Nachhaltige Wärme: Diese Heizmöglichkeiten gibt es

Historisch wird das Ruhrgebiet immer mit fossilen Brennstoffen verbunden sein – doch die Energiewende ist auch hier längst Realität. Besonders wichtig in puncto Klimaschutz: das nachhaltige Heizen. Immer mehr neu gebaute Immobilien funktionieren dabei mit erneuerbaren Energien. Doch welche Heizungsmöglichkeiten bestehen aktuell eigentlich und was ist bei den einzelnen Varianten zu beachten?

Verschiedene Heizungsmöglichkeiten, Bildquelle: @ lassedesignen – 193324751 / Adobe Stock Insgesamt 18.371 Wohnhäuser wurden im Jahre 2018 in NRW genehmigt – davon wird in Zukunft fast die Hälfte (48,5 Prozent) ausschließlich oder überwiegend mit erneuerbaren Energien beheizt. Diese insgesamt 8903 neuen Gebäude nutzen entweder Holz, Solarenergie, Biomasse, Biogas oder Erdwärme als primären Heizenergieträger.

NRW auf einem guten Weg: jedes zweite neue Haus mit erneuerbaren Energien

Doch die nachhaltig beheizbaren Gebäude sind nicht überall in NRW gleichermaßen beliebt:
• Spitzenreiter im nachhaltigen Heizen ist Gelsenkirchen. Hier planen 74 Prozent der Bauherren Gebäude, deren Heizung mit erneuerbaren Energien laufen.
• Auch im Kreis Siegen Wittgenstein (72,3 Prozent) und Olpe (72,2 Prozent) machen nachhaltig beheizte Gebäude die Mehrheit aus.
• Einen Anteil von immerhin über 60 Prozent stellen die nachhaltig beheizten Wohngebäude in den folgenden Kreisen: Hochsauerlandkreis, Märkischer Kreis, Rheinisch-Bergischer Kreis, Heinsberg, Mönchengladbach und Kleve
• Überwiegend konventionell beheizte Bauprojekte wurden 2018 hingegen in Düsseldorf und Münster geplant. Hier beträgt der Anteil an erneuerbaren Heizenergieträgern lediglich 22,2 bzw. 17,8 Prozent.

Grundsätzlich zeigt die Genehmigungsstatistik, dass der Trend eindeutig in Richtung Nachhaltigkeit und erneuerbare Energien geht. Trotzdem ist es noch ein weiter Weg, bis die Energiewende komplett im Bausegment in NRW ankommt.

Heizmöglichkeiten im Überblick: Das steht heute zur Verfügung

Beim Kauf einer älteren Immobilie hat die Erneuerung der alten Heizungsanlage meist Priorität. Schließlich entspricht sie oft nicht mehr den geltenden Normen und verursacht durch ihre geringe Effizienz hohe Kosten. Doch welche Heizungsarten stehen Bauherren und Immobilienkäufern heute zur Auswahl? Im Folgenden werden die gängigsten Varianten näher erklärt:

1. Ölheizung: Kein Zukunftsmodell mehr
Dass fossile Energieträger wie Öl und Gas kein Zukunftsmodell darstellen, ist im 21. Jahrhundert jedem Heizungsbesitzer klar. Neben der Frage, wie viel Öl in Zukunft noch gefördert werden kann, liegt der Nachteil einer alten Ölheizung jedoch vorwiegend in den hohen CO2-Emissionen. Laut Umwelt-Bundesamt verursacht die Heizenergie insgesamt etwa 26 Prozent des bundesdeutschen Kohlendioxid-Ausstoßes. Besonders viel davon geht auf das Konto ineffizienter Heizungsanlagen, die älter als 15 Jahre sind und eine Energieeffizienzklasse von C und schlechter besitzen. Das trifft hierzulande auf 50 Prozent aller Ölheizungen zu. Das Bundes-Klimaschutzgesetz regelt deshalb seit 2019, wie lange bestimmte Heizungsarten noch eingebaut werden dürfen und welche förderungsfähig sind. Für Ölheizungen gelten dabei diese Vorschriften:

