Nachtansicht der Lichtskulptur "Der Baum" in der Ausstellung "Mythos Wald", Foto: Thomas Wolf

Ausstellung „Mythos Wald“ im Gasometer Oberhausen

Nach der Flut kommt wieder die Ebbe. In Folge der Ausstellungen „Zerbrechliches Paradies“ (2021) und „Planet Ozean“ (2024) können die Besucher*innen des Gasometer Oberhausen seit dem 20. März 2026 nun die Wunder der Wälder bestaunen. Von tropischen Regenwäldern über Baumriesen und Urwäldern, bis hin zu unserem Deutschen Wald. Werfen Sie in der Ausstellung „Mythos Wald“ einen Blick auf die Diversität der Waldgebiete unseres Planeten mit ihren einzigartigen Tier- und Pflanzenwelten.

Nachtaufnahme einer Eule die mit ihren orangenen Augen in die Kamera schaut, Foto: Solvin Zankl
Eine Eule mit ihrem durchdringenden Blick aus der Ausstellung „Mythos Wald“ im Gasometer Oberhausen, Foto: Solvin Zankl

[ruhr-guide] „Mythos Wald“ ist der dritte und letzte Teil der Ausstellungsreihe von Kuratorin und Geschäftsführerin Jeanette Schmitz, welche das Projekt zusammen mit Thomas Wolf und Nils Sparwasser kuratiert. „Gemein ist allen drei Ausstellungen die ungewöhnliche Kombination aus wissenschaftlichen Fakten und künstlerischer Umsetzung. Und so dokumentiert ‚Mythos Wald‘ neben den Folgen des Klimawandels auch wieder nachhaltige Lösungsansätze und schafft ein Bewusstsein für unsere Erde als schützenswertes Ökosystem,“ erklärt Schmitz.

Die Ausstellung im Allgemeinen

Skelett des ausgestorbenen Riesenhirschs, Foto: Thomas Wolf
Beeindruckendes lebensgroßes Skelett des ausgestorbenen Riesenhirsch in der Ausstellung „Mythos Wald“ im Gasometer Oberhausen, Foto: Thomas Wolf

Der Gasometer zeigt mithilfe von großformatigen Bildern und Filmsequenzen, dass Wälder mehr als bloß eine Ansammlung von Bäumen sind. Dementsprechend ermöglicht die Ausstellung einen umfangreichen Blick auf die wäldlichen Tier- und Pflanzenwelten. Zu diesen gehören neben den klassischen Bewohner*innen wie zum Beispiel Wolf, Faultier, Eule, Braunbär oder einem zweieinhalb Meter langen Gliederfüßers auch das Originalskelett des vor rund 7000 Jahren ausgestorbenen Riesenhirschs.

Im Verborgenen lässt sich ebenfalls eine wundersame Welt von Kleinstorganismen wie das Bärtierchen, Ameisen oder farbigen Schleimpilzen finden. Die Exponate stellen überwiegend das Museum Koenig Bonn, das LWL-Naturkundemuseum Münster sowie das Ruhr Museum Essen zur Verfügung.

Zeit zum Aufstehen

Guten Morgen! Die audiovisuelle Installation „Global Sunrise“ nimmt die Besucher*innen mit auf eine sinnliche Reise beim Erwachen der Wälder auf insgesamt fünf Kontinenten. Chris Watson, einer der führenden Spezialisten für Naturklangaufnahmen, hat die Töne eingefangen und zu einer magischen Komposition verwoben. Der Soundkünstler Tony Matt inszeniert diese im Gasometer zu einem raumgreifenden Erlebnis. Im Raum bilden baumartige Lichtobjekte einen Waldrand, durch den die Strahlen der aufgehenden Sonne tanzen. Entwickelt wurde das Gesamtkunstwerk durch OCEANS21 aus Berlin.

Das Aussterben der Wälder

Ein winziges orange-weiß gepunktetes Bärtierchen in der Ausstellung "Mythos Wald", Foto: Oliver Meckes und Nicole Ottawa
Ein winziges orange-weiß gepunktetes Bärtierchen in der Ausstellung „Mythos Wald“ im Gasometer Oberhausen, Foto: Oliver Meckes und Nicole Ottawa

Bis heute ist nur noch fast ein Drittel der Landfläche unseres Planeten von Waldgebieten bedeckt. Im Jahr 2024 wurden bereits rund 6,7 Millionen Hektar Regenwald zerstört. Diesen Wandel möchte Esri (Environmental Systems Research Institute) mit ihrem interaktiven Exponat „Der lebendige Wald“ darstellen. Durch Erdbeobachtung und künstliche Intelligenz werden potenzielle Veränderungen der Wälder sichtbar gemacht. Diese umfassen unter anderem großflächige Abholzungen oder auch Stresssignale auf Blattebene.

