LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster

Das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster wurde Ende 2014 neu eröffnet und überzeugt durch sein neues Konzept rund um Offenheit in der Architektur und Kunstvermittlung. Verschiedene Führungen und Workshops bringen den Besuchern die Kunst näher und erklären, statt sie einfach nur zu zeigen. Vor allem das Angebot für Kinder wurde um viele tolle Veranstaltungen erweitert und Popkonzerte verschiedenster Art locken auch junge Erwachsene in das Museum.

Das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster, Foto: Elisabeth Deiters-Keul [ruhr-guide] Eines der größten Kunstmuseen Nordrhein-Westfalens ist das LWL-Museum für Kunst und Kultur. Auf einer mit 7.500 Quadratmeter angelegten, großzügigen Ausstellungsfläche finden sich eine riesige Kunstsammlung und ständig wechselnde Ausstellungen zu verschiedensten Themen. Ende 2014 wurde es nach fünf Jahren Bauzeit endlich wiedereröffnet und verzaubert seine Besucher auch durch die preisgekrönte Architektur. Die Berliner Staab Architekten setzten sich gegen 27 andere Büros durch und gewannen im Jahr 2005 den internationalen Architekten-Wettbewerb.

Doch auch der Neubau des Museums überzeugt: Markenzeichen sind die „Architektur der Höfe“, die markante Gebäudespitze und die 14 Meter hohe Eingangshalle. Diese verbindet zwei städtische Plätze. Auf den ersten Blick wird klar, dass sich die Investitionen gelohnt haben. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe bezahlte insgesamt rund 41 Millionen Euro und neun Millionen Euro wurden vom Land Nordrhein-Westfalen beigesteuert. Insgesamt ergibt dies eine stolze Summe von 50 Millionen Euro. Doch da die alten Gebäude stark renovierungsbedürftig waren und die Kosten für eine Generalüberholung nur unwesentlich unter denen für ein komplett neues Museum lagen, war der Neubau durchaus notwendig.

Atemberaubende Architektur im Museum für Kunst und Kultur in Münster, Foto: LWL/Neander

„Unser Museum wird offen sein, nicht nur einfach geöffnet“

Matthias Löb, Direktor des LWL, verfolgt durch die Architektur ein neues Konzept, das sich konsequent durch alle Bereiche des Museums zieht: Offenheit. Er sagt, das Museum sei offen für alle Altersgruppen, Kunstneulinge und -experten, Menschen mit und ohne Behinderung, Rheinländer und Besucher der Region. Der Leiter der Kulturabteilung des NRW-Kulturministeriums, Peter Landmann, interpretiert dieses Konzept als Förderung von Kunst und Kultur in ganz Nordrhein-Westfalen.

Durch eine 100 Meter lange, öffentliche Passage wird man in das Museum geführt. Im Süden dessen befindet sich ein großer Platz, in dem auch das Museumsrestaurant gelegen ist. Schließlich wird der Besucher durch einen offenen Innenhof in ein lichtdurchflutetes Foyer geleitet. Weiterhin wurden an speziellen Stellen des Museumsrundgangs große Fenster installiert, sodass Blickachsen in die benachbarte Altstadt und in das Museum entstehen. Die Architekten haben tief in die Trickkiste gegriffen, um dem neuen Motto des Museums gerecht zu werden.

Die Sammlung

Die Neubauten des LWL Museums beherbergen circa 1.200 Kunstwerke in 51 Ausstellungsräumen. Dabei ist alles von Mittelalter und Barock bis Moderne und zeitgenössischer Kunst dabei. Insgesamt werden 1.000 Jahre Kunst in über 350.000 Gemälden, Skulpturen, Fotografien, Zeichnungen und Grafiken sowie 130.000 Büchern dargestellt. Es handelt sich dabei um Werke von Heinrich Brabender, Lucas Cranach d. Ä., Franz Marc oder auch Ernst Ludwig Kirchner – um nur ein paar Namen zu nennen.

Bei der Planung der neuen Bauten wurde vor allem auf Abwechslungsreichtum Wert gelegt:Die Überwasserskulpturen in der Museumsspitze, Foto: LWL/Deiters-Keul Kleine Kabinette und große Ausstellungsräume wechseln sich ab und ermöglichen den Besuchern auch durch beispielsweise doppelgeschossige Museumsräume einen einfachen Einstieg in die Kunst. Außerdem werden manche Räume mit sanften Klängen untermalt oder mit schwarzen, spiegelnden Wänden versehen, um die Exponate in einem besonderen Licht darzustellen und für die Besucher mit allen Sinnen erlebbar zu machen.