• Ölheizungs-Verbot: Ab 2026 dürfen Heizungen, die allein auf dem Energieträger Öl basieren, nicht mehr verbaut werden. Erlaubt und förderungsfähig sind dann nur noch sogenannte „Hybridheizungen“, die wenigstens einen Anteil erneuerbarer Energien mit einbinden. Genutzte Ölheizungen dürfen bis zum Ende der vorgeschriebenen maximalen Lebensdauer weiterverwendet werden.
• Öl wird teurer durch den CO2-Aufschlag: Im Rahmen des Klimapakets wurde beschlossen, den Preis pro Tonne CO2 im Laufe der kommenden Jahre von 25€ (2021) auf 55€ (2025) anzuheben. Diese Steigerung schlägt sich unmittelbar auf die Heizölpreise nieder. Fachleute prognostizieren, dass ein Jahresbedarf von 2000 Litern Heizöl in 2021 etwa 158 € mehr kosten wird als im Vorjahr. Vier Jahre später beträgt die Steigerung dann vermutlich 350€.
• Wer wechselt, kassiert: Wer seine alte Ölheizung gegen ein alternatives System tauscht, erhält dafür 10 Prozent mehr Fördergelder als beim Austausch einer Gasheizung. Damit sind beim Wechsel von Öl auf Pellets oder eine Wärmepumpe zum Beispiel 45 Prozent Förderung möglich.

2. Gasheizung: Nach wie vor sehr beliebt
Rund 50 Prozent der privaten Haushalte hierzulande heizen mit Gas. Obgleich 36 Prozent dieser Heizungsanlagen 15 Jahre und älter sind, bleibt die Gasheizung auch bei der Erneuerung eine beliebte Variante. Der Grund: Moderne Gasheizungen gelten als Brückentechnologie auf dem Weg zu den erneuerbaren Energien. Immerhin liegt ihr CO2-Ausstoß rund 25 Prozent niedriger als die eines Öl-Brenners. Weitere Vorteile sind:

• Effizienz: Moderne Gasheizungen haben einen Wirkungsgrad zwischen 95 und 98 Prozent, sodass fast die gesamte Gas-Energie auch zum Heizen genutzt werden kann. Neue Geräte können damit 30 Prozent sparsamer arbeiten als ältere Modelle. Diesen Vorteil bemerkt der Nutzer vor allem durch die geringeren Kosten, denn bei effizienten Gas-Heizungen macht sich der gestiegene CO2-Preis nicht so stark bemerkbar.
• Erdgas, Flüssiggas, Biogas: Liegt ein Gasanschluss an, so ist die Versorgung mit Erdgas für den Nutzer die bequemste Variante. Flüssiggas wählt man immer dann als Energiequelle, wenn keine Infrastruktur vorhanden ist und die Heizung durch einen eigenen Tank gespeist wird. Einige Energieversorger bieten sogenanntes Öko- oder Klimagas an und versprechen, seine CO2-Emissionen an andere Stelle zu neutralisieren. Echtes Biogas dagegen ist klimaneutral, da es nur so viel Kohlendioxid freisetzt, wie die Pflanzen vorher gebunden haben.
• Förderfähig? Der Einbau einer Gasheizung verursacht im Vergleich mit anderen Heizungsvarianten relativ niedrige Investitionskosten von 2000€ bis 8000€, je nach Ausführung und Montageaufwand. Förderfähig ist die reine Gas-Version allerdings laut Bundesklimaschutzgesetz nicht mehr. Wer allerdings eine Gasheizung mit einer erneuerbaren Energiequelle kombiniert, kann sparen: Gas-Hybridheizungen werden mit bis zu 30 Prozent gefördert; beim Wechsel von einer veralteten Ölheizung beträgt die Förderung sogar 40 Prozent.

