Museum Folkwang Essen

Das Museum Folkwang in Essen präsentiert nach dem Umbau und der Wiedereröffnung im Jahr 2012 auf einer deutlich größeren Ausstellungsfläche als zuvor seine umfassende Sammlung moderner Kunst in den Bereichen Malerei und Skulpturen, Grafik, Fotografie und deutschen Plakaten. Auch finden die Besucher neben einer gut ausgestatteten Buchhandlung eine in das Museum integrierte Gastronomie. Was Karl Ernst Osthaus Anfang des letzten Jahrhunderts in Hagen begann, erstrahlt nun in Essens Vorzeigemuseum in einem neuen Glanz, mit dem es wenige Museen in der Welt aufnehmen können und das unterstreicht besonders der enorme Besucherandrang.

Eingangsbereich Museum Folkwang pic: Giorgio Pastore [ruhr-guide] Anfang 2010 eröffnete in Essen das Museum Folkwang seine neuen Ausstellungsräume. Schon im ersten Jahr konnten die Ausstellungen um die 800.000 Besucher in das neue Gebäude locken. Laut einer aktuellen Studie wurde das Folkwang Museum so zum bekanntesten Kunstmuseum in ganz NRW. In ganz Deutschland ist es auf einem unglaublichen achten Platz gelandet. Kein Wunder, denn das Museum organisierte in einem Jahr mehr als 12 000 Führungen und Diskussionen über die verschiedenen Ausstellungsstücke.

100 Jahre Impuls Bauhaus

Anlässlich den 100-jährigen Bauhausjubiläums finden im Folkwang Museum verschiedene Ausstellungen zum künstlerischen Impuls aus Weimar statt.

20. September bis Ende 2019
László Moholy-Nagy

28. April – 8. September 2019
Bühnenwelten

Nach dem Umbau steht an der Bismarkstraße im Essener Stadtteil Rüttenscheid nun ein imposantes Gebäude, welches durch seine Glasfassade einen nach außen offenen Eindruck macht. Das Museum Folkwang ist seit seiner Gründung 1902 immer wieder in aller Munde gewesen: als erstes europäisches Museum, welches sich intensiv mit der Kunst der Moderne beschäftigte oder als "schönstes Museum der Welt" vor dem 2. Weltkrieg. Aber auch durch die gute Einkaufspolitik, welche es möglich machte, nach Ende des Nationalsozialismus in kürzester Zeit die Ganzheitlichkeit der Sammlung wieder zu erlangen, machte das Museum von sich reden.

Ansicht Museum Folkwang, Bismarckstraße pic: Giorgio Pastore

Die Geschichte des Museum Folkwang

Der Name Folkwang geht auf die altnordische Mythologie zurück. Folkvangar ist die Halle für das Volk und Palast der Göttin Freya. Ganz in diesem Sinne entwickelte Karl Ernst Osthaus (1874-1921) um 1898 die Folkwang Idee, in der es grob darum ging, einen Zugang zur Kunst und Kultur für einfache Bürger zu forcieren. Mit Hilfe eines großen Erbes seines Großvaters gelang es dem jungen Hagener ein eigenes Museum in seiner Heimatstadt zu eröffnen, durch das er "zu einer Verbesserung des öffentlichen Geschmacks beizutragen" suchte. Das damalige Museum Folkwang in Hagen war eines der ersten europäischen Museen, welches sich mit der Kunst der Moderne und dem Kunsthandwerk beschäftigte. Nach dem Tod Osthaus' 1921 wurde die Ausstellung von kunstbegeisterten Essener Bürgern mit dem bestehenden Städtischen Kunstmuseum zum heutigen Museum Folkwang in Essen vereint. In nur wenigen Jahrzehnten erlangte das Museum für moderne Kunst bereits Weltruf.

Ansicht Foyer pic: Giorgio Pastore

Im Bombenhagel zerstört

Zur Zeit des zweiten Weltkriegs wurde das Folkwang Museum Ziel nationalsozialistischer Hetzkampagnen. Infolge dessen sind mehr als 1400 Werke als "entartet" gebrandmarkt, konfisziert und zum Teil in alle Welt verkauft worden. Auch wurden große Teile des Museums während eines Bombenhagels auf Essen zerstört. Erst in den 1950er und 1960er Jahren gelang es der Stiftung, viele Werke zurück zu erlangen und das Museum Stück für Stück wieder in seine ursprüngliche Verfassung zu bringen. Bereits in den 1970er Jahren war die Sammlung umfangreicher als je zuvor.

