Das LWL-Museum für Archäologie in Herne gehört zu den modernsten archäologischen Museen Europas. Neben der sehr modern präsentierten und spannenden Dauerausstellung gibt es auch immer wieder aktuelle Workshops für die ganze Familie. Wechselnde Sonderausstellungen runden das spannende Angebot des Museums ab. Und auch das GrabungsCAMP ist interessant und lehrreich für die ganze Familie. Viele tolle Aktionen im August!. Neue Sonderausstellung „Mahlzeit!

[ruhr-guide] Von der unterirdisch angelegten Ausstellungshalle ragen nur drei Baukörper neben der Kreuzkirche in der Herner Innenstadt auf. Unter der Erde erwartet den Besucher zunächst einmal ein Wald. Verkehrte Welt? Nicht ganz. Dieser Wald ist daran gewöhnt – er ist nämlich versteinert und ca. 10.000 Jahre alt. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen natürlich, der Name des Museums deutet es an, 250.000 Jahre Westfälische Geschichte.
Workshops, Familiensonntag, Vortrag und Führungen
Im August bietet das LWL-Museum für Archäologie und Kultur in Herne ein vielfältiges Programm: Mitmachen, Zuhören, Ausprobieren: Beim Familiensonntag (2.8.) können Besuchende selbst zum/zur Archäolog:in werden, während es in der Schau-Schmiede (16.8.) heiß hergeht. Der öffentliche Vortrag (20.8.) wirft einen Blick auf kulinarische Traditionen in Georgien. Zwei Kreativseminare warten und Highlight-Führungen mit der „Ruhrpott-Schnauze“ (23.8.) nehmen Interessierte mit in die Dauerausstellung und die aktuelle Sonderausstellung „Mahlzeit!“.
Alle Termine im Überblick
Sa, 1.8.
„Aus dem Löffel wird ein Ring – Schmuckbearbeitung für Einsteiger:innen“ – Kreativseminar, 14-16 Uhr (ausgebucht)
So, 2.8.
Familiensonntag „GrabungsCAMP spezial“ – Mitmachgrabung für Kinder ab 8 Jahren, 13 und 15 Uhr
„gesucht. gefunden. ausgegraben.“ – Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung, 13 Uhr
„Mahlzeit“ – Öffentliche Führung durch die gleichnamige Sonderausstellung, 15 Uhr
Sa, 8.8.
„Bunte Pracht – Glasperlen selbst gemacht“ – Kreativseminar für Anfänger:innen, 13 bis 17 Uhr
So, 9.8.
„gesucht. gefunden. ausgegraben.“ – Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung, 13 Uhr
„Mahlzeit“ – Öffentliche Führung durch die gleichnamige Sonderausstellung, 15 Uhr
So, 16.8.
„Schau-Schmiede“ – Schmiedevorführung mit Five Guide Timo, 12 bis 17 Uhr
„gesucht. gefunden. ausgegraben.“ – Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung, 13 Uhr
„Mahlzeit“ – Öffentliche Führung durch die gleichnamige Sonderausstellung, 15 Uhr
Do, 20.8.
„Das georgische Supra“ – öffentlicher Vortrag, 19 Uhr
So, 23.8.
„Ruhrpott-Schnauze“ – öffentliche Führung mit Five Guide Timo durch die Dauerausstellung, 13 Uhr
„Ruhrpott-Schnauze“ – öffentliche Führung mit Five Guide Timo durch die Sonderausstellung „Mahlzeit!“, 15 Uhr
Mi, 26.8.
„Alte Knochen neu besprochen“ – Workshoptag im Rahmen des zdi-Feriencamps, für Jugendliche von 13 bis 16 Jahren, 10 bis 15 Uhr
So, 30.8.
„gesucht. gefunden. ausgegraben.“ – Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung, 13 Uhr
„Mahlzeit“ – Öffentliche Führung durch die gleichnamige Sonderausstellung, 15 Uhr
Mehr Infos: http://www.lwl-landesmuseum-herne.de
Sonderausstellung „Mahlzeit!“: LWL-Museum in Herne lässt Besucher an virtueller historischer Tafel Platz nehmen

Speisen wie im 18. Jahrhundert können Gäste der Sonderausstellung „Mahlzeit! Wie Essen uns verbindet„, die ab dem 3. Oktober im LWL-Museum für Archäologie und Kultur in Herne zu sehen ist. Sie sitzen an einem realen Tisch und werden dann mithilfe einer VR-Brille ins Setting einer historischen Tafel versetzt. Drei Avatare führen die Besucher durch eine speziell entwickelte Geschichte, bei der alle ihre Rolle haben und miteinander interagieren.
