Außenansicht des LWL-Museums für Archäologie Bild: LWL / Kalus

LWL-Museum für Archäologie in Herne

Das LWL-Museum für Archäologie in Herne gehört zu den modernsten archäologischen Museen Europas. Neben der sehr modern präsentierten und spannenden Dauerausstellung gibt es auch immer wieder aktuelle Workshops für die ganze Familie. Wechselnde Sonderausstellungen runden das spannende Angebot des Museums ab. Und auch das GrabungsCAMP ist interessant und lehrreich für die ganze Familie. Neue Sonderausstellung „Mahlzeit! Familiensonntag, Kreativseminar, Vortrag, Führungen und Internationaler Museumstag im Mai!

Außenansicht des LWL-Museums für Archäologie
Bild: LWL / Kalus
Das LWL-Museum für Archäologie von Außen (Bild: LWL / Kalus)

[ruhr-guide] Von der unterirdisch angelegten Ausstellungshalle ragen nur drei Baukörper neben der Kreuzkirche in der Herner Innenstadt auf. Unter der Erde erwartet den Besucher zunächst einmal ein Wald. Verkehrte Welt? Nicht ganz. Dieser Wald ist daran gewöhnt – er ist nämlich versteinert und ca. 10.000 Jahre alt. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen natürlich, der Name des Museums deutet es an, 250.000 Jahre Westfälische Geschichte.


Das Osterkamp lädt alle Kinder zum mitmachen ein. Foto:  LWL/ C. Kniel
Mitmachen ausdrücklich erwünscht im LWL-Museum für Archäologie und Kultur. LWL/ C. Kniel

Der Mai im LWL-Museum in Herne

Im Mai lädt das LWL-Museum für Archäologie und Kultur in Herne zu einem Programm ein, das Wissen, Kreativität und Mitmachen miteinander verbindet. Die Besuchenden erwartet ein Mix aus Familienangeboten, Workshops und Einblicken in Kultur und Geschichte: Beim Familiensonntag (3.5.) dreht sich alles um Esskulturen weltweit, während ein öffentlicher Vortrag (7.5.) den Blick auf die Rolle von Essen in Film und Serie richtet. Wer selbst aktiv werden möchte, kann beim Kreativseminar (9./10.5.) erste Erfahrungen in der Schmiedekunst sammeln.

Ein besonderer Höhepunkt ist der Internationale Museumstag am 17. Mai, an dem das Museum mit einem erweiterten Sonderprogramm, einer Mitmachaktion und freiem Eintritt öffnet. Archäologische Arbeit ist hier bei einer Schnuppergrabung im „Grabungscamp“ zu erleben, zahlreiche öffentliche Führungen geben Einblicke in die Dauer- und Sonderausstellung.

Alle Termine im Überblick
Fr, 01.05.
„gesucht. gefunden. ausgegraben.“ – Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung, 13 Uhr
„Mahlzeit“ – Öffentliche Führung durch die gleichnamige Sonderausstellung, 15 Uhr

So, 03.05.
„Mit vollem Mund die Füße aufm Tisch“ – Familiensonntag mit Programm für Kinder ab 8 Jahren, 13 Uhr und 15 Uhr
„gesucht. gefunden. ausgegraben.“ – Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung, 13 Uhr
„Mahlzeit“ – Öffentliche Führung durch die gleichnamige Sonderausstellung, 15 Uhr

Do, 7.5.
Vortrag: „Filmische Delikatessen – Essen in Filmen und Serien“, Kai G. Bernhardt, Medienwissenschaftler und Kulturvermittler in der Ausstellung „Mahlzeit!“, 19 Uhr

Sa, 9.5. bis So, 10.5.
„Einstieg in die Schmiedekunst“ – Zweitägiges Kreativseminar für Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren, 11-17 Uhr

