Ruhr Museum

Im Kulturhauptstadtjahr 2010 eröffnete auf der Essener Zeche Zollverein ein Heimatmuseum, wie es faszinierender kaum sein kann. Aus der Sammlung des ehemaligen Ruhrland-Museums ist das neue Ruhr Museum entstanden. Dem gleichen Weg, den noch vor nicht allzu langer Zeit die Kohle auf der Zeche Zollverein nahm, folgt heute im Ruhr Museum ein Museumsparcours, der durch die Gegenwart, die Geschichte und den Prozess der Industrialisierung wieder zur Gegenwart des Ruhrgebiets führt.

Das Ruhr Museum auf Zollverein, Copyright: Ruhr Museum; Foto: Brigida González [ruhr-guide] Der Ballungsraum Ruhrgebiet existiert namentlich seit den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts, doch reicht seine Geschichte selbstverständlich weit über die Entwicklung innerhalb der Industrialisierung hinaus. Das gebündelte Wissen über eine Region, um die sich Mythen ranken, in der sich Phänomene hervortun und deren Wahrheit beeindruckt, finden Interessierte im Ruhr Museum in der ehemaligen Kohlenwäsche der Zeche Zollverein. Durch das populäre Ausstellungskonzept werden die sonst so trockenen Themen wie soziale Entwicklung, Geschichte und Archäologie zu einer spannenden Rundreise durch die Entwicklung des Ruhrgebiets. Zugleich bietet das Ruhr Museum zahlreichen Sonderausstellungen, die verschiedene Aspekte der Ruhrgebietskultur und -geschichte beleuchten, einen Raum.

Gegenwart

Der Parcours beginnt im Ruhr Museum in der Gegenwart des Ruhrgebiets. Anhand von vielen Fotografien aus verschiedenen künstlerischen Projekten werden neben sozialen Strukturen oder typischen Ruhrgebiets-Merkmalen auch Halden, Industriearchitektur und die vielseitige Natur gezeigt.Das Treppenhaus Ruhr Museum, Copyright: Ruhr Museum; Foto: Tim Schröder Einen Einblick in die Geräusche des Ruhrgebiets bekommt man unter den Klangbeispielen, deren Spektrum vom Nachmittagsverkehr auf der A40 bis hin zum grunzenden Schwein auf einem der vielen Bauernhöfe der Region reicht. Auf großformatigen animierten Datenschaubildern werden Informationen zu demografischen Belangen gegeben und natürlich gibt es auch diverse Relikte der Gegenwart in echt zu bestaunen, wie Fußballpokale oder Fanartikel. Vorbei an einer bunt gemischten Sammlung von Zeugnissen der Zeit in wilder Anordnung gelangt man auf die Etage der Entwicklungsgeschichte.

Gedächtnis

Ob geologische Profile oder das Skelett eines Mammuts, die Geschichte des Ruhrgebiet fängt mit der Urzeit an. Bevor das Ruhrgebiet durch die Industrialisierung als eine Region begriffen wurde, gab es unzählige Herrschaftsformen und -gebiete, genau wie kulturelle Beeinflussungen durch Kriege und Invasionen. In zeitlicher Abfolge führt der Weg im Ruhr Museum durch all diese Stationen der Entwicklung. Ein besonderes Augenmerk wird auf die Entstehung von Traditionen gelegt. Ob durch Verläufe von Handelsstraßen oder Einfluss von Religionen, der Grundstein dafür, dass das Ruhrgebiet ist wie es ist, wurde nicht erst in der relativ jungen Vergangenheit der Industrialisierung gelegt. Die Sammlung der kulturellen Hinterlassenschaften stammt aus dem ältesten Museum des Ruhrgebietes. Das Ruhrlandmuseum wurde einst vor dem ersten Weltkrieg gegründet um vor allem der Arbeiterbevölkerung im geschichtslosen Ruhrgebiet einen Gegenpol und eine Möglichkeit zur kulturellen Verwurzelung zu geben.

Geschichte

Da aber natürlich die Phase der Industrialisierung für das Ruhrgebiet die wohl einschneidenste war, widmet sich Etage drei im Ruhr Museum eben dieser Zeit. Anhand unzähliger Zeugnisse wie Bilder, Schriftstücke, Plakate und Gebrauchsgegenständen wird dem Besucher das Leben vom Ende des 18. Jahrhunderts bis Mitte des 20. näher gebracht, bis die Ausstellung schließlich wieder in der Gegenwart, aber auch in den Zukunftsvisionen endet.

