Premieren und Veranstaltungen am MiR im Mai und Juni 2024

Premieren und Veranstaltungen am MiR im Mai und Juni 2024

Premieren und Veranstaltungen am MiR im Mai und Juni 2024

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Puppentheater

Nick Cave ist Grenzgänger und Normensprenger. Sein Album „Murder Ballads“ schwebt zwischen schwarzem Humor und brutalen Mörderfantasien. In seinen Songs lässt er sowohl die Opfer als auch die Täter*innen zu Wort kommen und gibt ihrem grausamen Verlangen Raum. Wie wird Nick Caves Nachwelt über ihn sprechen? Wird sein düsteres Musikreich weiterleben?

Ein Pferd, ein Schnabeltier, eine geheimnisvolle Lady und ein Filmkritiker treffen sich in einer alten Werkstatt. Überall finden sich Aufzeichnungen und Artefakte von Nick Cave, Erinnerungen kommen hoch. Die Gegenstände lassen sie eintauchen in die weitverzweigte Welt des australischen Künstlers, der neben den schaurigen Mordgeschichten auch Stoffe der Bibel vertonte und selbst Opern schrieb.

Das Helmi Puppentheater aus Berlin weiß aus Schaumstoff außergewöhnliche Figuren zu erschaffen. Nun wagt es sich gemeinsam mit dem MiR Puppentheater auf düstere Pfade und unterhaltsame Kreuzungen. Mit eigener Musik und Kunst zwischen Performance und Puppenspiel entführt uns Das Helmi in die tiefen Abgründe Nick Caves, und lässt uns von dort auf Opfer und Täter*innen, auf Getriebene und Verletzte blicken.

Death is not the End, Stückentwicklung mit Puppen zu den „Murder Ballads“ von Nick Cave, Sonntag, 5. Mai 2024, 18.00 Uhr, Kleines Haus

Uraufführung Musiktheater

Sie nahmen den Mund sehr voll – Beethovens Bewunderer von Schiller bis Bloch. Eine „Befreiungsoper“ sei Fidelio, eine „Utopie“ für die Menschheit. Gleichzeitig rang Beethoven mit dem formalen Korsett, in dem seine Oper steckte und das bis heute Inszenierungen einschnürt. Einen Ausweg fand die vielfach ausgezeichnete Komponistin Charlotte Seither in ihrem feministischen Zugang: Sie streift der Titelheldin Leonore ihre Männerkleidung ab, mit der sie sich noch unter dem Decknamen Fidelio in das Staatsgefängnis von Sevilla schleichen musste. Dort sitzt ihr Mann Florestan, ein politischer Häftling des Tyrannen Pizarro, und magert jeden Tag etwas mehr ab. In „Fidelio schweigt.“ tritt Leonore als autonome Frau dem Kerkermeister Rocco, Florestan und Pizarro gegenüber, der bereits Mordpläne gegen seinen Gefangenen schmiedet. Aber er hat nicht mit Leonores Mut gerechnet …

Charlotte Seither webt ihre geräuschhaften, expressiven Klänge direkt in Beethovens Original ein und stellt Leonore einen Frauenchor an die Seite – ausgestattet mit neuen Texten von Regisseur Hermann Schneider. Die emanzipatorische Vision aus „Fidelio“ bekommt ein Gesicht durch Leonore, die nach und nach die Menschen in ihrer Umgebung verwandelt. Aus der Formel „Treue Gattenliebe befreit Ehemann“ wird „Ehefrau befreit sich selbst“.

„Fidelio schweigt“ entstand als Auftragswerk des Musiktheater im Revier, gefördert durch BTHVN2020 aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, des Landes Nordrhein-Westfalen, der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises.