Das Museum Folkwang vor dem Neubau

Aus dem Museum Folkwang entwickelte sich seit den 1970er Jahren eines der renommiertesten deutschen Kunstmuseen. Die Sammlungen der Malerei und Skulpturen des 19. Jahrhunderts und der Moderne wurden 1979 um eine eigene Abteilung für Fotografie erweitert. Nach mehrmaligen An- und Umbauten wurde 2006 bekannt gegeben, dass ein Neubau des Museums angedacht ist. Im März 2007 gingen aus einem Architekturwettbewerb David Chipperfield Architects als Sieger und zukünftige Architekten des neuen Museum Folkwang hervor.

Der Neubau des Museum Folkwang

Ergänzend zum denkmalgeschützten Altbau des Museum Folkwang entstand in nur 23 Monaten ein Neubau mit einer Nutzfläche von 19.350 m² nach einem Konzept von David Chipperfield Archictects. Dieser bietet nicht nur mehr Platz für die umfangreichen Sammlungen des Museum Folkwang und Raum für mannigfaltige Wechselausstellungen, Diskussionsrunden und Vorträge, sondern wird auch ein mit Café, Restaurant und Buchhandlung ausgestattetes Zentrum der Begegnung mit der Kunst darstellen. Dieses Gebäude besticht in erster Linie durch seine Offenheit. Durch ein ausgeklügeltes, für ein Museum nahezu revolutionäres System, wird das gesamte Gebäude in erster Linie durch Tageslicht erhellt. Durch die zahlreiche Glasfassaden und Innenhöfe wirkt das ganze Museum Folkwang nahezu transparent.

Ansicht Museum Folkwang, Bismarckstr pic: Giorgio Pastore

Neu konzipierte Dauerausstellung

Neben den wechselnden Daueraustellungen glänzt das Museum Folkwang mit seiner hochkarätigen ständigen Sammlung. Diese wurde Ende 2013 neu konzipiert und von zeitgenössischen Kunstakzenten ergänzt. Im Neubau in den Räumen der Sammlung des 20. und 21. Jahrhunderts wird nun Kunst nach 1945 präsentiert. Im Altbau wurden nun Werke des amerikanischen Expressionismus von Sam Francis, Franz Kline, Jackson Pollock, Ad Reinhardt, Frank Stella und Mark Rothko mit der Kunst des 19. Jahrhunderts und der Klassischen Moderne kombiniert. Nach längerer Zeit wieder zu sehen sind Werke von Alexander Kanoldt, Otto Dix und Franz Radziwill im Kontext mit den Bauhausmeistern Wassily Kandinsky, László Moholy-Nagy oder Lyonel Feininger.

Ausstellungen 2019

Das Folkwang Museum begeistert auch in 2019 mit einem großen Spektrum. Verschiedene Künstler und zahlreiche Themen: Kunst wird hier ausgestellt. Sieben Ausstellungen sind es dieses Jahr, die von Besuchern und Staunenden im Museum Folkwang betrachtet werden können.

Seit dem 05. Februar können Besucher das erste von vier Projekten den Choreografen William Forsythe bewundern. Unter dem Titel „City of Abstracts“ beschäftigt sich der Künstler mit dem Verhältnis von Mensch und Raum. Bis zum Frühsommer können Besucher die Installationen noch bewundern, bevor die Ausstellung dann vom nächsten Projekt Forsythes „Human Writes Drawings“ abgelöst wird.

“Plakat – Bühne – Objekt“ wird ab dem 22. Februar als erste Ausstellung eröffnet. Hier stehen die Werke des Designers und Grafikers Emil Pirchan im Fokus. Es ist die weltweit erste große Einzelausstellung, die sich mit den Plakaten und Bühnenbildern des Universalkünstlers beschäftigt. Bis zum 05. Mai kann man seine Kunstwerke in Essen betrachten.

Museum Folkwang 2017 pic: Giorgio Pastore Auch am 22. Februar startet die Ausstellung der estnische Künstlerin Marge Monko. Bei ihr stehen unter anderem die Rollen von Mann und Frau in der Werbeindustrie im Fokus. Dabei kommen sowohl gesammelte Werbeaufnahmen als auch eigene Fotografien der Künstlerin zum Vorschein. Zusätzlich zur Ausstellung, die noch bis zum 05. Mai zu sehen ist, hat Marge Monko am Berliner Platz/Jakob-Funke-Platz in Essen eine Installation mit dem Titel Die Frau von Heute realisiert.

