Zoo Dortmund

Der Zoo Dortmund: Im Süden einer der größten Städte der Region, citynah und doch im Grünen, findet sich ein Zoo von Weltrang, der im Ruhrgebiet völlig zu Unrecht etwas im Schatten des Duisburger Zoos und ZOOM steht. In einer naturnahen Parklandschaft mit viel Waldanteil werden im Zoo Dortmund über 1500 Tiere präsentiert.

Flamingos, Foto: Zoo Dortmund [ruhr-guide] Der Zoo Dortmund ist unbestritten ein Zoo von Weltformat und weltweit führend in der Nachzucht der bedrohten Ameisenbären. Regelmäßig wird im Dortmunder Zoo ein Ameisenbärenbaby geboren! Auch in der Nachzucht der Riesenotter außerhalb Südamerikas nimmt der Zoo Dortmund eine Sonderstellung ein, bislang war es nur dem Zoo Hardenbeck gelungen, Riesenotter in Gefangenschaft zu züchten. Aktuelle Baustellen können vereinzelt zu Einschränkungen führen.

Amazonas-Hauses im Zoo Dortmund schließt zum Jahresende

Der Krisenstab der Stadt Dortmund hat beschlossen, das 1992 eröffnete Amazonas-Haus im Zoo zum 31. Dezember dieses Jahres dauerhaft zu schließen. Ausschlaggebend für diese Entscheidung war der unzeitgemäße Energieverbrauch der stark renovierungsbedürftigen Anlage.

Ursprünglich sollte das Amazonas-Haus bis zum Bau eines neuen Tropenhauses weiterbetrieben werden. Die Energiekrise und die Notwendigkeit, mögliche Einsparpotenziale zu realisieren, führten zu dem Entschluss, das Haus nicht mehr - wie ursprünglich vorgesehen – übergangsweise zu ertüchtigen, sondern schnellstmöglich komplett zu schließen. Eine bauliche und energetische Sanierung des Gebäudes wäre völlig unwirtschaftlich. Der Energiebedarf des Gebäudes lag im letzten Jahr der Öffnung für die Besucher*innen, 2019, bei 175.000 kWh Strom und 420.000 kWh Gas.

Larvenroller, Foto: Marcel Stawinoga

Ein Zoo für die Großstadt

Gegründet wurde der Zoo Dortmund schon im Jahr 1953 durch die "Zoo-Gesellschaft Dortmund e.V.". Schon seit den 30er Jahren hatte es an dieser Stelle ein Wildgehege gegeben, aber der Großstadt Dortmund fehlte bis dato ein echter Tierpark. So gründeten sich im Jahr 1950 die heutigen Zoofreunde Dortmund und nach nur drei Jahren konnten diese den Dortmunder Bürgern den Zoo präsentieren. Auch heute sind die Zoofreunde Dortmund noch sehr aktiv und haben durch Ihre Aktivitäten dem Tierpark in den letzten Jahren zu einigen herausragenden Attraktionen verholfen.

Schöne Freigehege

Sehr viel Platz haben im Zoo Dortmund auch die Giraffen in ihrem großen Außengehege und dem schön gestalteten Giraffenhaus. Anfang 2008 erblickte hier ein kleiner Giraffenbulle das Licht der Welt. Überhaupt bemerkt man überall viel Liebe zum Detail: So ist es beispielsweise im Otterhaus möglich, über Infrarotkameras die Schlafstätten der Riesenotter zu beobachten ohne diese zu stören. Aber nicht nur die Tierhäuser sind schön gestaltet, auch viele Außengehege bieten den Tieren eine Heimat. Besonders ins Auge fällt hier die herausragend gestaltete Anlage der Siamangs. Überhaupt beeindruckt häufig die Größe der Freigehege. So ist die Anlage für das Rotwild schlichtweg riesig und auch die Kängurus leben im Dortmunder Zoo auf der Siamang, Foto: Marcel StawinogaAustralienwiese sehr naturnah. Verschweigen darf man natürlich nicht, dass es an vielen Stellen auch im Zoo Dortmund – wie auch in den anderen Zoos der Region – dringenden Handlungsbedarf gibt. So sind manche Gehege der Groß- und Kleinkatzen sehr beengt und auch einige Vogelarten würden sich sicherlich über mehr Platz freuen. Auch die durchgängige Asphaltierung der Wege im Zoo Dortmund ist für die Füße recht anstrengend und nicht mehr unbedingt zeitgemäß. Auf der anderen Seite bemüht man sich in Zeiten knapper Kassen um Abhilfe und so wurde beispielsweise im Frühjahr 2012 ein neues Nashornhaus fertiggestellt. Auch konnten die Luchse in eine riesige naturbelassene Schlucht umziehen, die so groß ist, dass ein Fernrohr installiert werden musste. Es ist also einiges in Bewegung!

