Anja Niedringhaus lächelt in die Kamera und hält ihre eigene dabei im Arm, Foto: Peter Dejong

Ausstellung „Anja Niedringhaus – An vorderster Front“ in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen

„Wenn ich es nicht fotografiere, wird es nicht bekannt“ ist das Handlungsmotto der Pulitzer-Preisträgerin, Pressefotografin und Porträtistin Anja Niedringhaus. Und genau diese Bekanntheit möchte die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen ihrer Fotografie nun ermöglichen. Mit der neuen Ausstellung „Anja Niedringhaus – An vorderster Front“, welche ab Mitte Mai 2026 dort besucht werden kann, präsentiert die Galerie eine Vielzahl an diversen Werken von Niedringhaus.

Ein irakisches Mädchen verlässt eine Grundschule in Bagdad, neben ihr steht ein Mann mit einer Waffe, Foto: Anja Niedringhaus
Ein irakisches Mädchen verlässt die Grundschule im Zentrum von Bagdad, 12. Okt. 2004 © picture alliance / AP / Anja Niedringhaus

[ruhr-guide] Mit über 250 Aufnahmen zeigt die Ausstellung in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen die Werke der Fotografin Anja Niedringhaus sowohl in Schwarz-Weiß als auch in Farbe. Dabei werden die Fotografien in der Präsentation „Anja Niedringhaus – An vorderster Front“ durch persönliche Gegenstände, wie ihrem Blauhelm, ihre Schutzweste und ihr Notizbuch, ergänzt.

Die gebürtige Höxteranerin entdeckte den Journalismus und die Fotografie als ihre Leidenschaft. Nicht umsonst trägt sie den Namen „Bildkriegerin“, denn Niedringhaus machte es sich zur Aufgabe, neben Sportfotografien und Porträts besonders Konflikte in Kriegsgebieten zu dokumentieren. Sie berichtete seit 1992 über der Bürgerkrieg in Kroatien, Bosnien und Kosovo. Ab 2002 war sie dann sogar unter anderem in Kriegsgebieten wie Afghanistan, Irak, Israel oder Gaza unterwegs. Für ihre Fotografien wurde sie mehrfach ausgezeichnet, einer ihrer Preise ist der Pulitzer-Preis für ihre aktuelle Fotoberichterstattung. Der Pulitzer-Preis ist ein US-amerikanischer Medienpreis für herausragende journalistische, literarische und musikalische Beiträge. Das Renommee des Preises gilt als ähnlich hoch wie etwa das des Oscars oder das der Nobelpreise.

Die Arbeit von Anja Niedringhaus war selbstverständlich nicht ungefährlich. Am 4. April 2014 wurde sie während einer Wahlberichterstattung in Afghanistan erschossen und ließ ihr Leben für ihre Leidenschaft.

Persönliche Empfehlung

Die Ausstellung „Anja Niedringhaus – An vorderster Front“ zeigt Fotografien die Bewegen. Insbesondere Niedringhaus Kriegsfotografie bietet einen Einblick in das Geschehen in Kriegsgebieten, sowohl auf dem Schlachtfeld, als auch das Leben der Bevölkerung in Kriegszeiten.


Veranstaltungen zur Ausstellung

Anja Niedringhaus – An vorderster Front

Sonntag, 10. Mai 2026, 14 Uhr

Anja Niedringhaus – Pulitzer-Preisträgerin, Pressefotografin, Mensch

GIDE NIEDRINGHAUS (Schwester), JUTTA STEINHOFF (Kollegin und Freundin) und LUDGER HAFERKEMPER (Vorstand Forum Anja Niedringhaus, Höxter) im Gespräch mit DR. CHRISTINE VOGT, Direktorin der LUDWIGGALERIE

Samstag, 30. Mai 2026, 16 Uhr

Jan Jessen, Krisen- und Konfliktjournalist der FUNKE Mediengruppe

Was bedeutet Kriegsberichterstattung aus Israel, Syrien oder der Ukraine. Ein Bericht zur aktuellen Situation

Sonntag, 5. Juli 2026, 16.30 Uhr

Birgit Schulz – Produzentin des Dokumentarfilms

Anja Niedringhaus – Die Fotografin und der Krieg

Im Gespräch mit DR. CHRISTINE VOGT über Dreharbeiten, Recherche und das

erstmalige Aufdecken der Hintergründe des Attentäters

Freitag, 4. September 2026, 19 Uhr

Tijan Sila: Radio Sarajevo

Lesung mit dem Autor mit anschließender Signiermöglichkeit

In Kooperation mit dem Literaturhaus Oberhausen e.V.

Eintritt 12 €, erm. 6 €; mit der Eintrittskarte kann vorher die Ausstellung besucht werden.

