Außenansicht des LWL-Museums für Archäologie Bild: LWL / Kalus

LWL-Museum für Archäologie in Herne

Das LWL-Museum für Archäologie in Herne gehört zu den modernsten archäologischen Museen Europas. Neben der sehr modern präsentierten und spannenden Dauerausstellung gibt es auch immer wieder aktuelle Workshops für die ganze Familie. Wechselnde Sonderausstellungen runden das spannende Angebot des Museums ab. Und auch das GrabungsCAMP ist interessant und lehrreich für die ganze Familie. Besuchen Sie die neue Sonderausstellung „Mahlzeit!

Außenansicht des LWL-Museums für Archäologie
Bild: LWL / Kalus
Das LWL-Museum für Archäologie von Außen (Bild: LWL / Kalus)

[ruhr-guide] Von der unterirdisch angelegten Ausstellungshalle ragen nur drei Baukörper neben der Kreuzkirche in der Herner Innenstadt auf. Unter der Erde erwartet den Besucher zunächst einmal ein Wald. Verkehrte Welt? Nicht ganz. Dieser Wald ist daran gewöhnt – er ist nämlich versteinert und ca. 10.000 Jahre alt. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen natürlich, der Name des Museums deutet es an, 250.000 Jahre Westfälische Geschichte.


Im LWL-Museum für Archäologie und Kultur ist ne Menge los

Auch im neuen Jahr steht das LWL-Museum für Archäologie und Kultur in Herne im Zeichen der Sonderausstellung „Mahlzeit! Wie Essen uns verbindet“, die noch bis zum 13. September in Herne zu sehen ist. Unter der neuen Leitung von Melanie Wunsch setzt das Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) verstärkt auf familienfreundliche Angebote.

Familienwochenende „Gar nicht unappetitlich – Das Mittelalter in Westfalen“
Am letzten Wochenende im Januar widmet sich das Museum an zwei Tagen dem Thema Essen im Mittelalter. Wie funktionierte saisonale Ernährung in Westfalen vor 700 Jahren und was wurde wie importiert? Am Familienwochenende „Gar nicht unappetitlich – Das Mittelalter in Westfalen“ von 11 bis 18 Uhr am Samstag (31.1.) und Sonntag (1.2.) – in Zusammenarbeit mit der Living History-Gruppe „IG-Hochgotik“ – dreht sich alles um Ernährung, Esskultur, Tischsitten und die Verfügbarkeit von Lebensmitteln um 1300.

Lesung „Sherlock Holmes und die ägyptische Mumie“
Dr. Alexander Berner, Kurator am Ruhr Museum in Essen und Liebhaber obskurer Literaturen, liest aus dem neuen Fall von Sherlock Holmes am 5. Februar ab 19 Uhr inmitten der Dauerausstellung.

Lange Nacht der Mahlzeit
Das LWL-Museum lädt am 27. März von 18 bis 24 Uhr zur „Langen Nacht der Mahlzeit“. Neben speziellen Programmen zur Sonderausstellung, wie Führungen und Workshops, stehen Musik, Comedy und kulinarische Höhepunkte auf dem Programm.

Neue Kreativ-Workshops zur Schmuckbearbeitung und zum Schmieden
„Aus dem Löffel wird ein Ring – Schmuckbearbeitung für Einsteiger:innen“ heißt das Kreativ-Angebot zur Sonderausstellung „Mahlzeit!“. (24.1. und 11.4.)

Ostercamp Archäologie
Ein Ausgrabungsabenteuer erleben Schüler:innen im Osterferien-Programm „Ostercamp Archäologie“. Zweitägiges Ferienangebot (7. und 8. April sowie 9. und 10. April, jeweils 9 bis 16 Uhr)

Familiensonntag „Mit vollem Mund die Füße auf´m Tisch „Benehmen ist Glücksache“? Ganz sicher nicht.“
Das LWL-Museum lädt Kinder ab acht Jahren zu einer kleinen Zeitreise um die Welt ein (1. 3., 3.5. und 5.7., 13 Uhr und 15 Uhr).