Bis zum 13. September 2026 läuft die Ausstellung „Mahlzeit!“. Sie zeigt, wie gemeinsames Essen seit Jahrtausenden als sozialer Klebstoff funktioniert. Ob beim königlichen Bankett, der einfachen Bauernmahlzeit oder der gemeinsamen Mittagspause – Essen verrät viel über Macht, Zugehörigkeit und gesellschaftlichen Wandel. Mit rund 120 Exponaten lädt das LWL-Museum ein, die kulturelle Dimension des Essens zu entdecken.
Infos: http://www.lwl-landesmuseum-herne.de
GrabungsCAMP
Für alle die einmal Archäologe sein wollten bekommen nun die Möglichkeit dazu.
Egal ob klein oder groß, jeder kann mit Kelle und Pinsel bewaffnet in Kleinstarbeit die Fundstücke ausgraben und wie bei einem Puzzle zusammenfügen. Durch die gefundenen römischen Münzen und steinzeitlichen Scherben bekommt man einen Einblick in das Leben unserer Vorfahren. Das GrabungsCAMP ist eine Ergänzung zu der Dauerausstellung und kann auch nur besichtigt werden, wenn eine Mitmachgrabung gebucht wird.
Die Dauerausstellung

Die Ausstellung bettet sich in eine sogenannte Grabungslandschaft ein und wird somit so präsentiert, wie sich die Exponate den Archäologen offenbaren. Über einen Steg – ganz als wäre es hier eine „reale“ Ausgrabungsstätte – folgt der Besucher dem Rundgang. Unter ihm befinden sich Gräber und Brunnen im Boden oder ein Erdwerk der frühen Bauern und eine Kirche der ersten Christen. In den Wänden finden sich Nischen, welche die zeitgleiche Geschichte jenseits von Westfalen präsentieren: die ägyptischen Pyramiden, Mohammed, die Entdeckung Amerikas usw.
In Wasserläufen finden sich bei genauerer Betrachtung nicht nur Geröll sondern vielfach auch Steinwerkzeuge. In anderen Bereichen des Museums wird beispielsweise die Entwicklung zum Werkzeug dargestellt. Über verschiedene Bereiche wie „Jäger und Sammler“, „Ackerbau und Viehzucht“ oder „Römer und Germanen“ gelangt man bis zur Trümmerarchäologie des 2. Weltkrieges.
Auch im Forschungslabor mit seinen 14 Thementischen können Sie die Methoden zur Entschlüsselung der Vergangenheit nachvollziehen.
Multimediale Angebote
Mithilfe modernser Medientechniken sollen die Geschichten hinter den Exponaten erzählt werden. Dazu gehört zum Beispiel die App „Geister der Vergangenheit“, mit der sich die gleichnahmige Ausstellung zum Leben erwecken lässt. Zu weiteren Programmen lassen sich mithilfe der interaktiven Medien Rätsel lösen (Lost in TimeTime) oder mit der Gaming-App Jo’s Memory sollen archäologische Arbeitsweisen für alle erlebbar gemacht werden.
Museumspädagogik wird groß geschrieben

Museumspädagogik – vielfach vernachlässigt – steht in Herne im Mittelpunkt. Ein Team von 12 Pädagogen und Archäologen steht den Besuchern zur Verfügung. Es sind diverse Sonderaktionen im Angebot: vom Mehl mahlen bis zur Schmuckherstellung – für Kindergarten oder auch Senioren. Außerdem wird mit Sinneseindrücken gearbeitet: Böden ahmen die unterschiedlichen Erdreiche nach; Außengeräusche wie Vogelgezwitscher, das Steinklopfen der Archäologen oder wenn es passt, sogar ein Musikstück, sorgen dafür, dass die Ausstellung so authentisch wie möglich wirkt.