Sonntag, 13. September 2026, 14 Uhr

Claudia Peppmüller berichtet aus den Krisengebieten und aus dem Alltag im

Friedensdorf Oberhausen

Im Rahmen der Demokratiewoche

Kuratorinnenführungen mit Dr. CHRISTINE VOGT

Sonntag, 17.05.2026, 15 Uhr

Sonntag, 14.06.2026, 15 Uhr

Sonntag, 05.07.2026, 15 Uhr

Sonntag, 30.08.2026, 15 Uhr

Die Veranstaltungen sind kostenfrei in Verbindung mit dem Museumseintritt, wenn nicht anders vermerkt.


Kriegsfotografie

Heiligabend mit US-Marinesoldaten im Camp, sie sitzen vor dem Weihnachtsmann, Foto: Anja Niedringhaus
Heiligabend mit US-Marines im Camp Commando, Kuwait, 24. Dez. 2002 © picture alliance / AP / Anja Niedringhaus

Die Ausstellung „Anja Niedringhaus – An vorderster Front“ dreht sich zum größten Teil um ihre eindringlichen Fotografien aus Kriegs- und Krisengebieten. Dabei sind Aufnahmen aus Regionen wie dem Balkan, dem Irak, Afghanistan, Gaza oder Libyen zu finden. Niedringhaus dokumentierte neben militärischen Auseinandersetzungen und deren oftmals tödlichen Folgen auch das alltägliche Leben der Zivilbevölkerung unter den entsprechend schwierigen Bedingungen. Dabei konzentrierte sie sich vor allem auch darauf, die Menschlichkeit der Bevölkerung einzufangen. Zum Beispiel fotografierte sie spielende Kinder oder Frauen beim Burka-Kauf in Afghanistan. Damit schafft sie eine Balance zwischen eindrucksvollen kämpferischen Auseinandersetzungen und menschlicher Resilienz.

Sport- und Porträtfotografie

Tennisspielerin Serena Williams springt bei Wimbledon 2012 in die Luft, Foto: Anja Niedringhaus
Die herausragende Tennisspielerin Serena Williams macht einen riesigen Freudensprung beim Tennisturnier Wimbledon, Wimbledon, 30. Juni 2012 © picture alliance / AP / Anja Niedringhaus

„Spiel, Satz und Sieg“, heißt es nach jedem Tennisspiel. Anja Niedringhaus berichtete nicht nur aus Kriegs- und Krisengebieten. Eines ihrer Fachgebiete war die Sportfotografie. Insbesondere Tennis und Leichtathletik zählten zu ihren bevorzugten Motiven. Sie berichtete fast zwei Jahrzehnte lang regelmäßig über das renommierte Tennisturnier Wimbledon. Darüber hinaus dokumentierte die preisgekrönte Fotografin Weltmeisterschaften und Olympische Spiele.

Die Ausstellung bietet ebenfalls einen Einblick in die Arbeit von Anja Niedringhaus als Porträtistin. Neben ihren Fotografien der Menschen in Kriegsgebieten oder Sportler*innen verbildlichte sie ebenfalls politische Stars, wie Gerhard Schröder oder Willy Brandt.

Ludwiggalerie Schloss Oberhausen

Anja Niedringhaus lächelt in die Kamera und hält ihre eigene dabei im Arm, Foto: Peter Dejong
Anja Niedringhaus © picture alliance / AP / Peter Dejong

Die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen ist ein städtisches Kunstmuseum und bietet dementsprechend eine breit gefächerte Auswahl an Ausstellungen. Unter anderem lässt sich die private Sammlung des Ehepaares Peter und Irene Ludwig bestaunen. Diese wird in regelmäßigen Abständen in Ausstellungen vorgestellt und umfasst die Zeit der Antike bis zu heutigen aktuellen Kunstpositionen.

Einen weiteren Bereich bildet die populäre Galerie, welche sich unter anderem der Präsentation von Comic und Cartoon widmet. Von Buchillustrationen von Cornelia Funke, über Disney Figuren wie Micky Maus und Freunden, bis hin zu knollennasigen Figuren wie der Räuber Hotzenplotz ist alles dabei.

Mit dem Ausbau der Fotografie-Abteilung etablierte sich die Lichtbild Galerie als viertes Standbein der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Dort sind die Fotografie-Ausstellungen zu besichtigen. Unter anderem wurden dort auch Werke von wichtigen Ruhrgebietsfotograf*innen wie Rudolf Holtappel und Brigitte Kraemer ausgestellt.

Ein weiterer Schwerpunkt der Galerie liegt auf dem Strukturwandel der Region. Ausstellungen thematisieren die Wandlung vom ehemaligen Kohle- und Stahlgebiet zum Dienstleistungszentrum. Dabei hält die Landmarkengalerie Landmarken wie Fördertürme, Schornsteine oder Hüttenwerke in Ehren. Weitere Ausstellungen stellen das Wohnen im Ruhrgebiet, sowie die Landschaft dar.