Eine Anlage für die Leoparden

Im Dortmunder Zoo sind auch zwei Amur-Leoparden namens "Timour" und "Kiska" zu Hause. Diese Spezies ist leider bereits vom Aussterben bedroht und daher extrem selten, es gibt nur noch höchstens dreißig dieser Tiere in freier Wildbahn. Das heißt, die Unterstützung des Zoos ist dringend gefragt, um diese Art am Leben zu erhalten.
Mittlerweile wurde die runderneuerte Anlage, welche in Zusammenarbeit mit dem Tierschutzverein Groß-Dortmund e.V. realisiert wurde, fertiggestellt. Statt der ehemals altmodischen Käfiganlage der siebziger Jahre kommt das neue Gehege nun den modernen Haltungsstandards für Leoparden nach. Für reichlich Platz ist gesorgt - auf der fünf mal größeren Anlage können es sich die Leoparden bei zahlreichen Kletter- und Ruhemöglichkeiten gut gehen lassen. Eine Abkühlung zwischendurch finden die Großkatzen am plätschernden Brunnen. Die Basis für eine erfolgreiche Zucht der vom Aussterben bedrohten Amur-Leoparden wurde hiermit geschaffen.

Der Zoo züchtet schon seit 1985 sehr erfolgreich Amur-Leoparden. Der Kater "Amur", der ebenfalls in Dortmund gehalten wurde, war der älteste in Gefangenschaft lebende Leopard der Welt. Leider verstarb er 2007 im stolzen Alter von 23 Jahren. Man darf also gespannt sein!

Meerschweinchen, Foto: Marcel Stawinoga

Für Kinder ein spannendes Erlebnis

Mitten im Zoo Dortmund wartet auf die Kinder ein schöner Spielplatz, der viel Abwechslung mit Holzgerüsten, einer alten Lokomotive zum Klettern und vier kleinen Baggern bietet. Auch ein Streichelzoo darf natürlich nicht fehlen. Überhaupt ist der Zoo Dortmund aufgrund seiner moderaten Preisgestaltung vor allem bei Familien sehr beliebt.

Zoo Dortmund

Mergelteichstr. 80
44225 Dortmund
0231/50-28593
zoo@dortmund.de

Öffnungszeiten
täglich von 10 bis 17.30 Uhr (Kassenschluss: 17 Uhr)
Das Amazonashaus und das Regenwaldhaus "Rumah hutan" sind geschlossen.
Eintrittspreise
Erwachsene: 7 €
Ermäßigt: 4,50 €
Dortmund-Pass InhaberInnen: 1 €
Anfahrt
Mit dem Auto über die B54 und die Abfahrt Wellinghofen/Zoo oder mit der Stadtbahn U 49 in Richtung Hacheney bis zur Endstation. Weitere Buslinien: 438, 440, 443, 447, 449.

Weitere Informationen unter zoo.dortmund.de.

(Stand: Nov 2022, Angaben ohne Gewähr)

Fotos: Zoo Dortmund / Marcel Stawinoga