeau eröffnet mit anderen Künstlern das Klavier-Festival Ruhr 2026 im Salzlager der Zeche Zollverein. Foto: Clement Vayssieres

Ab dem 13. Juni geht es dann los im Salzlager und Besucher:innen wird von klassischen Klavierstücken über Jazz-Musik bis hin zu Cembalo-Klängen alles geboten. Künstler wie Jean Rondeau und Justin Taylor eröffnen die Residenz Zeche Zollverein mit einer „Cembalounge“, worauf dann weitere Highlights, wie die Auftritte von Wadym Kholodenko, Mariam Batsashivili und András Schiff, folgen. Des weiteren können sich Besucher:innen auf lateinamerikanische Rhythmen freuen, welche am 20. Juni, begleitet von exotischen Köstlichkeiten und Getränken, das Salzlager aufleben lassen. Am Tag darauf kann man dann Helge Schneider an einem spontanen Live-Abend bestaunen.

Highlight Jazz Piano

Das Klavier-Festival Ruhr bringt auch 2026 mit seiner Jazz-Reihe wieder hochkarätige Jazz-Musiker ins Ruhrgebiet, die mit spannenden, einzigartigen und teils improvisatorischen Auftritten das Publikum in ihren Bann ziehen werden. Ein Höhepunkt der Jazz Piano Reihe wird die Vorführung von Diana Krall in der Grugahalle in Essen sein. Auch das Alfredo Rodriguez Trio wird mit ihrem charakteristischen Fusion-Sound begeistern.

Am 20. Mai steht dann DIE Aufführung des europäischen Jazz im Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen an, wenn sich Michael Wollny am Flügel, Posaunist Nils Landgren, Bassist Lars Danielsson und Schlagzeuger Wolfgang Haffner die Ehre geben und das Publikum verzaubern.

Den krönenden Abschluss macht am 16. Juni in Bochum Jason Moran mit seinen Jazz-Klassikern im unverwechselbaren Stil.

Schwerpunkt Béla Bartók

Eine lächelnde Anna Vinnitskaya im weißen Oberteil mit dunklen Haaren für das Klavier-Festival Ruhr, Foto: Marco Borggreve
Die renommierte Pianistin Anna Vinnitskaya ist bereit für ihren Auftritt beim Klavier-Festival Ruhr 2026.
Photo: Marco Borggreve, all rights reserved

Ein zentraler Schwerpunkt des Programms des Klavier-Festivals Ruhr wird die Hommage an den ungarischen Komponisten Béla Bartók sein. Renommierte und bekannte Pianisten wie Pierre-Laurent Aimard, Yulianna Avdeeva und Anna Vinnitskaya werden seine Werke interpretieren und die Vielfalt seiner Kompositionen in den Städten Bochum, Dortmund und Essen präsentieren.

Am 7. Mai wird die Reihe von Yulianna Avdeeva in Dortmund gemeinsam mit dem WDR Sinfonieorchester unter Omer Meir Wellber mit dem 3. Klavierkonzert eröffnet.

Auch Schüler:innen aus Duisburg-Marxloh sind am 19. Mai mit von der Partie. Sie erarbeiten im Rahmen des Education-Programms des Klavier-Festivals Ruhr einen Tanz- und Musikauftritt, welchen sie in der Gebläsehalle im Landschaftspark Nord in Duisburg mit dem Titel „Mosaik“ präsentierten.

In Dortmund ehren Lucas und Arthur Jussen am 30. Mai dann Bartóks Sonate für zwei Klaviere und Schlagwerk mit Alexei Gerassimez und Emil Kuyumcuyan am Schlagwerk.

Das Erste Klavierkonzert von Béla Bartók erklingt erst am 18. Juni im Anneliese Brost Musikforum Ruhr Bochum mit Anna Vinnitskaya und den Bochumer Symphonikern unter ihrem Chef Tung-Chieh Chuang.

Bevor am 9. Juli Pierre-Laurent Aimard die Reihe mit dem Trias der Bartókschen Klavierkonzerte mit dem Zweiten in der Philharmonie Essen abrundet. Dieses Mal wieder mit dem WDR Sinfonieorchester als Partner, aber geleitet von Edward Gardner.