Wärmepumpen werden auch in NRW immer beliebter. Doch wann lohnt sich eine solche? Was ist dabei zu beachten und welche nachhaltigen Alternativen gibt es? Bildquelle: @ Gerd – 25032155 / Adobe Stock 3. Wärmepumpe: Der neue Hoffnungsträger in Sachen erneuerbare Energien
Das Grundprinzip einer Wärmepumpe kann jeder in der eigenen Küche am Kühlschrank nachvollziehen. Hier zieht ein Kühlmittelkreislauf die Wärme aus dem Innenraum und leitet sie nach außen. Die Wärmepumpenheizung für ein Eigenheim funktioniert in umgekehrter Richtung: Sie zieht Wärme aus der Umwelt ab und konzentriert sie in den Innenräumen. Heutzutage unterscheidet man zwischen drei unterschiedlichen Wärmepumpen-Varianten:

• Grundwasserwärmepumpe: Die Temperatur des Grundwassers unterschreitet auch im Winter selten 10 Grad Celsius. Damit bietet es sich optimal zur Wärmegewinnung an. Die Voraussetzung: Heizungsbesitzer müssen auf ihrem Grundstück zwei Brunnen bohren lassen, die Zu- und Ablauf der Heizungsanlage bilden. Ferner darf das Wasser keine Elemente beinhalten, die einen Heizungsfilter verstopfen würden.
• Erdwärmepumpe: Um dem Erdboden Wärme zu entziehen, müssen entweder Sonden in die Tiefe gebracht oder breite Kollektoren oberflächennah verlegt werden. Die Leistung der Heizung hängt dabei von den Eigenschaften des Erdreichs, von der Tiefe der Sonde bzw. der Größe der Kollektoren Fläche ab.
• Luftwärmepumpe: Dieses Modell gewinnt selbst aus kalter Außenluft noch Wärme, indem große Mengen davon per Ventilator an einem Wärmetauscher vorbeigeführt werden. Allerdings arbeitet eine Luftwärmepumpe im Winter weit weniger effizient als Erd- oder Grundwasserpumpen und kann durch die Ventilatoren auch zu Geräuschbelästigungen führen.

100 Prozent Nachhaltigkeit mit Öko-Strom

Wärmepumpen sammeln die Wärme von Grundwasser, Erde oder Luft in einem Kühlmittelkreislauf und steigern sie, indem sie das Mittel verdichten. So erreicht ein System den Zuwachs von 7 Grad Erdtemperatur auf 45 Grad im Heizungsvorlauf. Für die Verdichtung, das „Pumpen“, benötigt die Heizung allerdings elektrische Energie. Optimalerweise stammt diese aus erneuerbaren Energien, z.B. einer hauseigenen Solaranlage.

Wärmepumpe im Altbau: Welche Voraussetzungen braucht das Gebäude?
Damit eine Wärmepumpenheizung effizient laufen kann und wenig Strom verbraucht, müssen insbesondere zwei Bedingungen erfüllt sein:

• Größe der Heizkörper: Da durch die Heizkörper vergleichsweise kühles Wasser fließt, müssen sie größer dimensioniert werden, als von Gas- und Ölheizung gewohnt. Die beste Lösung bieten Wand- oder Fußbodenheizungen.
• Gebäudedämmung: Isolierte Fenster und eine Gebäudedämmung ohne Wärmebrücken sorgen dafür, dass die auf moderaten Temperaturen laufende Wärmepumpenheizung den Wärmebedarf effizient und günstig decken kann.

