Ausflüge für Kenner in Düsseldorf . Foto: unsplash

Düsseldorf Ausflug für Kenner: Tipps vom Rheinturm bis zur Urdenbacher Kämpe

Für einen Düsseldorf Ausflug müssen Sie aus dem Revier kaum Zeit einplanen. Aus Duisburg bringt Sie der Regionalexpress in gut einer Viertelstunde an den Rhein, aus den meisten Ruhrgebietsstädten sind Sie in unter einer Stunde da. Königsallee und Altstadt kennen die meisten ohnehin im Schlaf. Deswegen kommen hier einmal unsere Tipps für den nächsten Tagestrip in die Nachbarschaft am Rhein.

Ausflüge für Kenner in Düsseldorf . Foto: unsplash
Ausflugstipps für Kenner in Düsseldorf. Kunst und Kultur am Rhein erleben. Foto: unsplash

Düsseldorf Sehenswürdigkeiten zu Fuß: Vom Hauptbahnhof ans Rheinufer

Die Innenstadt der Landeshauptstadt ist überraschend kompakt. Vom Hauptbahnhof bis zur Rheinuferpromenade sind es keine zwei Kilometer, und auf dieser Linie liegt schon eine ganze Menge. Gleich hinter dem Bahnhof beginnt mit der Immermannstraße das japanische Viertel, kurz darauf öffnet sich die Königsallee entlang des alten Stadtgrabens, in dem sich die Geschäftsfassaden spiegeln. Am nördlichen Ende lohnt der Blick auf den Kö-Bogen II mit seinen kilometerlangen Hainbuchenhecken, eine der größten begrünten Fassaden Europas.

Hinter der Altstadt führt der Weg ans Wasser. Dass die Rheinuferpromenade so selbstverständlich an der Stadt liegt, ist jung: Erst seit Mitte der 1990er Jahre verläuft die frühere Uferstraße im Tunnel, darüber entstand der Spazierweg, der die Altstadt wieder mit dem Fluss verband. Zwischen den Gassen brauen vier traditionelle Hausbrauereien ihr eigenes Altbier und schenken es im kleinen Glas aus, das der Köbes so lange nachstellt, bis Sie den Bierdeckel aufs leere Glas legen. Ein Ritual, das man einmal mitgemacht haben sollte.

Das Altbier-Ritual lässt sich auch bei einer Bierkultur-Tour von Theke zu Theke durch die Altstadt entdecken. Wer die Stadt lieber klassisch entdeckt, kann sie bei einer Stadtführung Düsseldorf von überraschend neuen Seiten kennenlernen. Am besten mit einem ortskundigen Guide, der zum Beispiel weiß, warum der Turm von St. Lambertus verdreht ist.

Der Rheinturm und die größte Digitaluhr der Welt

Wer eine der markantesten Sehenswürdigkeit lieber auf eigene Faust erkunden möchte, ist beim Rheinturm richtig: Mit 240,5 Metern ist er das höchste Bauwerk der Stadt. Die meisten Besucher fahren wegen des Ausblicks nach oben: Das Drehrestaurant in gut 170 Metern wendet sich einmal pro Stunde um die eigene Achse, an klaren Tagen reicht der Blick bis zu den Türmen Kölns. Was kaum jemand weiß, der nicht aus Düsseldorf kommt: Die runden Leuchten am Schaft sind keine Deko, sondern tatsächlich eine Uhr.

Der Künstler Horst H. Baumann hat den sogenannten Lichtzeitpegel 1981 installiert, das Guinness-Buch führt ihn als größte Digitaluhr der Welt. Die Lichter zeigen Stunden, Minuten und Sekunden, getrennt durch die roten Flugsicherungsfeuer. Probieren Sie bei Ihrem nächsten Besuch gern einmal aus, ob Sie die Zeit ablesen können.