Wechselnde Sonderausstellungen
Immer wieder begeistert das LWL-Museum für Archäologie in Herne mit seinen großen Sonderausstellungen. Bis Mitte Juli 2009 war die Ausstellung „Schuhtick – Von kalten Füßen und heißen Sohlen“ zu bewundern. Über 125.000 Besucher haben die Ausstellung „Klima und Mensch“ und das Mammut-Baby Dima besucht. Sie wurde mit einem „red dot design award“ des Design Zentrums NRW ausgezeichnet. Im Jahr 2010 konnten Sie die Ausstellung „Aufruhr 1225! Ritter, Burgen und Intrigen.“ im LWL-Museum für Archäologie in Herne besuchen! Im Jahr 2011 lief dann erfolgreich „Fundgeschichten“. 2013 war die große Sonderausstellung „Schädelkult“ zu sehen, die sich ausschließlich dem menschlichen Schädel widmete. Bis Oktober 2017 wurde die Sonderausstellung „Revolution Jungsteinzeit“ präsentiert, die sich ganz dieser bedeutender Phase der Menschheitsgeschichte widmete. Und dann hieß es bis im September 2018 „Irrtümer & Fälschungen der Archäologie“ aufzudecken. Im Jahr 2020 konnte die Sonderausstellung „Pest!“ besucht werden. Interessierte erfuhren hier alles über die Geschichte des „Schwarzen Todes“ und dessen globalen Auswirkungen: Angefangen in der Steinzeit über die Spätantike und das Mittelalters bis zu dem jüngsten Ausbruch auf Madagaskar. Seit September 2023 lief die Sonderausstellung „Modern Times – Archäologische Funde der Moderne und ihre Geschichten“. Bis August 2024 ließen sich hier Objekte aus dem 19. und 20. Jahrhundert, sowie aus Finnland, Frankreich und den USA begutachten. Im Vordergrund stand zudem die Beziehung vom Menschen zu seinen Objekten. „Mahlzeit! Wie Essen uns verbindet“ im Jahr 2025 und 2026 geht der Esskultur von der Steinzeit bis zum heutigen Tage auf den Grund.
Unser Tipp
Und wenn sie sich für die Geschichte der Römer in Westfalen interessieren, dann dürfen sie auf keinen Fall einen Besuch im LWL-Römermuseum Haltern am See verpassen und der LVR Archäologische Park Xanten sollte natürlich auch auf der Bucket-List stehen.
LWL-Museum für Archäologie in Herne
Europaplatz 1
44623 Herne
Tel.: 02323 94628-24 und -0
www.lwl-landesmuseum-herne.de
Öffnungszeiten:
Di, Mi, Fr: 9.00 – 17.00 Uhr
Do: 9.00 – 19.00 Uhr
Sa, So, Feiertage: 11.00 – 18.00 Uhr
Geschlossen am 24., 25., 31. Dezember und 01. Januar
Eintrittsfreie Tage: Int. Museumstag und Tag des offenen Denkmals
Eintrittspreise:
Dauerausstellung
Erwachsene: 7 Euro
Ermäßigt: 3,50 Euro
Kinder, Jugendliche bis 17 Jahre: Eintritt frei
Erwachsene in Gruppen ab 16 Personen: 6 Euro
Kombiticket: Dauerausstellung und Sonderausstellung:
Erwachsene: 12,00 Euro
Ermäßigt: 6,00 Euro
Kinder, Jugendliche bis 17 Jahre: Eintritt frei
Erwachsene in Gruppen ab 16 Personen: 10,00 Euro
Eintritt frei für Schulklassen
GrabungsCAMP: zzgl. Eintrittspreis
Erwachsene: 6 Euro
Ermäßigt: 3 Euro
Kinder/Jugendliche (bis 17 Jahre) und Schulklassen: Eintritt frei
Stand: Jan. 2026, alle Angaben ohne Gewähr
Anfahrt:
Pkw: A43, Abf. Herne-Eickel (15) auf Holsterhauser Str. Richtg Herne-Zentrum, Parkplätze/Parkhaus links Berliner Platz/Schmiedestr.
ÖPNV
U-Bahn
Von Herne Hbf U-Bahn U35, Haltest. Herne Archäologie-Museum/Kreuzkirche
Bus
303, 311, 323, 324, 337, 367; Haltestelle: Archäologie-Museum/Kreuzkirche
362, 312; Haltestelle: Kulturzentrum
Zug
Vom Hbf. Bochum mit U35 in Richtung Herne Schloss Strünkede, vom Bahnhof Herne ca. 15 Min Fußweg.
oder mit U35, vom Hbf. Wanne-Eickel mit Bus 303, 312, 323, 362.
Foto 1: LWL / Kalus
Foto 2: LWL/ C. Kniel
Grafik: LWL/ Oktober Kommunikationsdesign GmbH
Foto 3: LWL / Brentführer
Foto 4: LWL / Sager