Es geht weiter mit Tobias Spichtig – ab dem 28. Februar werden hier alte und neue Werke des Schweizers präsentiert. Die Motive seiner Bilder weisen Bezüge zum Alltag und der Öffentlichkeit auf. Sie bedienen sich dabei an populärkulturellen Merkmalen aus den 90ern, lassen sich jedoch nicht weiter einordnen. Passend dazu, der Name der Ausstellung “Ich weiss leider nicht, wie ich all das erklären soll.“ kann man vom 28. Februar bis zum 14. April bei freiem Eintritt betrachten.

Ab dem 08. März wird im Folkwang Museum die Ausstellung „Lust & Rätsel“ von Christian Jendreiko & Gäste eröffnet. Hier setzt sich der Künstler gezielt mit dem Klang der Kunst auseinander und arbeitet dabei mit internationalen Künstlern der Sound- und Performance-Art zusammen. Gemeinsam schaffen sie ein multimediales Wahrnehmungsspektakel, dass noch bis zum 26. Mai in Essen residiert.

Es folgt mit Margot Bergman „Inner and Outer Landscapes“ gestisch-performative Malerei und damit die erste Einzelausstellung der Künstlerin in Deutschland. Die 23 Gemälde, auf denen vor allem landschaftliche Motive abgebildet sind, bleiben dem Museum bis zum 30. Juni erhalten.

Dann geht es weiter mit der koranischen Künsterlin Young-Jae Lee. Ihre Serie „Spinatschalen“ starten am 23. Mai und befasst sich mit der Tradition der japanischen Teeschale. In der Ausstellung wird sie zudem 101 ihrer Spinatschalen in einem eigens für den Gartensaal des Museum entwickelten Displays präsentieren.

Von Nancy Spero bis „Der montierte Mensch“

In der zweiten Hälfte des Jahres widmet sich das Folkwang Museum mit 80 Werken von Nancy Spero politisch-gesellschaftlichen Themen. Die US-amerikanische Künstler hat sich außergewöhnlichen Arbeiten, die aus Papierbahnen bestehen, unter anderem mit Krieg, Gewalt und Ungleichheit auseinander gesetzt. Nancy Speros Vermächtnis ist vom 07. Juni bis zum 25. August 2019 in Essen zu bestaunen.

Veit Stratmann bezieht sich mit seinen Objekten und Installationen auf die Architektur und Funktion öffentlicher Gebäude. Besucher können sich ab Juli auf ein spielerische Erkundung seiner Werke im Folkwang Museum freuen.

Vom 18. Oktober bis 24. November werden verschiedene Werke der Lehrenden und Studierenden der Folkwang Universität ausgestellt. Unter dem Titel „Das beseelte Ding“ beschäftigen sie sich mit der Frage nach der heutigen Relevanz der am Bauhaus formulierten Konzepte.

Zuletzt bietet das Folkwang Museum die Ausstellung “Der montierte Mensch“ an, in der Werke von verschiedenen Künstler und Künstlerinnen ausgestellt werden. Im Mittelpunkt steht die Verbindung von Mensch und Maschine in Bezug zu einigen ausschlaggebenden Entwicklungen der letzten Jahre. „Der montierte Mensch“ kann vom 08. November bis zum 15. März 2020 im Folkwang Museum besucht werden.

Museum Folkwang

Museumsplatz 1
45128 Essen

Öffnungszeiten Sammlung/Sonderausstellung

Di, Mi: 10 – 18 Uhr
Do, Fr: 10 – 20 Uhr
Sa, So 10 – 18 Uhr
Montag geschlossen

An folgenden Feiertagen geöffnet:
Neujahr, Karfreitag, Ostersonntag, Ostermontag, 1. Mai, Christi Himmelfahrt, Pfingstsonntag, Pfingstmontag, Fronleichnam, Tag der Deutschen Einheit, Allerheiligen, Totensonntag, 26. Dezember

An folgenden Feiertagen geschlossen:
Rosenmontag, Heiligabend, 25. Dezember, Silvester

Eintrittspreise Dauerausstellung

Ab sofort ist der Eintritt in die Dauerausstellung kostenlos!
Bei Sonderausstellungen gelten andere Eintrittspreise!

(Stand: März 2019, Angaben ohne Gewähr)

(de)

Fotos: Giorgio Pastore

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