Besonderer Einblick – Amazonas

Die Aufnahmen des kürzlich verstorbenen Brasilianer Sebastião Salgado, einem der renommiertesten Fotografen der Welt, werfen einen Blick auf das Amazonasbecken in Südamerika. Er porträtiert neben dem Regenwald auch die indigenen Gesellschaften, welche den Regenwald prägen und bewahren. Der Gasometer stellt seine Schwarz-Weiß-Aufnahmen als Slideshow dar, welche die Verletzlichkeit des Amazonas beleuchtet.

Das Highlight – Der Baum

Nachtansicht der Lichtskulptur "Der Baum" in der Ausstellung "Mythos Wald", Foto: Thomas Wolf
Die eindrucksvolle Lichtskulptur „Der Baum“ in der Ausstellung „Mythos Wald“ im Gasometer Oberhausen, Foto: Thomas Wolf

Den Höhepunkt der Ausstellung bildet eine bisher noch nie realisierte Kunstskulptur, welche als „der Baum“ bezeichnet wird. Erschaffen von Ars Electronica Solutions aus Österreich, wird der Baum als lebendiges System aus Zirkulation und zeitlichen Prozessen betrachtet. Bäume symbolisieren Wachstum, Lebensraum sowie Schutz und dienen als Projektionsfläche für Ängste oder Sehnsüchte. Als größte Innenraum-Lichtkunstinstallation der Welt ermöglicht „der Baum“ einen Blick vom verborgenen Wurzelwerk bis in die 35 Meter hochragende Baumkrone im Himmel des Gasometer. Musikalisch untermalen wird die Illustration durch eine eigens dafür geschaffene Komposition von Rupert Huber.

Unsere Zukunft

Ohne die Wälder wäre das Leben, wie wir es kennen, quasi unmöglich. Dementsprechend führt der Gasometer mit der Ausstellung „Mythos Wald“ spielerisch die jungen Generationen an die bedeutsame Thematik heran. Im Pavillon „WaldRaum“ informieren Pädagog*innen, Förster*innen und Ranger*innen vom Regionalverbund (RVR) und seinem Eigenbetrieb RVR Ruhr Grün über Wissenswertes aus den heimischen Wäldern.

Ebenfalls stellt die internationale Gartenausstellung 2027 das Exponat „Zukunftswald“ bereit, welche den Wald als vertrauten Ort, zugleich jedoch als etwas inszeniert, was sich unserem Blick entzieht. Die Installation zeigt Ausschnitte des Waldes, die sich zusammen mit den Gedanken und Bilder der Betrachter*innen zu einem individuellen Ganzen fügen.

Bildband „Mythos Wald“

Schön anzusehen ist auch der Bildband „Mythos Wald“ vom Klartext Verlag, welcher im gleichen Monat wie die Ausstellung herausgegeben wurde. Mit großartigen Bildaufnahmen von diversen Wäldern und deren Bewohner*innen führt der Bildband durch die Waldgebiete unseres Planeten.


Ausstellung „Mythos Wald“ im Gasometer Oberhausen

Gasometer Oberhausen

Arenastraße 11
46047 Oberhausen

Öffnungszeiten (außerhalb der Sonderausstellungen ist der Gasometer geschlossen):
Di – So 10 bis 18 Uhr
Feiertage, Ferien (NRW) auch Montags 10 – 18 Uhr

Ausstellungsdauer

20. März bis 30. Dezember 2026

Eintrittspreise

Erwachsene: 14 Euro
Ermäßigt: 11 Euro
Kinder bis 5 Jahren: frei
Familien (2 Erw, bis zu 5 Kinder 6 bis 17 J.): 33 Euro

Anfahrt

VRR: Von Oberhausen Hbf mit jedem Bus oder jeder Bahn ab Terminal 1 bis zur Haltestelle „Neue Mitte“. Von dort aus ist es nur ein kurzer Fußweg zum Gasometer.

PKW: A42 Ausfahrt Oberhausen-Zentrum, in Richtung Zentrum fahren. Der Gasometer Oberhausen ist ausgeschildert. Parkplätze sind in ausreichender Zahl vorhanden.

Foto 1: Solvin Zankl

Foto 2: Thomas Wolf

Foto 3: Oliver Meckes, Nicole Ottawa

Foto 4: Thomas Wolf

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