So, 10.5.
„gesucht. gefunden. ausgegraben.“ – Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung, 13 Uhr
„Mahlzeit“ – Öffentliche Führung durch die gleichnamige Sonderausstellung, 15 Uhr

Do, 14.5.
„gesucht. gefunden. ausgegraben.“ – Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung, 13 Uhr
„Mahlzeit“ – Öffentliche Führung durch die gleichnamige Sonderausstellung, 15 Uhr

So, 17.5., Internationaler Museumstag
„Mahlzeit“ – Öffentliche Führung durch die gleichnamige Sonderausstellung, 12 Uhr, 14 Uhr, 15 Uhr und 16 Uhr
„gesucht. gefunden. ausgegraben.“ – Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung, 13 Uhr und 17 Uhr
„Offene Schnuppergrabung im „GrabungsCAMP““ – Kurze Mitmachausgrabung für Familien und Interessierte, 13 bis 17 Uhr
Freier Eintritt in Dauer- und Sonderausstellung!

So, 24.5.
„gesucht. gefunden. ausgegraben.“ – Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung, 13 Uhr
„Mahlzeit“ – Öffentliche Führung durch die gleichnamige Sonderausstellung, 15 Uhr

Mo, 25.5.
„gesucht. gefunden. ausgegraben.“ – Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung, 13 Uhr
„Mahlzeit“ – Öffentliche Führung durch die gleichnamige Sonderausstellung, 15 Uhr

So, 31.5.
„Mahlzeit“ – Öffentliche Führung durch die gleichnamige Sonderausstellung, 15 Uhr



„Mahlzeit“ – Öffentliche Führung durch die gleichnamige Sonderausstellung, 15 Uhr

Mehr Infos: https://www.lwl-landesmuseum-herne.de

Sonderausstellung „Mahlzeit!“: LWL-Museum in Herne lässt Besucher an virtueller historischer Tafel Platz nehmen

Plakat zur Ausstellung "Mahlzeit!".Grafik_LWL_Oktober Kommunikationsdesign GmbH
„Mahlzeit!“ Die neue Sonderausstellung. Plakat zur Ausstellung. Grafik: LWL/ Oktober Kommunikationsdesign GmbH

Speisen wie im 18. Jahrhundert können Gäste der Sonderausstellung „Mahlzeit! Wie Essen uns verbindet„, die ab dem 3. Oktober im LWL-Museum für Archäologie und Kultur in Herne zu sehen ist. Sie sitzen an einem realen Tisch und werden dann mithilfe einer VR-Brille ins Setting einer historischen Tafel versetzt. Drei Avatare führen die Besucher durch eine speziell entwickelte Geschichte, bei der alle ihre Rolle haben und miteinander interagieren.

Bis zum 13. September 2026 läuft die Ausstellung „Mahlzeit!“. Sie zeigt, wie gemeinsames Essen seit Jahrtausenden als sozialer Klebstoff funktioniert. Ob beim königlichen Bankett, der einfachen Bauernmahlzeit oder der gemeinsamen Mittagspause – Essen verrät viel über Macht, Zugehörigkeit und gesellschaftlichen Wandel. Mit rund 120 Exponaten lädt das LWL-Museum ein, die kulturelle Dimension des Essens zu entdecken.

Infos: http://www.lwl-landesmuseum-herne.de


GrabungsCAMP

Für alle die einmal Archäologe sein wollten bekommen nun die Möglichkeit dazu.
Egal ob klein oder groß, jeder kann mit Kelle und Pinsel bewaffnet in Kleinstarbeit die Fundstücke ausgraben und wie bei einem Puzzle zusammenfügen. Durch die gefundenen römischen Münzen und steinzeitlichen Scherben bekommt man einen Einblick in das Leben unserer Vorfahren. Das GrabungsCAMP ist eine Ergänzung zu der Dauerausstellung und kann auch nur besichtigt werden, wenn eine Mitmachgrabung gebucht wird.

