Worauf man beim Pflanzenkauf achten sollte

Für passionierte Hobbygärtner gibt es rund um das Jahr genug zu tun. Im Frühling werden zahlreiche neue Pflanzungen vorgenommen, damit der Garten im Sommer in voller Pracht erblüht und im Herbst eine üppige Obst- und Gemüseernte eingeholt werden kann. Doch kaum scheint die Gartensaison sich dem finalen Höhepunkt zu nähern, ist man auch schon mit der Planung für das nächste Jahr beschäftigt. Immer wieder taucht dabei die Frage auf, ob man neue Gewächse durch Saatgut selbst heranzieht oder ob es sinnvoller ist, vorkultivierte Pflanzen über den Fachhandel zu kaufen.

Pflanzen aussäen, Foto: pixabay haderer17

Pflanzen kaufen oder selbst aussäen?

Wer das Gärtnern neu für sich entdeckt hat, ist mit vollem Elan bei der Sache und denkt vermutlich gar nicht an einen Pflanzenkauf. Der Weg vom Samenkorn bis hin zur blühenden Pflanze erscheint so einfach und wird von reichlich Gärtnerromantik begleitet, weshalb viele Hobbygärtner ihre Pflanzen selbst ziehen möchten. “Allerdings kann das Heranziehen von empfindlichen Keimlingen schnell für Enttäuschung sorgen.”, so Philipp Fehlemann, Geschäftsführer von Pflanzenheld.de. ”Die Aussaat und das Beobachten des heranwachsenden Keimlings ist eine spannende Sache. Allerdings kann es trotz größter Sorgfalt beim Aussäen und Pflegen des Keimling dazu kommen, dass das kleine Pflänzchen plötzlich das Wachstum einstellt, vertrocknet oder unter der Hand verschimmelt.”, ergänzt der Pflanzenexperte Fehlemann.

Pflanzensamen gedeihen nur bei optimalen Bedingungen

Damit Saatgut optimal keimt, wird neben hochwertiger und frischer Sämerei eine gute Anzuchterde benötigt. Außerdem muss auf gleichbleibende Feuchtigkeit und eine konstante Keimtemperatur geachtet werden, was sich im privaten Bereich als eine der schwierigsten Herausforderungen beim Ziehen von Keimlingen herausstellt.

Die Gefäße mit der Aussaat werden häufig auf der Fensterbank aufgestellt, weil dort die Lichtbedingungen meist günstig sind und Heizung oder Sonnenlicht für die benötigte Keimtemperatur sorgen. Diese liegt bei vielen Pflanzenkeimlingen in einem Bereich von 22°C bis 28°C. Jedoch ist es auf der Fensterbank nur schwer möglich, bei der Temperatur eine Konstante zu erhalten.”, erklärt der Experte von Pflanzenheld.de. Dieser weiter: “Über die gesamte Keimdauer hinweg benötigten Aussaaten gleichbleibende Feuchtigkeit und Belüftung. Einmal zu wenig gewässert, trocknet so ein junges Pflänzchen schnell aus. Zu viel gewässert oder zu wenig auf Belüftung geachtet, bildet sich innerhalb kürzester Zeit Schimmel.

Junge Pflänzchen, die auf der Fensterbank herangezogen werden, neigen zur Vergeilung, wenn die Lichtverhältnisse am Standort nicht perfekt sind. Beim Vergeilen entwickeln die kleinen Pflänzchen lange und sehr dünne Pflanzstängel, was das Pflänzchen sehr anfällig macht. Oft knicken die dünnen Stängel um und die Pflanze stirbt ab. Deshalb kann es mitunter für die Aussaat im Haus erforderlich sein, technische Vorkehrungen zu treffen, um die Sämlinge ausreichend mit Licht und Wärme zu versorgen und perfektes Wachstum zu fördern. Der Vorteil beim Pflanzenkauf ist klar: Die Gärtnerei zieht unter perfekten Bedingungen die jungen Pflanzen heran und erspart somit dem Hobbygärtner Aufwand der Anzucht.