Offenheit in der Kunstvermittlung

Das Konzept rund um die neue Offenheit des LWL-Museums beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Architektur des Gebäudes. Die Besucher haben die Möglichkeit, sich von einem Multimedia-Guide über die Hintergründe und Geschichten der Werke zu informieren. Wer nicht ganz so viel Zeit mitbringt, kann Informationen im Kurzführer nachlesen. Weiterhin werden thematische Führungen und Highlight-Touren angeboten. Mit dem offenen Konzept der Kunstvermittlung wird also alles dafür getan, den Besuchern die Kunst nicht nur zu zeigen, sondern auch zu erklären, Hintergrundinformationen zu geben und ihnen näher zu bringen. Neu ist auch das Kulturprogramm des Museums. Ob Konzert, Theatervorstellung oder Tanz-Aufführungen - all dies kann im Patio bestaunt werden. Die Museumsverwaltung erhofft sich dadurch, auch jüngere Besucher und Studenten ins Museum nach Münster zu locken.

Angebot für Kinder im Museum für Kunst und Kultur

Das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster bietet auch ein großes Angebot für kleine Kunstfans an. Dieses beginnt bereits in der Frühpädagogik. Kinder von 3 bis 5 Jahren werden spielerisch an eine Auswahl von Gemälden herangeführt und dürfen sich später am Malen und Farben mischen versuchen. Auch für Schulkinder werden unzählige Führungen und Veranstaltungen angeboten, sodass eine Klassenfahrt ins Museum eine schöne Möglichkeit ist, die Kreativität der Schüler zu fordern. Privat können sich die Kinder und Jugendlichen an den unzähligen Workshops beteiligen, die teilweise auch in den Ferien stattfinden. Wer noch immer nicht genug hat, kann sogar seinen Geburtstag im Museum feiern. Dabei kann zwischen sieben Themen ausgewählt und mit 12 Kindern ein bunter Tag im Museum verbracht werden!

Barock im Museum für Kunst und Kultur in Münster, Foto: LWL/Deiters-Keul

Sonderausstellungen: Tadeusz, Dierickx und Skulptur Projekte

Aktuell zeigt das LWL-Museum für Kunst und Kultur eine Ausstellung mit den Werken Norbert Tadeusz (1940–2011). Der Künstler Tadeusz war einer der wichtigsten figurativen Maler seiner Generation. In seinen Bildern sind Dinge oder Gegenstände meist aus ungewöhnlichen Perspektiven präsentiert, so nehmen zum Beispiel weibliche Figuren außergewöhnliche Körperhaltungen an. Tadeusz war fasziniert von dem Motiv der Frau – als Muttergottheit oder auch als Projektionsfläche seiner Gefühle. Die Sonderausstellung ist eine Kooperation mit dem Kunstpalast Düsseldorf und kann noch bis zum 02. August 2020 besucht werden.

Eine andere Ausstellung widmet sich Karel Dierickx und zeigt die große Schaffenspalette des Künstlers als Maler, Zeichner und Bildhauer. Einen Schwerpunkt bilden seine Grafiken aus dem Jahr 2008 mit dem Titel „Kruisweg“ (dt.: Kreuzweg). Die Kunst des belgischen Künstlers bewegt sich stets zwischen Figuration und Abstraktion. Zu sehen ist die Ausstellung in Münster noch bis zum 07. Juni 2020.

Eine dritte Ausstellung mit dem Titel "THE PUBLIC MATTERS" beinhaltet bisher nicht veröffentlichtes Material des Skulptur Projekte Archivs und zeigt mit den Werken wie nah Utopie und Dystopie miteinander verbunden sind. Hier dient zusätzlich ein Forum in mitten der Ausstellung, als Ort für Events wie Podiumsdiskussionen, Kunstgespräche, Seminare, Lesungen, Poetry Slams oder Performances. Diese Ausstellung und das Forum können noch bis zum 15. November 2020 besucht werden.

Ob jung oder alt, erfahrener Kunstfan oder Neuling - Das LWL Kunstmuseum Münster bietet für jeden Besucher ein ansprechendes Angebot an Ausstellungen, Workshops und Veranstaltungen. Vor allem das neue Konzept überzeugt auf allen Ebenen: Die offene Architektur und Kunstvermittlung macht einen Besuch durchaus sehr lohnenswert.

LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster

Domplatz 10
48143 Münster
Tel. Besucherservice 0251 - 5907 201
www.lwl-museumkunstkultur.de

Öffnungszeiten

Museum
Die bis So und feiertags 10 - 18 Uhr
2. Fr im Monat:
10 - 24 Uhr (freier Eintritt ab 18 Uhr)

Bibliothek
Di- Fr 10 - 12.30 Uhr und 14 - 18 Uhr
2. Fr im Monat bis 20 Uhr.
Die Bibliothek ist an Feiertagen geschlossen.

Museumsshop Walther König

Di bis So: 12 – 18 Uhr

Eintrittspreise für die Sammlung

Erwachsene: 9 Euro
Ermäßigt: 4,50 Euro
Kinder und Jugendliche (bis 17 Jahre): Freier Eintritt
Gruppen ab 16 Personen: 6 Euro pro Person
Schülergruppen: Freier Eintritt

(Stand: Mai 2020, Angaben ohne Gewähr)

Fotos: 1 Elisabeth Deiters-Keul
2 LWL/Neander
3 - 4 LWL/Deiters-Keul