Fidelio schweigt, Dialogoper von Charlotte Seither / Ludwig van Beethoven, Sonntag, 12. Mai 2024, 16.00 Uhr, Großes Haus

Uraufführung Musiktheater

Wir schreiben das Jahr 2032: Zwischenmenschliche Energien haben sich derart verschlechtert, dass die gesamten globalen Energiesysteme zu kippen drohen. In der Am Ende der Welt taumeln die Zuschauenden mit VR-Brillen in dystopische Zukunftsszenarien dem Ende der Welt entgegen. Dieses Ende beginnt im virtuellen Wohlfühl-Computerspiel. Physikerin Kassandra und Soziologin Judith vertreiben sich im Spiel die Zeit, noch unwissend darüber, dass ihre gewohnte Realität kurz vorm Untergang steht. Von Level zu Level machen sich immer mehr Störungen bemerkbar, Missionen werden wiederholt oder brechen ab. Nebenbei warnen neueste Forschungsergebnisse aus der Kernphysik vor dem kurz bevorstehenden Bruch fundamentaler physikalischer Gesetze. Teilchen beschleunigen sich in Endlosschleife, globale Konflikte rauschen im Radio. Kassandra und Judith verlieren die Kontrolle. Was tut man, wenn die Welt zerfällt? RESTART: Man fängt von vorne an…  

Die erste Opernproduktion vom MiR.LAB feiert in einem leerstehenden Großraumbüro am Gelsenkirchener Bahnhofsvorplatz Premiere und ist zudem Teil des Places Festivals 2024 in Kooperation mit mxr-storytelling.

Am Ende der Welt, Mixed-Reality-Science-Fiction-Oper, Mittwoch, 22. Mai 2024, 18.00 Uhr, Bahnhofscenter Gelsenkirchen

Musiktheater

Mozart und seinem Librettisten Da Ponte ging es in Così fan tutte nicht um die Treue allgemein, sondern um die der Frauen. Es heißt „tutte“ und nicht „tutti“. Diese Treue sei ein Phantom, behauptet der Zyniker Don Alfonso. Die Schwestern Fiordiligi und Dorabella könnten eine Ausnahme sein, hoffen ihre Verlobten Guglielmo und Ferrando. Don Alfonso rät zu einer Probe aufs Exempel: Die Männer täuschen vor, dass sie in den Krieg ziehen müssen, nur um bald verkleidet zurückzukommen und jeweils die Verlobte des anderen zu erobern. Die schockierende Erkenntnis: schneller Erfolg, mit ein wenig Nachhilfe der Zofe Despina. Selbst nach der Auflösung der Scharade ist das glückliche Ende schal. Und auch die beiden Männer müssen sich eingestehen, dass ihre Gefühle nicht so standhaft sind wie gedacht.

Così fan tutte – so machen sie’s alle und offenbaren eine moderne Wahrheit über die Liebe, die nicht nur Mozarts Zeitgenossen empört hat. In seiner Inszenierung, die als Koproduktion mitder Opéra national du Rhin entstand, verwandelt David Hermann diese Erkundung der verschlungenen Pfade des Begehrens aus dem späten 18. Jahrhundert in eine Odyssee der Liebe durch die Zeit und die Qualen im frühen 20. Jahrhundert.

Così fan tutte, Oper von Wolfgang Amadeus Mozart, Samstag, 08. Juni 2024, 19.00 Uhr, Großes Haus

Konzert

„Was mir die Liebe erzählt“ – so wollte Gustav Mahler das Finale seiner 3. Sinfonie nennen. Deren Musik umfasst den ganzen Kosmos zwischen Natur- und Gotteserfahrung, den der Mensch staunend durchschreitet. Ursprünglich hatte Mahler die sechs Sätze mit Überschriften versehen. „Pan erwacht – Der Sommer marschiert ein“ sollte der erste Satz heißen. Blumen und Tieren gehört die Bühne im zweiten und dritten Satz. Die Vertonung des Nietzsche-Gedichts „Oh Mensch, gib acht“ ist als Mezzosopran-Solo gestaltet. „Was mir die Engel erzählen“, erfahren wir im fünften Satz mit einem Lied aus „Des Knaben Wunderhorn“. In eine glanzvolle Apotheose mündet das Finale „Was mir die Liebe erzählt“ – Musik von einer Schönheit und Wucht, die die Seele zutiefst berührt.