Samen oder Jungpflanzen: Auf die Keimdauer achten

Pflanzen mit kurzer Keimzeit lassen sich relativ einfach auf der Fensterbank ziehen. Dazu gehören viele Sprossenarten, diverse Kräuter und Kresse. Unproblematisch sind auch Gemüsesorten wie zum Beispiel Radieschen, Möhren und Rettich, die nach der Vorkultur früh ins Beet gebracht oder im Frühling direkt im Freiland ausgesät werden können.

Schwierig wird es hingegen bei wärmeliebenden Gewächsen, die lange zum Keimen brauchen und erst spät nach dem letzten Frost ins Freiland gesetzt werden können. Zu diesen Pflanzen gehören beispielsweise Tomatenpflanzen, Paprikapflanzen sowie Chilipflanzen, Auberginen und Zucchini. Durch die frühe Aussaat ab Januar, Februar oder März in Vorkultur erhalten diese Gemüsesorten einen wichtigen Vorsprung, bis sie im Mai nach draußen dürfen. Die erwähnten Gemüsesorten benötigen relativ viel Wärme, um sich gut zu entwickeln.

Keimlinge benötigen konstante Pflege und viel Platz

Optimale Anzuchtbedingungen lassen sich meist nur im beheizten Gewächshaus oder mit viel Aufwand bei der Anzucht auf der Fensterbank gewährleisten. Und bis es soweit ist, dass die Jungpflanzen nach den Eisheiligen an den Standort im Garten umgepflanzt werden können, ist über Wochen oder gar Monate hinweg tägliche konstante Pflanzenpflege sowie das Pikieren (Vereinzelung) der empfindlichen Pflänzchen notwendig. Beim Pflanzenkauf erhalten Sie Pflanzen, die bis zum Verkauf optimale Anzuchtbedingungen genießen durften.

Ein Mini-Gewächshaus für die Fensterbank kann zwar den Erfolg beim Aussäen deutlich verbessern, jedoch entsteht hierbei schnell ein Platzproblem. Möchten Sie möglichst viele Gemüsepflanzen vorziehen, damit Sie ausreichend Gemüse für die ganze Familie aus dem eigenen Garten ernten können, stoßen Sie wahrscheinlich nach dem Vereinzeln der jungen Pflänzchen an Ihre Grenzen, was den Platz für all die vielen kleinen Pflanzgefäße anbelangt.

Wer von Aussaat bis zur Umsiedelung ins Freilandbeet nicht kontinuierlich die benötigten Bedingungen für Sämlinge und Jungpflänzchen sicherstellen kann oder nicht den dafür notwendigen Platz zur Verfügung hat, sollte zu Beginn der Gartensaison Jungpflanzen kaufen, die bereits so kräftig sind, dass sie etwa ab Mai ausgetopft und in den Garten gepflanzt werden können. Erfahren Sie hier mehr über die Unterschiede zwischen Direktsaat und Vorkultur.

Schöne Pflanzen, Foto: pixabay ThorstenF

Welche Pflanzen Sie besser als Jungpflanze kaufen sollten

Philipp Fehlemann von Pflanzenheld.de empfiehlt, alle Nutzpflanzen als Jungpflanze vom Fachhandel zu kaufen, auf deren Erträge nicht verzichtet werden kann. Dazu zählen insbesondere Gemüsepflanzen wie Tomate, Paprika, Gurke sowie alle Kohlsorten.

Hobbygärtner, die möglichst viele Gemüsepflanzen und Kräuterpflanzen im eigenen Garten für die Selbstversorgung anbauen wollen, riskieren keine Ernteausfälle, wenn sie robuste und gesunde Jungpflanzen kaufen und nach den Eisheiligen die kräftigen Topfpflanzen nach dem Abhärten in den Garten aussetzen. Beim Kauf von Jungpflanzen über einen Onlineshop mit Pflanzenversand oder aus der Gärtnerei erhalten Hobbygärtner kräftige Pflanzen mit einem vegetativen Vorsprung.

Diese Empfehlung gilt auch für Obstgehölze, die von Aussaat bis zur ersten Blüte und anschließender Fruchtbildung mehrere Jahre benötigen. Ein gutes Beispiel ist die Kiwipflanze. Kiwis lassen sich nur schwer selbst ziehen und es dauert mehrere Jahre, bis sich erstmals die Kiwiblüte entwickelt. Damit eine Kiwipflanze überhaupt blühen kann, ist es erforderlich, dass neben einer weiblichen Kiwipflanze ein männlicher Kiwistrauch als Pflanzpartner für die Bestäubung gepflanzt wird oder direkt eine selbstbefruchtende Kiwisorte ausgewählt wird.”, erklärt Pflanzenfachmann Philipp Fehlemann.

