Museum Folkwang Essen

Das Museum Folkwang in Essen präsentiert seit dem Umbau und der Wiedereröffnung 2010 auf einer noch größeren Ausstellungsfläche als zuvor seine umfassende Sammlung moderner Kunst in den Bereichen Malerei und Skulpturen, Grafik, Fotografie und deutschen Plakaten - nun auch mit neu konzipierter Dauerausstellung. Was Karl Ernst Osthaus damals in Hagen begann, erstrahlt nun in Essen in einem neuen Glanz, mit dem es wenige Museen in der Welt aufnehmen können – das unterstreicht besonders der enorme Besucherandrang.

Eingangsbereich Museum Folkwang pic: Giorgio Pastore [ruhr-guide] Anfang 2010 eröffnete in Essen das Museum Folkwang seine neuen Ausstellungsräume. Schon im ersten Jahr konnten die Ausstellungen um die 800.000 Besucher in das neue Gebäude locken. Laut einer aktuellen Studie wurde das Folkwang Museum so zum bekanntesten Kunstmuseum in ganz NRW. In ganz Deutschland ist es auf einem unglaublichen achten Platz gelandet. Kein Wunder, denn das Museum organisierte in einem Jahr mehr als 12 000 Führungen und Diskussionen über die verschiedenen Ausstellungsstücke. Zusätzlich finden die Besucher hier neben einer gut ausgestatteten Buchhandlung auch eine in das Museum integrierte Gastronomie.

100 Jahre Impuls Bauhaus

Anlässlich den 100-jährigen Bauhausjubiläums finden im Folkwang Museum verschiedene Ausstellungen zum künstlerischen Impuls aus Weimar statt.

20. September bis Ende 2019
László Moholy-Nagy

28. April – 8. September 2019
Bühnenwelten

Das schönste Museum der Welt

Nach dem Umbau vor knapp 10 Jahren steht an der Bismarkstraße im Essener Stadtteil Rüttenscheid nun ein schlicht gehaltenes, aber nichtsdestotrotz imposantes Gebäude. Das Museum Folkwang ist seit seiner Gründung 1902 immer wieder in aller Munde gewesen: als erstes europäisches Museum, welches sich intensiv mit der Kunst der Moderne beschäftigte oder als "schönstes Museum der Welt" vor dem 2. Weltkrieg. Aber auch durch die gute Einkaufspolitik, welche es möglich machte, nach Ende des Nationalsozialismus in kürzester Zeit die Ganzheitlichkeit der Sammlung wiederherzustellen, machte das Museum von sich reden.

Ansicht Museum Folkwang, Bismarckstraße pic: Giorgio Pastore

Die Geschichte des Museum Folkwang

Der Name Folkwang geht auf die altnordische Mythologie zurück: Folkvangar ist die Halle für das Volk und Palast der Göttin Freya. Karl Ernst Osthaus (1874-1921) entwickelte um 1898 die Vision, einen Zugang zur Kunst und Kultur für einfache Bürger zu forcieren. Mit Hilfe eines großen Erbes seines Großvaters gelang es dem jungen Hagener, ein eigenes Museum in seiner Heimatstadt zu eröffnen. Das damalige Museum Folkwang in Hagen war eines der ersten europäischen Museen, welches sich mit der Kunst der Moderne und dem Kunsthandwerk beschäftigte. Nach dem Tod Osthaus' 1921 wurde die Ausstellung von kunstbegeisterten Essener Bürgern mit dem bestehenden Städtischen Kunstmuseum zum heutigen Museum Folkwang in Essen vereint. In nur wenigen Jahrzehnten erlangte das Museum für moderne Kunst bereits Weltruf.

Ansicht Foyer pic: Giorgio Pastore

Im Bombenhagel zerstört

Zur Zeit des zweiten Weltkriegs wurde das Folkwang Museum Ziel nationalsozialistischer Hetzkampagnen. Infolge dessen sind mehr als 1400 Werke als "entartet" gebrandmarkt, konfisziert und zum Teil in alle Welt verkauft worden. Zudem wurden große Teile des Museums während eines Bombenhagels auf Essen zerstört. Erst in den 1950er und 1960er Jahren gelang es der Stiftung, viele Werke zurückzuerlangen und das Museum Stück für Stück wieder in seine ursprüngliche Verfassung zu bringen. Bereits in den 1970er Jahren war die Sammlung umfangreicher als je zuvor.

Das Museum Folkwang vor dem Neubau

Aus dem Museum Folkwang entwickelte sich seit den 1970er Jahren eines der renommiertesten deutschen Kunstmuseen. Nach mehrmaligen An- und Umbauten wurde 2006 bekannt gegeben, dass ein Neubau des Museums angedacht ist. Im März 2007 gingen aus einem Architekturwettbewerb David Chipperfield Architects als Sieger und zukünftige Architekten des neuen Museum Folkwang hervor.

Der Neubau des Museum Folkwang

Ergänzend zum denkmalgeschützten Altbau des Museum Folkwang entstand in nur 23 Monaten ein Neubau mit einer Nutzfläche von 19.350 m². Dieser bietet nicht nur mehr Platz für die umfangreichen Sammlungen des Museum Folkwang und Raum für mannigfaltige Wechselausstellungen, Diskussionsrunden und Vorträge, sondern wird auch ein mit Café, Restaurant und Buchhandlung ausgestattetes Zentrum der Begegnung mit der Kunst darstellen. Dieses Gebäude besticht dank seiner zahlreichen Glasfassaden und Innenhöfe in erster Linie durch seine Offenheit. Durch ein ausgeklügeltes, für ein Museum nahezu revolutionäres System, wird das gesamte Gebäude vor allem durch Tageslicht erhellt.