Persönliche Empfehlung

Die Ausstellung „Anja Niedringhaus – An vorderster Front“ zeigt Fotografien die nahe gehen. Ihre Fotografien sind auf den Punkt gebracht und überzeugen durch die dargestellte Menschlichkeit. Vor allem wird der Alltag der Menschen, die in diesen prekären Lebenssituationen sind, beleuchtet. Kinder spielen auf den Straßen und fahren im Winter Schlitten. Frauen stehen morgens auf, schminken sich und machen sich für den Tag fertig. Die Hoffnung der Menschen geht nicht verloren.
Im Kontrast dazu hält Anja Niedringhaus auch die Verletzten des Kriegs fest. Sie zeigt die nackte Wahrheit des Kampfes durch Fotografien aus Lazarett-Lagern und Medi-Hubschraubern.

Als Ausgleich dazu kann man sich im oberen Geschoss ihre Sportfotografie anschauen. Anja Niedringhaus prägte als fast einzige Sportfotografin die Branche und fotografierte neben den Sportaktionen auch insbesondere die Momente, in denen sich die Sportler*innen vorbereiten oder nachdem sie sportliches geleistet haben.

Als besonderer Hingucker dient die Dokumentation der ARD Mediathek über Anja Niedringhaus. Diese kann man sich am Ende der Ausstellung nach Belieben anschauen.


Ausstellung „Anja Niedringhaus – An vorderster Front“

LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen
Konrad-Adenauer-Allee 46
46049 Oberhausen
Tel 0208 41249 28

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11 – 18 Uhr (letzter Einlass 17.15 Uhr), montags geschlossen

Sonderöffnungszeiten: Karfreitag, Ostersonntag, Ostermontag, 1. Mai, Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag, Fronleichnam, 3. Oktober, 1. November, 26. Dezember 11 – 18 Uhr
Geschlossen: Rosenmontag, 24., 25., 31. Dezember und 1. Januar

Besucher mit Online-Tickets erhalten bevorzugten Zugang zur LUDWIGGALERIE, dennoch kann es bei großem Besucherandrang auch mit Online-Tickets, der RUHR.TOPCARD  und der RUHRKULTUR.CARD zu Wartezeiten kommen.

Ausstellungsdauer

10. Mai – 13. September 2026

Eintrittspreise

pro Person: 12 Euro
ermäßigt: 6 Euro
Gruppenkarte: 38,40 Euro
Kleingruppenrabatt (gültig für 4 Vollzahler 20% Rabatt auf Normalpreis)
Kombiticket mit dem Gasometer 19 € (ab dem 20.03.2026). Die Kombitickets sind ausschließlich an der Tageskasse erhältlich.

Freier Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre, Mitglieder des Freundeskreises der LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen e. V., Begleitperson von Menschen mit Behinderung mit Merkmal B, Inhaber/innen der ArtOthek-Kundenkarte, Mitglieder des ICoM (International Council of Museums), Mitglieder des Deutschen Museumsbundes, Beschäftigte der RuhrKunstMuseen, Pressevertreter/innen & Inhaber/innen der RUHR.TOPCARD und der RUHRKULTUR.CARD

Führungen

Gruppenführungen: 60 Minuten 60 Euro oder 90 Minuten und fremdsprachige Führungen 90 Euro +6 Euro ermäßigten Eintritt pro Person

Öffentliche Führungen: jeden Sonn- und Feiertag 11.30 Uhr, kostenlos in Verbindung mit dem Museumseintritt

Schulführungen: 30 Euro + 1 Euro je Schüler/in

Fremdführungen und Gruppen ohne Führung nur nach Anmeldung und Terminabsprache im Besucher-Service.

Anfahrt

VRR: Von Oberhausen Hbf mit Linie 956 Richtung Oberhausen Goerdelerstr. und
Linie 966 Richtung OB Sterkrade Bf, Ausstieg Schloss Oberhausen

PKW: A 42, Ausfahrt Oberhausen Zentrum, nach 200 m rechts; oder A 40, Ausfahrt Mülheim Styrum, B 223 bis Schloss Oberhausen, Nähe CentrO und Gasometer.

Foto 1: Ein irakisches Mädchen verlässt die Grundschule im Zentrum von Bagdad, 12. Okt. 2004 © picture alliance / AP / Anja Niedringhaus
Foto 2: Heiligabend mit US-Marines im Camp Commando, Kuwait, 24. Dez. 2002 © picture alliance / AP / Anja Niedringhaus
Foto 3: Serena Williams, Wimbledon, 30. Juni 2012 © picture alliance / AP / Anja Niedringhaus
Foto 4: Anja Niedringhaus © picture alliance / AP / Peter Dejong

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