Schuldnerberatung in Bochum: Wer sie in Anspruch nehmen sollte und was sie nützt

Etwa 600.000 Menschen deutschlandweit gestehen sich jährlich ein, dass sie sich allein und aus eigener Kraft nicht mehr aus den Schulden herausmanövrieren können. Sie suchen in Folge dieser Erkenntnis eine Schuldner- oder Insolvenzberatung auf. Von den 60.832 Privatinsolvenzen, die deutschlandweit im Jahr 2019 beantragt wurden, wurden 15.254 in Nordrhein-Westfalen gestellt. Damit führt das Bundesland das Ranking als deutlicher Spitzenreiter an.

600.000 Menschen suchen deutschlandweit alljährlich eine Schuldnerberatung auf. Dort hoffen sie auf Hilfe, wie sie Einnahmen und Ausgaben besser aufeinander abstimmen können – und im schlimmsten Fall auf Unterstützung auf dem Weg in die Privatinsolvenz. Foto: pixabay.com © 1820796 Arbeitslosigkeit, Unfall oder Krankheit sowie eine unwirtschaftliche Haushaltsführung sind häufig die Hauptauslöser, die in die Schuldenfalle führen können, wobei sich auch hier überraschende Tendenzen zeigen: Die Arbeitslosigkeit wird immer seltener als Grund für eine Überschuldung angeführt, dafür stiegen die Zahlen, die eine Krankheit, einen Unfall oder eine unwirtschaftliche Haushaltsführung zum Hauptauslöser deklarieren. Gerade der letzte Punkt, die unwirtschaftliche Haushaltsführung, lässt viele aufhorchen, denn an dieser Stelle ist die Gefahr groß, dass die Schuldenspirale sich über Generationen weiterträgt, was bedeuten könnte: Konnten die Eltern nicht wirtschaftlich haushalten, können das auch die Kinder nicht lernen. An dieser Stelle wird der Gang zur Schuldnerberatung wichtig – für Erwachsene und ihre Kinder.

Schuldnerberatung in Bochum: Welche Hilfe bekomme ich?

Bochum gilt im Ruhrgebiet als Schuldenhotspot. Im Jahr 2017 waren 12,46 Prozent der Bochumer Bürger überschuldet heißt es unter https://www.schuldnerberatung.de/beratungsstellen/bochum/. Wohin sich die Bochumer wenden können, wenn sie die Erkenntnis erlangen, nicht mehr selbstständig aus den Schulden herauszukommen, ist dort ebenfalls dokumentiert: Der Caritasverband Bochum bietet beispielsweise eine Schuldner- und Insolvenzberatung an. Zudem gibt es Rechtsanwälte vor Ort, die eine Schuldner- und Insolvenzberatung anbieten.

Inhaltlich gibt es durchaus Unterschiede: Die Beratung, beispielsweise beim Caritasverband, ist in der Regel kostenlos und kann Wege aufzeigen, um Einnahmen und Ausgaben zu kontrollieren und langfristig Schulden zu tilgen. Der Nachteil ist, dass die Wartezeiten auf einen Beratungstermin meist recht lange sind, denn der Bedarf ist hoch. Die Beratung durch einen Rechts- oder Fachanwalt hingegen kostet in jedem Fall Geld, ist aber vor allem dann sinnvoll, wenn der Antrag auf eine Insolvenz formuliert werden muss oder Gespräche mit Gläubigern schnell geführt werden sollen. Der Vorteil: Der Termin bei einem Anwalt ist in aller Regel schneller vereinbart als bei kostenlosen Schuldnerberatungsstellen.