4. Pelletheizung: Nachwachsende Rohstoffe sorgen für Nachhaltigkeit
Heizen mit Holz gilt heutzutage als altmodisch – zumindest, wenn die Holzscheite für den Kamin noch selbst aus dem Wald geholt und geschlagen werden müssen. Moderne Pelletheizungen verbinden die Vorteile von Holz als nachwachsendem Energieträger mit dem Komfort einer Öl- oder Gasheizung. Sie überzeugen Bauherren und Modernisierer mit diesen Argumenten:

• Umweltfreundlichkeit: Die Pellet-Presslinge basieren auf Industrie-Holzabfällen und Resten aus der Forstwirtschaft. In der Verbrennung sind sie prinzipiell CO2-neutral, da nur so viel Kohlendioxid entweicht, wie der Baum im Laufe seines Lebens gebunden hat. Als nachwachsender Rohstoff kann Holz diesen Kreislauf stets von Neuem beschreiten, ohne dass zusätzliche Emissionen entstehen.
• Effizienz: Moderne Pelletheizungen geben die Brennwärme anders als Kaminöfen nicht direkt an die Umgebung ab. Sie sind an einen Pufferspeicher gekoppelt, der die Energieerzeugung vom Energieverbrauch entkoppelt. So arbeitet die Heizung stets effizient und im optimalen Leistungsbereich.
• Komfort: Pellets müssen Heizungsbesitzer nicht selbst säckeweise ins Haus schleppen – die moderne Heizungsanlage wird von einem Silofahrzeug „betankt“. Die Presslinge lagern anschließend in einem Gewebetank, der per Förderschnecke oder Vakuumsaugsystem mit dem Brennofen verbunden ist. Die Voraussetzung für einen reibungslosen und automatischen Betrieb der Heizung ist die Qualität der Pellets: Sie müssen festgelegten Abmessungen entsprechen. Die Klassen A1 und A2 machen zusätzlich Aussagen zum Heizwert und zum Ascheausstoß der Presslinge.

Auch das Heizen mit Holzpellets erfreut sich wachsender Beliebtheit. Der nachhaltige Ansatz besteht darin, das nachwachsende Rohstoffe verwendet werden. Bildquelle: @ Mike Fouque – 244576234 / Adobe Stock Holzheizung für das gemütliche Ambiente: Der Kamin
Unbestritten steigert ein offenes Feuer die Gemütlichkeit in der kalten Jahreszeit. Es verbreitet schließlich nicht nur angenehme Wärme, sondern beruhigt auch die Sinne mit dem atmosphärischen Flammenspiel und dem Knistern der Holzscheite. Früher gab es den Kamin in beinahe jedem Haus, doch in der modernen Architektur findet er kaum Berücksichtigung. Wer seinen Wohnraum nachträglich mit einer Feuerstelle wärmen und aufwerten will, hat dennoch einige Möglichkeiten:

• Freistehende Kaminöfen: Diese Öfen sind vollständig aus Metall oder zusätzlich mit Specksteinplatten verkleidet. Sie lassen sich überall dort platzieren, wo ein geeigneter Schornstein vorhanden ist oder nachträglich eingebaut werden kann. Der Vorteil der beweglichen Öfen: Da sie nicht fest eingemauert sind, können sie bei einem Umzug mit ins neue Heim wandern.
• Kamine aus Bausätzen: Diese Variante ist ideal für Menschen, die sich in einem bereits bestehenden Gebäude einen gemauerten Kamin wünschen. Sie basieren oft auf einem Kamin-Einsatz, der ähnlich wirkt wie ein freistehender Ofen. Dieser wird an einen vorhandenen Schornstein angeschlossen oder an der Außenwand frei platziert und mit einem zusätzlichen Außenschornstein erweitert. Ist der technische Anschluss erledigt, erhält der Kamineinsatz eine individuelle, gemauerte Verkleidung. Sie kann anschließend verputzt werden oder mit dekorativen Steinen bzw. Kacheln gestaltet werden. Im Ganzen ergibt sich so das Bild eines gemauerten Kamins, der sich nahtlos ins Wohnambiente eingliedert.