Wer den Ausblick von oben mitnehmen möchte, kann vorab Eintrittskarten für den Rheinturm buchen und sich die Warteschlange am Aufzug sparen. Früh am Morgen oder spät am Abend ist der Andrang am geringsten, und das Licht über dem Rheinbogen ist dann ohnehin am schönsten.

Kunst in Düsseldorf kennenlernen: Die Kunstsammlung NRW

Düsseldorf ist eine Kunststadt, und das verdankt sie nicht zuletzt ihrer Akademie. Den sichtbarsten Beleg liefert die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen an zwei Standorten. Das K20 am Grabbeplatz geht auf den Ankauf von 88 Werken Paul Klees zurück, der bis 1933 an der Düsseldorfer Akademie lehrte. Heute hängen dort daneben Picasso, Matisse, Beuys und Gerhard Richter.

Das K21 im historischen Ständehaus widmet sich der Gegenwart, unter einer gewaltigen Glaskuppel, die schon für sich einen Besuch wert ist. Wer im Voraus die Ausstellungen der Kunstsammlung NRW prüft, plant den Tag passend zur jeweiligen Wechselschau. Unser Tipp: Ein Kombiticket gilt für beide Häuser und muss nicht am selben Tag eingelöst werden, das nimmt den Druck aus dem Programm. Und wer flexibel ist, kommt am ersten Mittwoch im Monat: Dann sind K20 und K21 bis 22 Uhr geöffnet, ab 18 Uhr sogar ganz ohne Eintritt!

Japanisch geprägt: Little Tokyo, Nordpark und ein Tempel in Niederkassel

Düsseldorf beherbergt die größte japanische Gemeinde Deutschlands, und das merkt man rund um die Immermannstraße sofort. Seit Ende 2021 sind die Straßenschilder hier zweisprachig ausgewiesen, deutsch und japanisch. In den Nebenstraßen reihen sich Izakayas, also urige Kneipen, dazu Ramen-Läden und Supermärkte wie das Japan Plaza. Ein besonderer Tipp ist außerdem die Buchhandlung Takagi, die als älteste japanische Buchhandlung Europas gilt und für Manga-Fans eine eigene Pilgerstätte ist. Einmal durch das Viertel zu bummeln, lohnt sich allemal.

Vom Trubel ein paar S-Bahn-Minuten entfernt liegt im Nordpark der Japanische Garten, ein Geschenk der japanischen Gemeinde an die Stadt aus dem Jahr 1975. Der Eintritt ist frei. Wer es noch besinnlicher mag, fährt direkt nach Niederkassel ans EKŌ-Haus: Der Tempelgarten ist frei zugänglich, der buddhistische Tempel selbst ist der einzige der Jōdo-Shinshū-Schule in Europa. Für fünf Euro beziehungsweise drei Euro für Schüler oder Studierende besichtigen Sie das traditionelle Haus. Zur Kirschblütenzeit im Frühjahr ist es hier besonders schön.

Düsseldorf Tipps für Naturfreunde: Die Urdenbacher Kämpe

Hinaus aus dem Trubel der Stadt und Ruhe finden: Genau dafür steht auch die Urdenbacher Kämpe im Süden, nahe Schloss Benrath: eines der letzten Stücke Auenlandschaft am Niederrhein, eingebettet zwischen Rhein und Altrhein. Hier fließt ein alter Flussarm durch Wiesen, die bei Hochwasser regelmäßig überflutet werden, ein Lebensraum für Storch, Eisvogel und Biber.

Über den Deich führen ruhige Wege, und an der Spitze setzt eine kleine Fähre nach Zons über, dem mittelalterlichen Städtchen am anderen Ufer. Für einen Düsseldorf Ausflug, der nicht in der Innenstadt enden soll, ist das ein stiller Gegenpol zu Kö und Hafen. Wer früh am Morgen kommt, hat den Auenblick fast für sich allein.

Foto: unsplash, Nicolas Peyrol

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