VERIRRT IM VIRTUELLEN RAUM

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Das Kollektiv sticky fragments erzählt in einer Pop-Oper vom Generationen-konflikt in digitalen Zeiten.

In vielen Familien ist es ständig wiederkehrendes Thema: Eltern und Kinder am Küchentisch und zwischen ihnen blinkende Smartphones. Statt miteinander zu sprechen, wird übereinander gechattet. Haben wir verlernt, einander zuzuhören? Auf „Jetzt leg doch mal das Handy weg!“ folgt „Schnauz mich nicht an!“. Und so schleudert uns Ghost Me, If You Can direkt auf das familiäre Schlachtfeld des digitalen Generationenkonflikts. Doch als plötzlich ein Geist namens „Ghost“ auftaucht und Teenager und Elternteil direkt in das Innere ihrer Smartphones katapultiert werden, beginnt eine Abenteuerreise ins Unbekannte. Zwei Generationen irren durch das Internet: Während eine im Chaos aus Memes und Trends aufblüht, scheitert die andere am neuesten Windows-Update. Je tiefer sie in das digitale Inferno eintauchen, desto deutlicher werden die Abgründe. Ob die beiden es wohl schaffen werden, ihre Filterblasen zu durchbrechen, um wieder zueinander zu finden? Am Samstag, 28. März 2026, 19.00 Uhr, Kleines Haus feiert Ghost Me, If You Can im Musiktheater im Revier Gelsenkirchen seine Uraufführung. Das Physical-Theatre-Kollektiv sticky fragments aus dem Ruhrgebiet entwickelte die Pop-Oper gemeinsam mit Schüler*innen der Gesamtschule Erle und der Focus-Schule Gelsenkirchen, sowie Senior*innen des Workshops „Diskurs & Daddeln“ im MiR.LAB. Die Komponistin Victoria Stellpflug schrieb neun Songs für Drum-Set, Sound-Station und Gesang, die „Ghost Me, If You Can“ zur unterhaltsamen Pop-Oper machen. In ihren Kompositionen verarbeitete sie Motive aus der „Fantasia in G-Dur“ der blinden Komponistin Maria Theresia Paradis (1759-1824), die im Stück auch eine Rolle als Vertraute von Ghost spielt.

Das Theaterkollektiv sticky fragments ist eine transdisziplinäres Physical-Theatre-Kollektiv mit Sitz im Ruhrgebiet. Das Team, bestehend aus Meret König, Valentin Schwerdfeger und Charlie Wyrsch, arbeitet in seinen Stückentwicklungen themenbezogen mit Fragmenten aus bildender Kunst, Digitalität oder Biografien historischer Figuren und entwickelt in intensiver Recherche und Kollaboration mit Expert*innen den Stücktext. Dabei nutzen sticky fragments immer die Methode der Aesthetic of Access: Die Zugänglichkeit der Stücke für sehbehinderte, blinde wie sehende Menschen wird mit den Mitteln der kreativen Audiodeskription verbessert. Anders als bei Formaten wie der Hör.Oper ist hier die Audiodeskription von Anfang an in Text und Bühnengeschehen mitgedacht und integriert sich als zusätzliche künstlerische Ebene für das gesamte Publikum. An der Gestaltung der kreativen Audiodeskription arbeitet maßgeblich die spezialisierte Access-Dramaturgin Sabine Kuxdorf mit. Vor der Vorstellung findet für alle interessierten Besucher*innen eine Tastführung auf der Bühne statt, ein detailgetreues Tastmodell des Bühnenbildes, Audioeinführung und Begleitservice zur Spielstätte ergänzen den barrierearmen Zugang. Mit dieser Produktion erprobt das Musiktheater im Revier, das mit der Hör.Oper seit über fünfzehn Jahren Maßstäbe setzt, neue Möglichkeiten Barrieren zu reduzieren.

Victoria Stellpflug ist Komponistin, Performance- und Theatermusikerin, Vokalistin und bewegt sich dabei zwischen unterschiedlichen Stilen, Genres und Formen. Ihre musikalische Sprache entwickelte sich aus frühen Ausbildungen in Klassik, Jazz und Musical in ihrer Heimatstadt Berlin und wurde im Studium der Integrativen Komposition an der Folkwang Universität der Künste weitergeführt, das sie 2025 abschloss. Ihre künstlerische Praxis umfasst Liveperformances, Songs, elektroakustische Arbeiten und durational Formate, die national und international gezeigt wurden. Arbeiten entstanden u. a. am Pina Bausch Theater an der Folkwang Universität der Künste Essen, am Theater am Schlachthof Neuss sowie in zeitgenössischen Musik- und Performancekontexten. 2025 komponierte sie Musik für die Berlin Fashion Week, Junge Choreograph*innen Essen, und das Physix Kollektiv. In interdisziplinären, kollaborativen Prozessen sucht sie besonders die Gemeinsamkeiten der Ausdrucksformen und Wege der Überlagerung.

Die Stückentwicklung entsteht im Auftrag des MiR.LAB vom Musiktheater im Revier. Sie wird gefördert durch den Förderverein Musiktheater im Revier e.V. (fmt) und die Herbert Funke-Stiftung. Teile des Stücktextes entstanden in Kooperation mit Schüler*innen der Focus-Schule LWL Förderschule – Förderschwerpunkt Sehen, der Gesamtschule Erle sowie Senior*innen der Gruppe „Diskurs und Daddeln”.

Termine

Nach der Uraufführung am 28. März folgen diese Termine:
Samstag, 11. April 2026, 19.00 Uhr
Samstag, 02. Mai 2026, 19.00 Uhr
Mittwoch, 10. Juni 2026, 10.00 Uhr
Donnerstag, 11. Juni 2026, 10.00 Uhr
Mittwoch, 24. Juni 2026, 10.00 Uhr
Donnerstag, 25. Juni 2026, 19.30 Uhr

Im Anschluss an die Vorstellung am 11. April kann das Publikum im Rahmen der Bargespräche mit den Künstler*innen und dem Team in lockerer Atmosphäre ins Gespräch kommen. Die Vorstellung am 10 Juni, 10.00 Uhr ist derzeit bereits ausverkauft.

Karten ab 16 Euro an der Theaterkasse: Montag und Samstag von 10.00 bis 14.00 Uhr, Dienstag bis Freitag von 10.00 bis 18.30 Uhr, E-Mail: theaterkasse@musiktheater-im-revier.de, telefonisch unter 0209.4097-200

Besetzung

Künstlerische Leitung / Bühne Meret König
Künstlerische Leitung Valentin Schwerdfeger
Musikalische Leitung / Komposition Victoria Stellpflug
Produktionsleitung Laura Zielinski
Kostüme Joe Bauer, Malin Schlebusch
Video Luki Becker
Licht Patrick Fuchs
Ton Dirk Lansing
Dramaturgie Friederike Brendler
Access Dramaturgie Sabine Kuxdorf
Access-Assistenz Stefanie Künzel Rauscher

Mit
Teen Annika Steinkamp
Parent Sergio AugustoGhost Sandro Hähnel
Drumset Daniel Ismaili
Live-Electronics, Vocals, Soundstation Victoria Stellpflug

Foto: sticky fragments

Additional Details

Telefonnummer - 0209 4097-200

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Datum und Uhrzeit

28.03.2026 @ 19:00 bis
25.06.2026
 

Veranstaltungskategorie

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