6. Solarthermie
Anders als die Photovoltaik, die Stromerzeugung aus Sonnenenergie, ist die Solarthermie hierzulande weit weniger bekannt. Zu Unrecht, denn mit einer Solarthermie-Anlage können potenziell viele deutsche Haushalte zur Energiewende beitragen. Das Prinzip ähnelt der Wärmepumpe: Über flüssigkeitsgefüllte Kollektoren wird auf dem Hausdach Sonnenwärme gesammelt, die im Sommer zum Baden, Duschen und Abwaschen genutzt wird. Auch die Heizung lässt sich in der Übergangszeit mit Solarwärme unterstützen. Interessenten sollten die folgenden Punkte beachten:

• Pro Person braucht es rund 1,5 Quadratmeter Kollektoren Fläche, um den Warmwasserverbrauch zu 60 Prozent zu decken. In den Sommermonaten macht der Anteil 100 Prozent aus, in den sonnenarmen Jahreszeiten entsprechend weniger.
• Besonders sinnvoll sind Solarthermieanlagen ab einem Warmwasserverbrauch von 40 Kubikmetern pro Jahr und Haushalt. Ihre Installation rechnet sich insbesondere für Gebäude, die z.B. wegen eines Schwimmbads einen erhöhten Verbrauch haben.
• Wer seine Heizung durch Solarthermie unterstützen will, sollte mit rund 1 Quadratmeter Kollektoren Fläche pro 10 Quadratmetern Wohnfläche rechnen. In diesem Fall wird der Solarthermie-Kreislauf an den Pufferspeicher der Heizung angeschlossen und steuert seinen Teil zur Temperaturgewinnung bei. Im Verlauf des Jahres können so durchschnittlich 20 Prozent des Gesamtwärmebedarfs über Sonnenenergie gedeckt werden und entsprechend viel CO2 wird eingespart.

Wärmeverlust vermeiden, Bildquelle: @ Udo Bojahr – 29676545 / Adobe Stock

Mehr Nachhaltigkeit durch Vermeidung von Wärmeverlusten

Dünne Wände, zugige Fenster mit Einfachverglasungen – alte Baumaterialien treiben nicht nur die Heizkosten in die Höhe, sondern auch die CO2-Emissionen. Denn, je schlechter ein Gebäude die Wärme hält, umso mehr Heizenergie müssen die Bewohner darauf verwenden, ihre Wohlfühltemperatur zu halten. Wer zur Energiewende beitragen will, muss deshalb nicht nur seine Heizung kritisch beäugen, sondern auch folgende Fragen zum Gebäude beantworten:

1. Wie energiefreundlich ist die Gebäudehülle?
Insbesondere bei Altbauten zahlt sich eine Fassadendämmung durch eingesparte Heizkosten aus. Das kann bei einer 130-Quadratmeter-Außenwand, die durch Dämmen ihren Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) von 1,4 W/m²K auf 0,2 W/m²K verbessert, rund 24.000€ im Laufe von 30 Jahren ausmachen. Seit 1980 wurden in Deutschland etwa eine Milliarde Quadratmeter Fassadendämmung verlegt, sodass laut Forschungsinstitut für Wärmeschutz rund 279 Millionen CO2 eingespart werden konnten. Allerdings macht die Fassadendämmung nur einen Teil der energieeffizienten Gebäudehülle aus. Dazu gehören auch Fenster, Türen und das Dach.

2. Wie unterstützt die Haustechnik das Einsparen von Heizenergie?
Moderne Niedrigenergiehäuser tun das zum Beispiel durch eine ausgeklügelte Lüftungsanlage. Das Problem: Wer Feuchtigkeit und schlechte Gerüche durch Lüften aus den Räumen vertreiben will, verliert dabei auch Wärme, die durch eine Heizung neu erzeugt werden muss. Die Lösung: Im Passivhaus geschieht die Lüftung durch spezielle Wärmetauscher, welche die kühle Zuluft durch die Wärme der Abluft erwärmen. Auf diese Weise findet im Gebäude etwa alle vier Stunden ein vollständiger Luftaustausch statt, ohne die Innentemperatur signifikant zu senken.