Klavier & Elektronik

Klassik trifft auf Elektronik. Die vor zwei Jahren gegründete Reihe „Klavier & Elektronik“ wird beim Klavier-Festival Ruhr in diesem Jahr mit vier Events fortgeführt. Am 19. Juni wird die Reihe im Salzlager auf Zollverein von Giorgi Gigashvili und Nikala Zubiashvili eröffnet, denen am 25. Juni Vicky Chow und Tristan Perich folgen.

Für ein großartiges Ambiente sorgt am 26. Juni die legendäre deutsche Band „Tangerine Dream“ in der Heilig-Kreuz-Kirche in Gelsenkirchen.

Das Berliner Trio „Brandt Brauer Frick“ ist am 3. Juli zu Gast, welches elektronische Musik im Spannungsfeld von Dance Groove, Minimal Music und zeitgenössischer Klassik ganz eigen definiert.

„Youngsters“ auf Zeche Zollern

Junger Tsotne Zedginidze mit einem Notenheft auf dem Schoß für das Klavier-Festival Ruhr, Foto: Sophio Melikidze
Der 16-jährige „Youngster“ Tsotne Zedginidze ist zum ersten Mal bei Klavier-Festival Ruhr 2026 dabei, Foto: Sophio Melikidze

Vom 5. bis 7. Juni präsentieren Debütanten, die Gewinner bedeutender Wettbewerbe sind oder am Beginn ihrer internationalen Karriere stehen, die Reihe „Youngster“. In insgesamt fünf Konzerten präsentieren sich: Eric Lu, Goldmedaillen-Gewinner im renommierten Chopin-Wettbewerb in Warschau 2025. Er spielt ein Programm mit drei herausfordernden Werken Frédéric Chopins, ergänzt mit Robert Schumanns „Waldszenen“ und Franz Schuberts f-Moll-Impromptu op. 142/1. Am 6. Juni kann man dann den erst 16-jährige Tsotne Zedginidze bestaunen. Neben Alban Bergs Sonate op. 1 und Robert Schumanns „Davidsbündlertänzen“ stellt der junge Georgier eine Auswahl eigener Kompositionen vor.

Mit Werken von Schubert und Liszt zeigt Alim Beisembayev, warum er 2021 die Leeds International Piano Competition für sich entschieden hat. Am 7. Juni sind die Gewinner des Wettbewerbs von Leeds 2024 zu hören, Junyan Chen und Jaeden Izik-Dzurko.

Um das ganze Erlebnis noch abzurunden, können Führungen über das Gelände der historischen Zeche, eine zünftige Brotzeit inklusive, gemacht werden.

Das Education-Projekt des Klavier-Festival Ruhr

Der Grundstein für das bereits erwähnte Education-Programm wurde im Jahr 2006 gelegt. 2007 begann dann die Arbeit in Duisburger Schulen. Somit feiert das Projekt im kommenden Jahr sein 20-jähriges Jubiläum. Jedes Jahr werden rund 1.000 junge Menschen, von der Kita bis zum Abitur, für und mit Musik begeistert und langfristig gefördert.

Am 29. Januar stellten Bochumer Schüler:innen im Anneliese Brost Musikforum Bochum bereits unter dem Titel „Kontraste“ vor, was sie in Kunst, Musik und Tanz gestaltet haben. Dabei erklingen Werke unter anderem von Béla Bartók und György Kurtág. Inspirierte Partner für sie sind der Pianist Lorenzo Soulès, die Geigerin Veronique De Raedemaeker und der Klarinettist Alexander Declercq.

Neben der bereits erwähnten Aufführung am 19. Mai in der Gebläsehalle im Landschaftspark Nord, zeigt dieselbe Schüler:innengruppe am 1. Juli eine Performance zu der Musik von Dmitri Schostakowitsch und Béla Bartók. Musikalisch werden sie dabei von dem Pianist Lorenzo Soulès und der Cellist Roger Morelló Ros unterstützt.


Klavier-Festival Ruhr 2026

Veranstaltungsdauer

7. Mai bis 21. Juli 2026

Der Vorverkauf für das Klavier-Festival Ruhr 2026 begann am Freitag, 16. Januar, 14 Uhr unter www.klavierfestival.de und über die Telefon-Hotline (0201) 89 66 866.

Foto 1: Marco Borggreve

Foto 2: Clement Vayssieres

Foto 3: Marco Borggreve

Foto 4: Sophio Melikidze

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