Ein Schädlingsbekämpfer kontrolliert eine verschlossene Köderstation an einem Wohnhaus.

Ratten in Bochum: Warum die Stadt so viele hat und wann Schädlingsbekämpfung in Bochum nötig wird

Ein Rascheln im Komposthaufen in Weitmar, Laufspuren am Kanaldeckel in Hamme, ein daumendickes Loch unter dem Gartenhaus in Gerthe: Sobald die Nächte im Herbst kälter werden, häufen sich in Bochum die Meldungen über Ratten. Das ist kein Zeichen für eine schmutzige Stadt, sondern die Folge dessen, wie Bochum gebaut ist.

Ein Schädlingsbekämpfer kontrolliert eine verschlossene Köderstation an einem Wohnhaus.
Verschlossene Köderstation an einem Wohnhaus.

Warum Bochum ein Rattenrevier ist

Die Wanderratte lebt dort, wo sie Wasser, Deckung und Futter findet. Bochum bietet alles drei. Unter der Stadt liegt ein altes, weit verzweigtes Kanalnetz, das die Tiere als Autobahn nutzen. Darüber liegen Zechensiedlungen mit Gärten und Ställen wie die Dahlhauser Heide, Gründerzeithäuser mit Gewölbekellern in Ehrenfeld und der Innenstadt, dichte Wohnbebauung in Wattenscheid, Studentenwohnungen in Querenburg rund um die Ruhr-Universität. Dazu Kleingartenanlagen, Bachläufe und die Ruhr mit dem Kemnader See.

Zwei Ereignisse treiben die Zahlen regelmäßig nach oben: Starkregen, der die Tiere aus der Kanalisation nach oben drückt, und Baustellen, die ihre Baue stören. Wer dann einen offenen Komposter, Vogelfutter auf dem Boden oder Gelbe Säcke vor der Tür hat, versorgt schnell die ganze Straße. Im Bermuda3Eck und rund um den Hauptbahnhof kommt die Gastronomie dazu, denn wo Essensreste anfallen, sind Ratten nie weit.

Bochum ist kein Einzelfall: Ratten im ganzen Ruhrgebiet

Was für Bochum gilt, gilt für die Nachbarstädte genauso. Essen, Gelsenkirchen, Herne und Dortmund teilen sich dieselbe Kanalgeschichte, dieselben Zechensiedlungen und dieselben Bachläufe. Der Umbau der Emscher hat in den vergangenen Jahren viele Uferbereiche geöffnet, in denen sich Ratten ungestört einrichten. Dazu kommt die dichteste Kleingartenlandschaft Deutschlands: Wo Hunderte Parzellen mit Komposthaufen, Hühnerställen und Gartenlauben aneinandergrenzen, reicht ein einziger nachlässiger Pächter für eine ganze Anlage. Schädlingsbekämpfer im Ruhrgebiet sehen deshalb jedes Jahr dieselbe Welle: Erst Bochum-Hamme, dann Herne-Süd, dann Gelsenkirchen-Ückendorf, oft im Abstand weniger Wochen und entlang derselben Kanalstränge.

Wer in Bochum zuständig ist

Viele Bochumer rufen zuerst die Stadt an. Das ist nur zur Hälfte richtig. Die Bochumer Sicherheitsverordnung legt fest, dass auf privatem Grund jeder Eigentümer selbst für die Schadnagerbekämpfung verantwortlich ist. Um öffentliche Flächen, Grünanlagen und das Kanalnetz kümmert sich die Zentrale Schadnagerbekämpfung des Technischen Betriebs der Stadt Bochum. Sichtungen auf Straßen, Spielplätzen oder in Parks sollten dort gemeldet werden, damit die Stadt das Umfeld mitbehandelt. Für das eigene Grundstück bleibt die Verantwortung beim Eigentümer, für Mieter beim Vermieter.

Woran man Ratten sicher erkennt

Verwechslungen mit Mäusen oder Wühlmäusen sind häufig. Rattenkot ist ein bis zwei Zentimeter lang, spindelförmig und liegt in Gruppen entlang der Laufwege, Mäusekot ist reiskorngroß. Rattenlöcher haben fünf bis acht Zentimeter Durchmesser, sitzen meist an Mauern, Fundamenten oder unter dem Kompost und haben frischen Erdauswurf davor. Laufwege zeigen sich als niedergetretene Pfade im Gras, immer an Kanten entlang, und als dunkle Schmierspuren an glatten Wänden. Wer Ratten tagsüber sieht, hat in der Regel bereits mehr Tiere, als er denkt.

Was Bochumer selbst tun können

Die wirksamste Maßnahme kostet nichts: den Tieren die Lebensgrundlage nehmen. Komposter schließen und keine gekochten Speisen hineingeben. Vogelfutter nur in Futtersäulen mit Auffangschale. Gelbe Säcke und Biotonnen erst am Abfuhrtag rausstellen. Holzstapel und Gerümpel wegräumen, Hohlräume unter Terrassen und Gartenhäusern mit engmaschigem Drahtgitter verschließen. Und mit den Nachbarn reden, denn eine Bekämpfung auf einem Grundstück bringt wenig, wenn nebenan weiter gefüttert wird.

Wann Schädlingsbekämpfung in Bochum nötig wird

Ratten gelten nach dem Infektionsschutzgesetz als Gesundheitsschädlinge. Wer mehrere Baue findet, Tiere am Tag sieht oder trotz Aufräumen nach zwei bis drei Wochen keine Besserung hat, sollte nicht mehr selbst experimentieren. Seit 2026 gelten zudem strengere Regeln: Die wirksamen Rattengifte sind Fachleuten mit Sachkunde vorbehalten, vor dem Auslegen muss der Befall nachgewiesen sein, Köderstationen werden mindestens wöchentlich kontrolliert, und eine Dauerbeköderung ohne Befall ist verboten.

„Viele Bochumer rufen uns an, wenn sie schon zwei, drei Wochen mit Fallen aus dem Baumarkt experimentiert haben, und das ist ihr gutes Recht“, sagt Herr Schmitz vom Fachbetrieb Knipp Neumann, welcher seit Jahrzehnten im Ruhrgebiet arbeitet, seinen Hauptsitz in Bochum hat und Schädlingsbekämpfung in Bochum für Privathaushalte und Betriebe anbietet. „In der Zeit ist aus zwei Tieren eine Kolonie geworden. Der Kammerjäger sucht zuerst die Ursache: Wo kommen die Tiere rein, was finden sie hier? Ohne diese Antwort ist jede Bekämpfung nur eine Pause.“ Ein Fachbetrieb arbeitet mit verschlossenen, verankerten Köderstationen, dokumentiert jede Kontrolle und entfernt am Ende alles wieder.

Fazit

Ratten gehören zu Bochum wie die Zechen und die Kanäle. Ob sie im eigenen Garten auftauchen, entscheidet nicht die Stadt, sondern das, was sie dort finden. Wer Komposter, Futter und Verstecke im Griff hat, löst die meisten Fälle selbst. Wird es mehr, ist der Fachbetrieb mit Sachkunde der richtige Weg, und je früher der Anruf, desto kürzer die Maßnahme.

Bild: KI generated, recraft.ai Pro

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