Fahrzeug im Ruhrgebiet zulassen: Was ist zu beachten?

Führerschein bestanden, neues Auto gekauft, fehlt nur noch die Zulassung. Wer ein Fahrzeug für den Straßenverkehr zulassen will, muss einiges beachten. Wir erklären, wo man sein Auto im Ruhrgebiet anmelden kann, wie viel das kostet und welche Unterlagen nötigt sind.

Ihr neues Auto zulassen, Foto: pixabay, MarleneBitzer Grafik Ein neuer oder gebrauchter Wagen muss in Deutschland angemeldet werden, bevor man ihn im öffentlichen Raum fahren darf. Die rechtliche Grundlage bildet hier die Verordnung über die Zulassung von Fahrzeugen zum Straßenverkehr – oder kürzer: Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV). Die Verordnung regelt die Details für eine Zulassung wie Kennzeichnung, Versicherung und Besteuerung.

Wer also ein Fahrzeug nutzen will, muss zunächst eine Kfz-Haftpflichtversicherung abschließen und das Auto anmelden. Fahrer, die mit einem Fahrzeug unterwegs sind, das nicht amtlich zugelassen ist, bestraft der Bußgeldkatalog mit einem Bußgeld von 70 Euro und einem Punkt in Flensburg. Wer ohne eine gültige Kfz- Haftpflichtversicherung auf der Straße unterwegs ist, macht sich sogar strafbar. Dann drohen eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder Geldstrafe, bis zu sechs Punkte in Flensburg und ein Fahrverbot.

Fahrzeug in der örtlichen Zulassungsstelle anmelden

Wer diese Strafen verhindern will, meldet sein Auto also besser vor der ersten Nutzung an. Und das geht so: Man muss persönlich zur örtlichen Zulassungsstelle in der Nähe des eigenen Hauptwohnsitzes. Im gesamten Ruhrgebiet gibt es über 30 Servicestellen in den Stadt-beziehungsweise Kreisverwaltungen für die An-, Um- und Abmeldung von Fahrzeugen. Da die Zulassungsstellen im Ruhrgebiet als Ballungszentrum in der Regel sehr voll sind, empfiehlt es sich, einen Termin zu vereinbaren – entweder online oder telefonisch.

In diesen Städten und Kreisen im Ruhrgebiet gibt es Zulassungsstellen, bei denen Fahrzeuge amtlich angemeldet werden können:

Stadt oder Kreis

Anzahl der Zulassungsstellen

Gebühr für die Neuanmeldung eines Fahrzeugs

Bochum

1

27,00 Euro

Bottrop

1

27,60 Euro

Dortmund

10

27,60 Euro

Duisburg

1

37,80 Euro

Essen

2

keine Angaben

Gelsenkirchen

1

27,00 Euro

Hamm

7

27,00 Euro

Hagen

1

27,60 Euro

Herne

1

keine Angaben

Mülheim an der Ruhr

1

27,00 Euro

Oberhausen

1

keine Angaben

Kreis Recklinghausen

1

27,60 Euro

Ennepe-Ruhr-Kreis

2

27,00 Euro

Kreis Unna

2

27,00 Euro

Kreis Wesel

2

27,60 Euro

Auto zulassen: Diese Dokumente sind nötig

Zum Termin in der Zulassungsstelle müssen eine ganze Reihe an Dokumenten mitgebracht werden. Dazu gehören immer:

• Personalausweis oder Reisepass
• die Nummer der elektronischen Versicherungsbestätigung (eVB-Nummer)
• die Zulassungsbescheinigung Teil II (Fahrzeugbrief)
• ein SEPA-Mandat (Einzugsermächtigung) zum Einzug der Kfz-Steuer

Wer einen Neuwagen anmelden will, muss zusätzlich Folgendes mitbringen:

• die EG-Übereinstimmungsbescheinigung (COC-Papiere) des Herstellers

Die Zulassungsbescheinigung Teil I – der Fahrzeugschein – wird bei der Erstzulassung von der Zulassungsbehörde erstellt.

Wer einen Gebrauchtwagen oder ein zuvor stillgelegtes Fahrzeug anmelden möchte, muss zusätzlich zu den ersten vier genannten Dokumenten noch folgende mitbringen:

• die Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein)
• Bericht der letzten Hauptuntersuchung
• in der Regel die alten Kennzeichen

Fahrzeug online zulassen im Ruhrgebiet

Seit 1. Oktober 2019 soll auch eine Online-Zulassung bequem von zu Hause aus möglich sein. Über die sogenannte internetbasierte Fahrzeugzulassung (i-kfz) soll die Neuzulassung von Fahrzeugen oder die Umschreibung auf einen anderen Halter digital funktionieren. Allerdings haben noch nicht alle Behörden diesen Service eingerichtet. Anfang 2020 boten deutschlandweit nur die Hälfte der Zulassungsstellen diese Online-Zulassung an. Wer sein Auto im Ruhrgebiet online anmelden möchte sollte einen Blick auf die Internetseite der örtlichen Zulassungsstelle werfen.

Sie haben Fragen zum Thema Verkehrsrecht oder suchen anwaltlichen Rat? Die Verbraucherrechtskanzlei VON RUEDEN berät in einem kostenlosen Erstgespräch zu individuellen Fällen im Verkehrsrecht und prüft kostenfrei und unverbindlich, ob sich ein Einspruch – zum Beispiel gegen einen Bußgeldbescheid – lohnt. Schreiben Sie uns eine Mail an info@rueden.de oder rufen Sie uns an: 030 / 200 590 770.

Foto: pixabay, MarleneBitzer