Die Dauerausstellung

Neandertaler und der moderne Mensch
Bild: LWL / Brentführer
Zu sehen ist die Ausstellung Neandertaler und der moderne Mensch (Bild: LWL / Brentführer)

Die Ausstellung bettet sich in eine sogenannte Grabungslandschaft ein und wird somit so präsentiert, wie sich die Exponate den Archäologen offenbaren. Über einen Steg – ganz als wäre es hier eine „reale“ Ausgrabungsstätte – folgt der Besucher dem Rundgang. Unter ihm befinden sich Gräber und Brunnen im Boden oder ein Erdwerk der frühen Bauern und eine Kirche der ersten Christen. In den Wänden finden sich Nischen, welche die zeitgleiche Geschichte jenseits von Westfalen präsentieren: die ägyptischen Pyramiden, Mohammed, die Entdeckung Amerikas usw.

In Wasserläufen finden sich bei genauerer Betrachtung nicht nur Geröll sondern vielfach auch Steinwerkzeuge. In anderen Bereichen des Museums wird beispielsweise die Entwicklung zum Werkzeug dargestellt. Über verschiedene Bereiche wie „Jäger und Sammler“, „Ackerbau und Viehzucht“ oder „Römer und Germanen“ gelangt man bis zur Trümmerarchäologie des 2. Weltkrieges.

Auch im Forschungslabor mit seinen 14 Thementischen können Sie die Methoden zur Entschlüsselung der Vergangenheit nachvollziehen.

Multimediale Angebote

Mithilfe modernser Medientechniken sollen die Geschichten hinter den Exponaten erzählt werden. Dazu gehört zum Beispiel die App „Geister der Vergangenheit“, mit der sich die gleichnahmige Ausstellung zum Leben erwecken lässt. Zu weiteren Programmen lassen sich mithilfe der interaktiven Medien Rätsel lösen (Lost in TimeTime) oder mit der Gaming-App Jo’s Memory sollen archäologische Arbeitsweisen für alle erlebbar gemacht werden.

Museumspädagogik wird groß geschrieben

Forscherlabor
Bild: LWL / Sager
Das Forscherlabor mit Forschungsstationen ist für jeden der selbst mal Forscher sein möchte (Bild: LWL / Sager)

Museumspädagogik – vielfach vernachlässigt – steht in Herne im Mittelpunkt. Ein Team von 12 Pädagogen und Archäologen steht den Besuchern zur Verfügung. Es sind diverse Sonderaktionen im Angebot: vom Mehl mahlen bis zur Schmuckherstellung – für Kindergarten oder auch Senioren. Außerdem wird mit Sinneseindrücken gearbeitet: Böden ahmen die unterschiedlichen Erdreiche nach; Außengeräusche wie Vogelgezwitscher, das Steinklopfen der Archäologen oder wenn es passt, sogar ein Musikstück, sorgen dafür, dass die Ausstellung so authentisch wie möglich wirkt.