Prometheus begrüßt Sie zur Ausstellung, Foto: J. Nober

NEUE WELTEN

Seit Ende Juni 2019 hat das Museum Folkwang seine Dauerausstellung mit zahlreichen Werken der umfangreichen Sammlung neu arrangiert, mit dem Ziel, „die Sammlung zu aktivieren und in immer neuen Konstellationen zu zeigen“, wie Peter Gorschlüter, der Direktor des Museums Folkwang, betont. Mit dieser Idee im Hinterkopf werden Sie bei einer Besichtigung entdecken, dass die Sammlung in 24 verschiedenen Räumen themenzentriert präsentiert wird. In jedem Raum gibt es ein impulsgebendes Werk, das die Thematik der dort ausgestellten Werke strukturiert. Gemäß dem übergreifenden Titel „NEUE WELTEN“ handeln alle Räume von Auf- und Umbrüchen, was der Kunst auch im Hinblick auf aktuelle gesellschaftlich relevante Themen zusätzliche Relevanz verleiht. Neuerwerbe können sich in diesem Konzept harmonisch in die bereits vorhandene Sammlung fügen und verschiedene Kunstformen im Hinblick auf die jeweiligen Themen nicht nur koexistieren, sondern vor allem auch synergieren – eine von Osthaus erträumte Einheit der Künste.

Ausstellungen 2019

Das Folkwang Museum begeistert auch 2019 mit einem großen Spektrum an Ausstellungen: Hier wird Kunst verschiedener Künstler und zu zahlreichen Themen ausgestellt.

Seit dem 05. Februar können Besucher das erste von vier Projekten den Choreografen William Forsythe bewundern. Unter dem Titel „City of Abstracts“ beschäftigt sich der Künstler mit dem Verhältnis von Mensch und Raum. Im Frühsommer folgt Forsythes nächstes Projekt, „Human Writes Drawings“.

“Plakat – Bühne – Objekt“ wird ab dem 22. Februar als erste Ausstellung eröffnet. Hier stehen die Werke des Designers und Grafikers Emil Pirchan im Fokus. Es ist die weltweit erste große Einzelausstellung, die sich mit den Plakaten und Bühnenbildern des Universalkünstlers beschäftigt. Bis zum 05. Mai kann man seine Kunstwerke in Essen betrachten.

Einen etwas skurril mutet der Titel der Ausstellung der koranischen Künsterlin Young-Jae Lee an. Ihre Serie „Spinatschalen“ startet am 23. Mai und befasst sich bis zum 14. Juli mit der Tradition der japanischen Teeschale. In der Ausstellung wird sie zudem 101 ihrer Spinatschalen in einem eigens für den Gartensaal des Museum entwickelten Displays präsentieren.

Museum Folkwang 2017 pic: Giorgio Pastore

Von Nancy Spero bis „Der montierte Mensch“

In der zweiten Hälfte des Jahres widmet sich das Folkwang Museum mit 80 Werken von Nancy Spero politisch-gesellschaftlichen Themen. Die US-amerikanische Künstlerin hat sich in außergewöhnlichen Arbeiten, die aus Papierbahnen bestehen, unter anderem mit Krieg, Gewalt und Ungleichheit auseinander gesetzt. Nancy Speros Vermächtnis ist vom 07. Juni bis zum 25. August 2019 in Essen zu bestaunen.

Veit Stratmann bezieht sich mit seinen Objekten und Installationen auf die Architektur und Funktion öffentlicher Gebäude. Besucher können sich ab Juli auf ein spielerische Erkundung seiner Werke im Folkwang Museum freuen.

Vom 18. Oktober bis 24. November werden verschiedene Werke der Lehrenden und Studierenden der Folkwang Universität ausgestellt. Unter dem Titel „Das beseelte Ding“ beschäftigen sie sich mit der Frage nach der heutigen Relevanz der am Bauhaus formulierten Konzepte.

Zuletzt bietet das Folkwang Museum die Ausstellung “Der montierte Mensch“ an, in der Werke von verschiedenen Künstler und Künstlerinnen ausgestellt werden. Im Mittelpunkt steht die Verbindung von Mensch und Maschine in Bezug zu einigen ausschlaggebenden Entwicklungen der letzten Jahre. „Der montierte Mensch“ kann vom 08. November bis zum 15. März 2020 im Folkwang Museum besucht werden.

Museum Folkwang

Museumsplatz 1
45128 Essen

Öffnungszeiten Sammlung/Sonderausstellung

Di, Mi: 10 – 18 Uhr
Do, Fr: 10 – 20 Uhr
Sa, So 10 – 18 Uhr
Montag geschlossen

An folgenden Feiertagen geöffnet:
Neujahr, Karfreitag, Ostersonntag, Ostermontag, 1. Mai, Christi Himmelfahrt, Pfingstsonntag, Pfingstmontag, Fronleichnam, Tag der Deutschen Einheit, Allerheiligen, Totensonntag, 26. Dezember

An folgenden Feiertagen geschlossen:
Rosenmontag, Heiligabend, 25. Dezember, Silvester

Eintrittspreise Dauerausstellung

Ab sofort ist der Eintritt in die Dauerausstellung kostenlos!
Bei Sonderausstellungen gelten andere Eintrittspreise!

(Stand: Juli 2019, Angaben ohne Gewähr)

(de)

Fotos: Giorgio Pastore (Bild 1-3 sowie 5), J. Nober (Bild 4)

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