Förderungen zur Finanzierung nutzen (BAFA und KfW)

Eine neue Heizungsanlage bedeutet für Privatpersonen eine hohe Investition. Im Zuge des Bundesklimaschutzgesetzes und der anstehenden Energiewende werden für nachhaltige Varianten mehrere Förderprogramme angeboten. Die wichtigsten sind:

1. Das Förderprogramm des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)

Das BAFA fördert
• Solarthermieanlagen, die für Warmwasserbereitung, Heizung und Kühlung genutzt werden, mit bis zu 30 Prozent der förderfähigen Kosten.
• Biomasseanlagen zur Verbrennung von Pellets, Hackschnitzeln oder Scheitholz mit bis zu 35 Prozent der förderfähigen Kosten.
• Wärmepumpenanlagen zur Warmwasserbereitung und Heizung mit bis zu 35 Prozent der Kosten.
• EE-Hybridheizungen, die ausschließlich erneuerbare Energieträger nutzen, mit bis zu 35 Prozent der förderfähigen Kosten.
• Gas-Hybridheizungen, die mindestens 25 Prozent der Heizlast durch erneuerbare Energien abdecken, mit bis zu 30 Prozent der förderfähigen Kosten.
• „Renewable Ready“-Gasheizungen, die binnen zwei Jahren nach Einbau zur Gas-Hybridheizung erweitert werden, mit bis zu 20 Prozent der förderfähigen Kosten.

2. Das Förderprogramm der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau)
Wer seine gesamte Immobilie oder Teile davon in puncto Nachhaltigkeit auf den neuesten Stand bringen will, kann folgende Programme beantragen:

• Programmnummer 151, 152 – Energieeffizient Sanieren Kredit: Dieser Förderkredit bis zu 120.000€ kann zur Sanierung einer Immobilie zum KfW-Effizienzhaus oder für einzelne Maßnahmen eingesetzt werden. Der Tilgungszuschuss der KfW variiert nach dem erreichten Energiestandard.
• Programmnummer 430 - Energieeffizient Sanieren Zuschuss: Mit bis zu 48.000€ unterstützt die KfW die Sanierung zum KfW-Effizienzhaus oder den Kauf von energetisch saniertem Wohnraum. Einzelne Maßnahmen werden mit bis zu 10.000€ bezuschusst. Die Förderung für Einzelmaßnahmen kann nur noch bis zum 31.12.2020 bei der KfW beantragt werden. Ab 01.01.2021 läuft sie über das BAFA.
• Programmnummer 167 - Energieeffizient Sanieren Ergänzungskredit: Dieser Förderkredit in Höhe von maximal 50.000€ kann für den Wechsel zu einer energieeffizienten Heizungsanlage oder für den Kauf von Wohnraum mit neuer und nachhaltiger Heizung genutzt werden. Dieser Kredit ist kombinierbar mit den verschiedenen Förderungsmaßnahmen des BAFA.

Solarpanels auf dem Dach, Bildquelle: @ lovelyday12 – 229285539 / Adobe Stock

Fazit: Heizen ist heute auch nachhaltig möglich

Solar, Erdwärme, Pellets, Hybridheizungen – wer nachforscht, entdeckt viele Varianten für die nachhaltige Heizung der Zukunft. Wichtig dabei: Die individuellen Gegebenheiten von Gebäude und Umfeld sollten optimal zur gewählten Heizungsart passen, damit diese mit maximaler Effizienz heizen und dabei Kosten und Kohlendioxid einsparen kann.

Fotos: 1 @ lassedesignen – 193324751 / Adobe Stock 2 @ Gerd – 25032155 / Adobe Stock 3 @ Mike Fouque – 244576234 / Adobe Stock 4 @ Udo Bojahr – 29676545 / Adobe Stock 5 @ lovelyday12 – 229285539 / Adobe Stock