Bergbaumuseum Oer-Erkenschwick

Ende des Bergbaus und alles gerät in Vergessenheit? Von wegen! Im Bergbaumuseum Oer-Erkenschwick werden Teile der stillgelegten Zeche Ewald Fortsetzung ausgestellt. Sie interessieren sich für den Bergbau und die Maschinen? Sie haben sich schon immer gefragt, wie das Leben eines Steigers ausgesehen haben muss? Ein Blick in das Bergbaumuseum Oer-Erkenschwick verrät mehr.

Bergbaumuseum Oer-Erkenschwick, Foto: Peter Thamm [ruhr-guide] Ein Besuch in diesem Bergbaumuseum macht alle glücklich! Ehemalige Steiger können in Erinnerungen schwelgen, Technikinteressierte können sich für die Maschinen begeistern, Interessierte können ihrer Neugier freien Lauf lassen! Auf der stillgelegten Zechenanlage Ewald Fortsetzung 1/2/3 ist 2002 das Bergbaumuseum Oer-Erkenschwick entstanden. In den Gebäuden des ehemaligen Ziegelei-Ringofens wird die Bergbaugeschichte festgehalten und für Sie zugänglich gemacht! Stellen Sie sich nicht nur kaputte Gerätschaften vor, denn viele Maschinen waren noch intakt, als die Zeche stillgelegt wurde. Größtenteils besteht die Sammlung aus der alten Zechenanlage, doch es sind auch Leihgaben zu sehen.

Die Zeche Ewald Fortsetzung

In der Zeche Ewald Fortsetzung wurde Steinkohle gefördert. 1899 begannen die Teufarbeiten. Das bedeutet, man stellt einen Außenansicht Bergbaumuseum Oer-Erkenschwick, Foto: Peter Thammsenkrechten Hohlraum her. Der erste Schacht ging 1902 als Bergwerk Graf Waldersee in Betrieb, doch der zweite Schacht konnte vorerst aufgrund von Wasser nicht weiter ausgebaut werden. Danach ging ein dritter Schacht in Betrieb und auf der Schachtanlage 1 / 2 wurde eine Kokerei betrieben. Bis 1929 konnten vier Schächte genutzt werden. Die Weltwirtschaftskrise sorgte dafür, dass die Zeche von 1931 bis 1938 stillgelegt wurde.

Während und nach des Zweiten Weltkriegs wurde die Fördermenge deutlich gesteigert. Nach dem Krieg gab es dort so viele Beschäftigte wie noch nie. 1992 legte man die Zeche mit der Zeche General Blumenthal zum Bergwerk Blumenthal/Haard zusammen, als die Schächte schließlich 1999 komplett verwahrt und abgerissen wurden. Insgesamt starben 28 Menschen durch Grubenunglücke. Der Regionalverband Ruhr hat die benachbarte Halde Ewald Fortsetzung zu einem Naherholungsgebiet umgestaltet.

Das Bergbaumuseum

Das Museum wird ehrenamtlich betrieben. Als zukünftiges Heimatmuseum soll es die Bürger der Stadt Oer-Erkenschwick und alle anderen über die Geschichte dieser Zeche und den Einfluss auf die Stadt aufklären und auf diese Weise ein kulturelles Bewusstsein schaffen. Der selbstlos tätige Verein nennt sich „Bergbau- und Geschichtsverein Oer-Erkenschwick“ und hat seinen Sitz in Oer-Erkenschwick.

Kaum zu glauben – hier wird auch geheiratet! Bereits über 300 Trauungen fanden an diesem unverwechselbaren Ort statt. Absolute Ruhrpott-Romantik!

Blick in den Stollen, Foto: Peter Thamm

Was wird ausgestellt?

Arbeit und Alltag sind langweilig? Keineswegs. Im Museum können Sie exklusive Einblicke in die Bergbaugeschichte erhalten und nachempfinden, wie der Alltag wohl gewesen sein muss. Wollten Sie schon immer wissen, wie eine Bergarbeiterwohnung aussah? Originale Einrichtungen der 50er bis 60er Jahre sind erhalten. Darüber hinaus können Sie sich die Förder- und Abbautechnik ansehen. Beim Bergbau findet man nicht nur Kohle: Ebenso zu sehen sind Fossilien und Mineralien. Außerdem können Sie alte Grubentelefone und Objekte aus dem Rettungswesen bestaunen. Entdecken Sie Highlights wie einen kompletten Blindschacht mit Fördermaschine, eine Gruben- und Übertagelok oder den aus dem Saarland stammenden Walzenlader Eickhoff SL500.

Bergbaumuseum Oer-Erkenschwick

Am Ziegeleitor 12
45733 Oer-Erkenschwick

Öffnungszeiten:
Mittwochs und Samstags 10-13 Uhr

Preise:
Erwachsene: 3 Euro
Jugendliche ( bis 18 Jahre): 2 Euro
Schulklassen: 1 Euro pro Person
Kindergartengruppen: Freier Eintritt

Fotos: Peter Thamm