Ausstellung 100 Jahre Ruhrgebiet, Copyright: Ruhr Museum; Foto: Rainer Rothenberg

100 Jahre Ruhrgebiet. Die andere Metropole

13. September 2020 bis 9. Mai 2021
Im Jahr 2020 feiert der Regionalverband Ruhr (RVR) sein 100-jähriges Bestehen. Die Ausstellung "100 Jahre Ruhrgebiet. Die andere Metropole" im Ruhr Museum schaut auf die Entwicklung des Ruhrgebiets zurück. Dort sieht man das Ruhrgebiet als Wissens- und Verwaltungsmetropole. Doch auch seine politische Vergangenheit, die Infrastruktur und der Verkehr wird beleuchtet. Zudem richtet sich der Blick auf die Industrie, Sport, Veranstaltungen und auf die Kultur der Region. Rufen Sie sich damalige Erfolgsgeschichten und Rückschläge ins Gedächtnis und bestaunen Sie den Wandel des Ruhrgebiets. Die gelb-schwarzen Straßenschilder, die man heutzutage überall sieht, wurden einst nur für die Metropole entwickelt. Hier ist der Strukturwandel in vollem Gange und die stetigen Veränderungen des Ruhrgebiets vereinen seit jeher seine Einwohner. Die Ausstellung rund um das Ruhrgebiet zeigt über 1.000 Exponate, darunter Schriftstücke, Urkunden, Fotos, Plakate und auch Filmdokumente. Sehen Sie beeindruckende Objekte, wie den Fußballwanderpokal der Deutschen Meister von 1945 oder auch ein Kostüm aus dem Musicaltheater "Starlight Express". Über 100 Fotografien zum Ruhrgebiet aus den letzten 20 Jahren ergänzen die Ausstellung. In Kombination mit den Objekten entsteht ein informativer und abwechslungsreicher Blick auf die Metropole Ruhrgebiet.

Eine Seifenkiste, Copyright: Ruhr Museum; Foto: Jochen Tack

Kindheit im Ruhrgebiet

7. September 2020 bis 25. Mai 2021
Wir alle haben noch Erinnerungen an unsere Kindheit. Vielleicht entdecken Sie einige davon in der Galerieausstellung "Kindheit im Ruhrgebiet". Dort können Sie in die Zeit eintauchen, in der man noch Glanzbilder gesammelt und Fix & Foxi Hefte gelesen hat. Viele private Leihgeberinnen und Leihgeber berichteten für diese Ausstellung von den Erinnerungen und Erlebnissen, die sie mit den Objekten aus ihrer Kindheit verbinden. Auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein kommen 66 Einzelerinnerungen mit 120 Fotos voller Kindheitserinnerungen aus der Fotografischen Sammlung des Ruhr Museums zusammen. Die Sammlung vieler persönliche Erinnerungen erschafft eine allgemeine Vorstellung von der Kindheit im Ruhrgebiet. In chronologischer Reihenfolge sind dort Kindheitserinnerungen von der Nachkriegszeit (1945) bis hin zum Strukturwandel (1989) zu sehen. Die Erinnerungen stammen aus der Zeitspanne vom vierten bis zum 14. Lebensjahr. Sie decken Merkmale auf, die für diese Region charakteristisch sind. In der Ausstellung kann man unter anderem Spielsachen, Schulmaterialien, Kleidung und Gegenstände aus dem alltäglichen Gebrauch sehen, die häufig nicht direkt als Kindheitserinnerungen wahrgenommen werden. Zudem können Sie auf Spielinseln in alte Erinnerungen eintauchen. Die abwechslungsreiche Veranstaltung, die in Kooperation mit dem Deutschen Kinderschutzbund Ortsverband Essen e.V. auf die Beine gestellt wurde, bietet Spaß für alle Altersklassen.

Ruhr Museum

Zollverein A 14
(Schacht XII, Kohlenwäsche)
Gelsenkirchener Straße 181
45309 Essen
Telefon +49 (0)201 24681 444
www.ruhrmuseum.de

Öffnungszeiten
Montag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr
(Heiligabend (24.12.), 1. Weihnachtstag (25.12.) und Silvester (31.12.) geschlossen)

Eintritt
Ruhr Museum Dauerausstellung und Portal der Industriekultur (Kohlenwäsche Basis)

Erwachsene: 8 €
Ermäßigt: 5 €

Ruhr Museum Galerieausstellung

Erwachsene: 3 €
Ermäßigt: 2 €

Ruhr Museum Dauer-, Sonder- und Galerieausstellung und Portal der Industriekultur (Kohlenwäsche komplett)

Erwachsene: 10 €
Ermäßigt: 7 €

100 Jahre Ruhrgebiet. Die andere Metropole

Erwachsene: 7 €
Ermäßigt: 4 €

Kindheit im Ruhrgebiet

Erwachsene: 3 €
Ermäßigt: 2 €

Kinder und Jugendliche bis einschließlich 17 Jahre sowie Schüler*innen und Studierende unter 25 Jahren haben freien Eintritt.

(Stand: November 2020, Angaben ohne Gewähr)

Fotocredit
1. Ruhr Museum, Foto: Brigida González
2. Ruhr Museum, Foto: Tim Schröder
3. Ruhr Museum, Foto: Rainer Rothenberg
4. Ruhr Museum, Foto: Jochen Tack