Auf der Informationsseite der Schuldnerberatung ist vermerkt, wer sich wann an sie wenden sollte, nämlich all jene, die mit dem Abbezahlen von Krediten langfristig in Rückstand geraten sind und darüber hinaus den Überblick über ihre Ausgaben und Einnahmen verloren haben. In diesen Fällen ist der Gang zu einer Schuldnerberatung eine gute Idee, um zu verhindern, dass sich die Überschuldungsspirale immer weiterdreht. Eine Schuldnerberatung – unabhängig davon ob sie von einem Verband oder von einem Anwalt durchgeführt wird – hat das Ziel, den Schuldenabbau zu ermöglichen. In jedem Fall muss die finanzielle Situation offen dargelegt werden. Das sorgt für einen Überblick über die Chancen und Möglichkeiten, mit einem straffen Haushaltsplan, die Schulden in Eigenregie in den Griff zu bekommen.

Ist das nicht möglich, müssen Gespräche mit Gläubigern geführt werden, um ein Insolvenzverfahren einzuläuten. Die zahlreichen Maßnahmen und Lösungsansätze werden unter dem Verbraucherinsolvenzrecht zusammengefasst.

Häufig leiden Kinder von Eltern, die überschuldet sind, doppelt: Sie leben mit wenig finanziellen Mitteln und lernen nicht, wie eine wirtschaftliche Haushaltsführung funktioniert. Foto: pixabay.com © geralt

Deswegen ist der Weg zur Schuldnerberatung sinnvoll

Auch wenn der Weg für viele kein leichter ist, empfehlen Verbraucherschützer nachdrücklich den Weg zur Schuldnerberatung. Das sei wichtig, um nicht weiter in der Schuldenspirale nach unten zu schliddern und auch, damit nicht etwa der eigene Nachwuchs unter der Finanzmisere leiden muss. Laut dem Statistischen Bundesamt lebten im Erhebungszeitraum 2019 in über einem Drittel der Haushalte, die eine Schuldnerberatungsstelle aufsuchten, unterhaltspflichtige Kinder (Quelle: https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Einkommen-Konsum-Lebensbedingungen/Vermoegen-Schulden/_inhalt.html). Das bedeutet, dass die Kinder vermutlich unmittelbar unter dem Geldmangel in der Familie leiden und auch langfristig weniger Chancen haben könnten, eine wirtschaftliche Haushaltsführung zu erlernen.

Publiziert wurden diesen Zahlen auch, um darauf aufmerksam zu machen, dass nicht die Kinder unter der Finanzmisere leiden dürfen, die viele Eltern sich sogar selbst eingebrockt haben. Das belegt eine Statistik, die die Gründe einer Überschuldung bei jüngeren und älteren Menschen belegt:

• Menschen, die bereits unter 25 Jahren überschuldet sind, führten ihren eigenen Haushalt unwirtschaftlich (26,8 Prozent) oder führten die Überschuldung auf die Arbeitslosigkeit zurück (19,1 Prozent). Längerfristiges Niedrigeinkommen (11,7 Prozent), Erkrankung, Sucht oder Unfall (10,9 Prozent) waren eher seltener die Auslöser der Überschuldung. Auch Trennung, Scheidung oder der Tod des Partners schlugen eher selten zu Buche (4,1 Prozent).

• Bei Menschen über 65 Jahren, die eine Schuldnerberatung aufsuchten, waren die Gründe vielfältiger. Erkrankung, Sucht oder Unfall waren die meisten Gründe (15,3 Prozent). Trennung, Scheidung oder Tod des Partners (14,4 Prozent), eine gescheiterte Selbstständigkeit (12,9 Prozent) und ein längerfristiges Niedrigeinkommen (11,7 Prozent) folgen. Arbeitslosigkeit (8,6 Prozent) und eine unwirtschaftliche Haushaltsführung (8,4 Prozent) schlugen eher selten zu Buche.

Damit kann eine Schuldnerberatung nicht nur punktuell dabei helfen, den Weg ins langfristige Plus auf dem Konto zu beschreiten, sondern kann auch dabei unterstützen, eine wirtschaftliche Haushaltsführung zu erlernen. Das muss nicht bedeuten, dass keine Freizeitaktivitäten möglich sind. Allerdings sollten Sehenswürdigkeiten im Ruhrgebiet gewählt werden, die beispielsweise kein Geld kosten. So kann verhindert werden, dass die Überschuldung sind fortschreibt auf weitere Generationen.

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