Wechselnde Sonderausstellungen

Immer wieder begeistert das LWL-Museum für Archäologie in Herne mit seinen großen Sonderausstellungen. Bis Mitte Juli 2009 war die Ausstellung „Schuhtick – Von kalten Füßen und heißen Sohlen“ zu bewundern. Über 125.000 Besucher haben die Ausstellung „Klima und Mensch“ und das Mammut-Baby Dima besucht. Sie wurde mit einem „red dot design award“ des Design Zentrums NRW ausgezeichnet. Im Jahr 2010 konnten Sie die Ausstellung „Aufruhr 1225! Ritter, Burgen und Intrigen.“ im LWL-Museum für Archäologie in Herne besuchen! Im Jahr 2011 lief dann erfolgreich „Fundgeschichten“. 2013 war die große Sonderausstellung „Schädelkult“ zu sehen, die sich ausschließlich dem menschlichen Schädel widmete. Bis Oktober 2017 wurde die Sonderausstellung „Revolution Jungsteinzeit“ präsentiert, die sich ganz dieser bedeutender Phase der Menschheitsgeschichte widmete. Und dann hieß es bis im September 2018 „Irrtümer & Fälschungen der Archäologie“ aufzudecken. Im Jahr 2020 konnte die Sonderausstellung „Pest!“ besucht werden. Interessierte erfuhren hier alles über die Geschichte des „Schwarzen Todes“ und dessen globalen Auswirkungen: Angefangen in der Steinzeit über die Spätantike und das Mittelalters bis zu dem jüngsten Ausbruch auf Madagaskar. Seit September 2023 lief die Sonderausstellung „Modern Times – Archäologische Funde der Moderne und ihre Geschichten“. Bis August 2024 ließen sich hier Objekte aus dem 19. und 20. Jahrhundert, sowie aus Finnland, Frankreich und den USA begutachten. Im Vordergrund stand zudem die Beziehung vom Menschen zu seinen Objekten. „Mahlzeit! Wie Essen uns verbindet“ im Jahr 2025 und 2026 geht der Esskultur von der Steinzeit bis zum heutigen Tage auf den Grund.

Unser Tipp

Und wenn sie sich für die Geschichte der Römer in Westfalen interessieren, dann dürfen sie auf keinen Fall einen Besuch im LWL-Römermuseum Haltern am See verpassen und der LVR Archäologische Park Xanten sollte natürlich auch auf der Bucket-List stehen.


LWL-Museum für Archäologie in Herne

Europaplatz 1
44623 Herne
Tel.: 02323 94628-24 und -0
www.lwl-landesmuseum-herne.de

Öffnungszeiten:
Di, Mi, Fr: 9.00 – 17.00 Uhr
Do: 9.00 – 19.00 Uhr
Sa, So, Feiertage: 11.00 – 18.00 Uhr
Geschlossen am 24., 25., 31. Dezember und 01. Januar
Eintrittsfreie Tage: Int. Museumstag und Tag des offenen Denkmals

Eintrittspreise:
Dauerausstellung
Erwachsene: 7 Euro
Ermäßigt: 3,50 Euro
Kinder, Jugendliche bis 17 Jahre: Eintritt frei
Erwachsene in Gruppen ab 16 Personen: 6 Euro

Kombiticket: Dauerausstellung und Sonderausstellung:
Erwachsene: 12,00 Euro
Ermäßigt: 6,00 Euro
Kinder, Jugendliche bis 17 Jahre: Eintritt frei
Erwachsene in Gruppen ab 16 Personen: 10,00 Euro
Eintritt frei für Schulklassen

GrabungsCAMP: zzgl. Eintrittspreis
Erwachsene: 6 Euro
Ermäßigt: 3 Euro
Kinder/Jugendliche (bis 17 Jahre) und Schulklassen: Eintritt frei

Stand: Jan. 2026, alle Angaben ohne Gewähr

Anfahrt:
Pkw: A43, Abf. Herne-Eickel (15) auf Holsterhauser Str. Richtg Herne-Zentrum, Parkplätze/Parkhaus links Berliner Platz/Schmiedestr.

ÖPNV
U-Bahn
Von Herne Hbf U-Bahn U35, Haltest. Herne Archäologie-Museum/Kreuzkirche

Bus
303, 311, 323, 324, 337, 367; Haltestelle: Archäologie-Museum/Kreuzkirche
362, 312; Haltestelle: Kulturzentrum

Zug
Vom Hbf. Bochum mit U35 in Richtung Herne Schloss Strünkede, vom Bahnhof Herne ca. 15 Min Fußweg.
oder mit U35, vom Hbf. Wanne-Eickel mit Bus 303, 312, 323, 362.

Foto 1: LWL / Kalus
Foto 2: LWL/ C. Kniel
Grafik: LWL/ Oktober Kommunikationsdesign GmbH
Foto 3: LWL / Brentführer
Foto 4: LWL / Sager

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