9. Sinfoniekonzert: Was mir die Liebe erzählt, Montag, 24. Juni 2024, 19.30 Uhr, Großes Haus

Tanz

Bewegung in den Schulalltag zu bringen, ein besseres Gefühl für seinen Körper zu bekommen, ein Stück weit über sich hinauszuwachsen: Das und mehr konnten bereits über 1500 Schüler*innen in Gelsenkirchen und Umgebung erleben, wenn das Fach „Move!“ im Stundenplan auftauchte. Das Tanzen im Klassen- oder Kursverband war auch vor der Pandemie eine ungewöhnliche Erfahrung für mittlerweile über 10 Generationen von Move-Teilnehmer*innen. Unter der Leitung von Projektleiterin und Choreografin Marika Carena entwickeln Schüler*innen unterschiedlicher Schulen in Gelsenkirchen und Umgebung gemeinsam mit Profis vom Musiktheater ein Schuljahr lang ihr eigenes Tanzstück. In Trainings an den Schulen sowie in der MiR-eigenen Tanz-AG werden Erfahrungen ausgetauscht und Schritte geübt, während am Theater Handlungselemente, Klänge und eine Bühnenoptik entstehen. Und am Ende läuft alles in intensiven Proben auf der Bühne im Großen Haus zusammen.

Move!2024, Tanzstück mit Schüler*innen und der MiR Dance Company, Donnerstag, 27. Juni 2024, 19.30 Uhr, Großes Haus

Weiterhin im Programm: Hello, Dolly! (05.05., 20.05., 01.06., 22.06., 07.07), Un giorno di regno (04.05., 14.06.), Boléro (26.05., 02.06.),The Story Of My Life (02.05., 09.05., 11.05., 18.05., 29.05.),

Premiere im Überblick

Death is not the End
Stückentwicklung mit Puppen zu den „Murder Ballads“ von Nick Cave von Das Helmi Puppentheater Berlin
Inszenierung, Texte und Puppen: Florian Loyke
Co-Regie: Nolundi Tschudi
Arrangements: Jakob Dobers
Bühne und Kostüm: Louise Pons
Puppenbau: Felix Loyke
Premiere: 05. Mai 2024, 18.00 Uhr, Kleines Haus

Weitere Termine: 08.05., 11.05., 31.05., 09.06., 21.06., 06.07.

Fidelio schweigt.
Dialog-Oper von Charlotte Seither / Ludwig van Beethoven
Musikalische Leitung: Peter Kattermann
Inszenierung: Hermann Schneider
Bühne, Kostüm und Video: Falko Herold & Vincent Mesnaritsch
Uraufführung: 12. Mai 2024, 16.00 Uhr, Großes Haus

Weitere Termine: 17.05., 19.05., 25.05., 30.05., 02.06.

Am Ende der Welt
Mixed-Reality-Science-Fiction-Oper von Nora Krahl
Regie und Komposition: Nora Krahl
Text: Christoph Clausen
Bühne, Kostüm: Amir Baltić
Creative Technology: Bariş Pekçağliyan, Warja Rybakova
Premiere: 22. Mai 2024, 18.00 Uhr, Bahnhofscenter

Weitere Termine: 22.05., 20.00 Uhr; 23.05., 24.05., 25.05., 26.05.

Così fan tutte
Oper von Wolfgang Amadeus Mozart
Musikalische Leitung: Giuliano Betta
Inszenierung: David Herrmann
Bühne: Jo Schramm
Kostüme: Bettina Walter
Premiere: 08. Juni 2024, 19.00 Uhr, Großes Haus

Weitere Termine: 15.06., 21.06., 23.06., 29.06., 05.07.

MOVE!2024
Tanzprojekt mit Schüler*innen und der MiR Dance Company
Projektleitung und Choreografie: Marika Carena
Inszenierung: Carsten Kirchmeier
Premiere: 27. Juni 2024, 19.30 Uhr, Großes Haus
Weitere Termine: 28.07., 11.00 und 19.30 Uhr

Zusätzliche Details

Telefonnummer - 0209 4097200

 

Datum und Uhrzeit

05.05.2024 bis
27.06.2024
 

Veranstaltungskategorie

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