Auch beliebte Balkonblumen und Gartenpflanzen wie

  • Petunie
  • Fleißiges Lieschen
  • Prunkwinde
  • Duft-Wicke
  • Aubergine
  • Zucchini
  • Gurke
  • Melone
sollten möglichst früh vorgezogen werden, damit sie prächtig gedeihen. Alternativ können Sie diese als Jungpflanzen kaufen, um Balkon, Terrasse und Garten erfolgreich zu begrünen.

Die Pflanzen lassen sich leicht durch Aussaat ziehen

Allgemein lassen sich besonders unkompliziert winterharte Blumensamen und Gemüsesamen per Direktaussaat ins Freiland aussäen. Dazu gehören beispielsweise Dill, Radieschen, Möhren sowie die meisten Sommerblumen.

Der Landesverband Westfalen und Lippe der Kleingärtner e.V. erklärt hier, wie frischer Blattsalat auf der kühlen Fensterbank vorgezogen und anschießend ins Freiland umgesiedelt werden kann.

Worauf man sonst noch bei Pflanzenauswahl und Pflanzenkauf achten sollte

Generell, so empfiehlt Pflanzenexperte Philipp Fehlemann, sollten stets die individuellen Bedürfnisse jeder Pflanze berücksichtigt werden. Dies gilt sowohl für die Aussaat in Vorkultur, wie auch für die Direktaussaat ins Beet und beim Pflanzenkauf von Jungpflanzen. Unabhängig davon, ob man Obst, Gemüse, Kräuter oder Blumen anpflanzen möchte - alle Pflanzen gedeihen nur so gut, wie ihre Bedürfnisse berücksichtigt werden.

Auch hier hat der Geschäftsführer Philipp Fehlemann von Pflanzenversand Pflanzenheld.de einige gute Ratschläge für unsere Leser:

  • Informieren Sie sich vor der Aussaat über die Bedürfnisse des Saatguts. Können Sie diese nicht erfüllen, bleibt der Erfolg der Anzucht aus.
  • Kaufen Sie Jungpflanzen, achten Sie auf eine gute Qualität der jungen Pflänzchen. Vertrocknete Topfpflanzen im Supermarkt oder im Baumarkt häufig schon länger auf Paletten und sind deswegen häufig geschwächt. Nicht selten gehen diese gekauften Pflanzen nach dem Umsetzen ins Freiland ein, weil sie sich nicht mehr erholen. Achten Sie auch beim Pflanzenkauf online oder lokal auf eine Standort-Auswahl, die der Pflanzenart gerecht wird. Eine Pflanze, die viel Sonnenlicht benötigt, kann an einem schattigen Standort nicht gedeihen.
  • Bereiten Sie den Standort auf die Pflanzung vor. Einige Pflanzen benötigen einen nährstoffreichen Boden, während andere Gewächse nährstoffarmes Substrat benötigen.
  • Informieren Sie sich, welche Pflanzen sich in der Nachbarschaft mit anderen Gewächsen als verträglich erweisen. So eignen sich beispielsweise Petersilie, Feldsalat und viele weitere Schnitt- und Pflücksalate perfekt für die Mischkultur mit der Tomatenpflanze, während Kartoffeln als Pflanznachbarn ungeeignet sind. Sie stecken Tomatenpflanzen sehr oft mit Pilzerkrankungen an.

Zum Abschluss ein weiterer Tipp von Philipp Fehlemann: Wer sich beim Pflanzenkauf für einen seriösen Fachhändler entscheidet, der eine Zufriedenheitsgarantie oder eine Geld-zurück-Garantie anbietet, kann sich aller Regel nach auf eine hochwertige Pflanzenqualität verlassen und sich sicher sein, dass der Pflanzenversand professionell und schonend für die Jungpflanzen durchgeführt wird.

Fotos: 1 pixabay haderer17, 2 pixabay ThorstenF