LWL-Industriemuseum TextilWerk Bocholt

Fabrikarbeit wie vor 100 Jahren hautnah miterleben: Das LWL-Industriemuseum "TextilWerk Bocholt bietet gleich an zwei Standorten eine Zeitreise in die Textil-Fabrik und die Arbeit des 20. Jahrhunderts. Besucher erfahren hier die damaligen Arbeitsbedingungen und bekommen gleichzeitig einen Einblick in die Welt der Mode.

Das LWL-Industriemuseum TextilWerk Bocholt zeigt eine Weberei als auch eine Spinnerei, Foto: LWL/Hudemann/Holtappels [ruhr-guide] Links und rechts des Flusses Aa, bietet das „Textilwerk Bocholt“ mit seinen zwei Museumsstandorten, der Weberei und der Spinnerei, eine einmalige und geschichtsträchtige Möglichkeit für einen Blick in die Textilherstellung zur Jahrhundertwende. Getreu einer historischen Weberei aus dem Münsterland ist in Bocholt die Museumsfabrik „TextilWerk“ aufgebaut worden. Dabei setzt sich das Museum aus verschiedenen Gebäuden zusammen und Interessierte können neben dem Kesselhaus mit Schornstein, einem Maschinenhaus, der Fabrikationshalle, ebenso die Werkstätten, Büros, Lager, das Tor- und Pförtnerhaus, die Remise, Eisenbahngleise als auch Arbeiterhäuser entdecken.

TextilWerk - Weberei auch zum Mitmachen

In der Weberei im „TextilWerk Bocholt“ werden Besucherinnen und Besucher seit 1989 in den Arbeitsalltag vor rund 100 Jahren zurückversetzt: Hier rattern Webstühle und überall liegt der Geruch von Öl und harter Fabrikarbeit in der Luft. In der großen Webhalle mit den Sheddächern setzen Transmissionsriemen und Antriebswellen 32 alte Maschinen in Bewegung, so kann die Produktion von Stoffen für Handtücher oder Tischdecken hautnah miterlebt werden. Auch für die Jüngsten gibt es hier spannendes zu entdecken: Kinder können zum Beispiel an einem Handwebstuhl selbst zum Weber werden oder frisch geschorene Wolle spinnen. Im Maschinenhaus steht dann das Herzstück der einstigen Fabrik: Die Dampfmaschine. Zahlreiche Fotografien dokumentieren die besondere Bedeutung dieser „Kraftzentrale“ für die damalige Textil-Produktion. Außerdem können auch noch die Werkstätten oder das Kontor besichtigt werden. Aber in der Weberei des Industriemuseums erhascht man nicht nur einen Einblick in das Fabrikleben, sondern auch einen Eindruck vom einfachen Lebensalltag der Familien, denn gleich neben dem Fabrikkomplex steht ein historisch eingerichtetes Arbeiterhaus samt Garten.

In der Weberei des LWL-Industriemuseums TextilWerk Bocholt stehen 32 Webstühle, Foto: LWL/Holtappels

Die Spinnerei mit Dachcafé

Nicht weit entfernt von der Weberei liegt die historische Spinnerei Herding in Bocholt, die als zweiter Teil des Museums, 2011 eröffnet wurde. Drehten sich hier früher über 20.000 Spindeln, gibt dieser Teil der Museumsfabrik heute Einblicke in die Geschichte und Gegenwart der Textilbranche. Verteilt auf mehreren Stockwerken zeigt die Ausstellung verschiedene Modedesigns und internationale Textilkunst als auch historische sowie modernste Technik, so stellt beispielsweise eine 23 Meter lange Modevitrine die Entwicklung und den Wandel von Trends, Mode und Heimtextilien da. Ein weiteres Highlight des TextilWerks befindet sich auf dem Dach der Spinnerei: Im Dachcafé „Skylounge" finden nicht nur diverse Veranstaltungen statt, sondern man hat auch einen tollen, weiten Blick in das Umland.

Das Dachcafé „Skylounge" auf der Spinnerei des Museums in Bocholt, Foto: Foto: LWL/Hudemann/Holtappels

TextilWerk - Sonderausstellung „Mythos Neue Frau“

Aktuell zeigt das „TextilWerk Bocholt“ noch bis zum 25. Oktober 2020 die Sonderausstellung „Mythos Neue Frau“. Hier kann die Entstehung des Mythos „Neue Frau“ sowie die Entwicklung der Frauenmode zu Beginn des 20. Jahrhunderts erkundet werden. Ob die imposanten, unpraktischen Kleider zurzeit des Kaiserreichs, die erste Sportbekleidung für Frauen oder der revolutionäre Kurzhaarschnitt „Bubikopf“ — Zahlreiche Ausstellungsstücke, wie etwa 130 Originalkostüme sowie Fotografien oder historisches Filmmaterial, dokumentieren und zeigen den Wandel in der Mode der Frau zwischen 1900 und 1930.

Das Industriemuseum „TextilWerk Bocholt“ zeigt nicht nur die Fabrikarbeit und die Technik der Textilproduktion, sondern nimmt Interessierte auch mit auf eine Reise durch die Geschichte und die Entwicklung der Mode.

LWL-Industriemuseum TextilWerk Bocholt

Weberei
Uhlandstraße 50
46397 Bocholt

Spinnerei
Industriestraße 5
46395 Bocholt

Öffnungszeiten des TextilWerks Bocholt:

Weberei (ganzjährig):
Di – So sowie an Feiertagen 10 – 18 Uhr
Letzter Einlass 17.30 Uhr
Montags geschlossen, außer an Feiertagen.

Spinnerei (20.3. - 25.10.2020):
Di–So sowie an Feiertagen 10–18 Uhr
Letzter Einlass 17.30 Uhr
Montags geschlossen, außer an Feiertagen.

Eintrittspreise:
Erwachsene: 4,00 Euro
Ermäßigt: 2,00 Euro
Kinder, Jugendliche, SchülerInnen: Eintritt frei
Gruppen ab 16 Personen: 3,50 Euro pro Person

Weitere Infos gibt es unter:
www.textilwerk-bocholt.de

(Stand Mai 2020, Angaben ohne Gewähr.)

Fotos: 1. LWL/Hudemann/Holtappels
2. LWL/Holtappels 3. LWL/Hudemann/Holtappel