Mehr Infos: https://www.lwl-landesmuseum-herne.de

Sonderausstellung „Mahlzeit!“: LWL-Museum in Herne lässt Besucher an virtueller historischer Tafel Platz nehmen

Plakat zur Ausstellung "Mahlzeit!".Grafik_LWL_Oktober Kommunikationsdesign GmbH
„Mahlzeit!“ Die neue Sonderausstellung. Plakat zur Ausstellung. Grafik: LWL/ Oktober Kommunikationsdesign GmbH

Speisen wie im 18. Jahrhundert können Gäste der Sonderausstellung „Mahlzeit! Wie Essen uns verbindet„, die ab dem 3. Oktober im LWL-Museum für Archäologie und Kultur in Herne zu sehen ist. Sie sitzen an einem realen Tisch und werden dann mithilfe einer VR-Brille ins Setting einer historischen Tafel versetzt. Drei Avatare führen die Besucher durch eine speziell entwickelte Geschichte, bei der alle ihre Rolle haben und miteinander interagieren.

Bis zum 13. September 2026 läuft die Ausstellung „Mahlzeit!“. Sie zeigt, wie gemeinsames Essen seit Jahrtausenden als sozialer Klebstoff funktioniert. Ob beim königlichen Bankett, der einfachen Bauernmahlzeit oder der gemeinsamen Mittagspause – Essen verrät viel über Macht, Zugehörigkeit und gesellschaftlichen Wandel. Mit rund 120 Exponaten lädt das LWL-Museum ein, die kulturelle Dimension des Essens zu entdecken.

Infos: http://www.lwl-landesmuseum-herne.de


GrabungsCAMP

Für alle die einmal Archäologe sein wollten bekommen nun die Möglichkeit dazu.
Egal ob klein oder groß, jeder kann mit Kelle und Pinsel bewaffnet in Kleinstarbeit die Fundstücke ausgraben und wie bei einem Puzzle zusammenfügen. Durch die gefundenen römischen Münzen und steinzeitlichen Scherben bekommt man einen Einblick in das Leben unserer Vorfahren. Das GrabungsCAMP ist eine Ergänzung zu der Dauerausstellung und kann auch nur besichtigt werden, wenn eine Mitmachgrabung gebucht wird.

Die Dauerausstellung

Neandertaler und der moderne Mensch
Bild: LWL / Brentführer
Zu sehen ist die Ausstellung Neandertaler und der moderne Mensch (Bild: LWL / Brentführer)

Die Ausstellung bettet sich in eine sogenannte Grabungslandschaft ein und wird somit so präsentiert, wie sich die Exponate den Archäologen offenbaren. Über einen Steg – ganz als wäre es hier eine „reale“ Ausgrabungsstätte – folgt der Besucher dem Rundgang. Unter ihm befinden sich Gräber und Brunnen im Boden oder ein Erdwerk der frühen Bauern und eine Kirche der ersten Christen. In den Wänden finden sich Nischen, welche die zeitgleiche Geschichte jenseits von Westfalen präsentieren: die ägyptischen Pyramiden, Mohammed, die Entdeckung Amerikas usw.

In Wasserläufen finden sich bei genauerer Betrachtung nicht nur Geröll sondern vielfach auch Steinwerkzeuge. In anderen Bereichen des Museums wird beispielsweise die Entwicklung zum Werkzeug dargestellt. Über verschiedene Bereiche wie „Jäger und Sammler“, „Ackerbau und Viehzucht“ oder „Römer und Germanen“ gelangt man bis zur Trümmerarchäologie des 2. Weltkrieges.

Auch im Forschungslabor mit seinen 14 Thementischen können Sie die Methoden zur Entschlüsselung der Vergangenheit nachvollziehen.

Multimediale Angebote

Mithilfe modernser Medientechniken sollen die Geschichten hinter den Exponaten erzählt werden. Dazu gehört zum Beispiel die App „Geister der Vergangenheit“, mit der sich die gleichnahmige Ausstellung zum Leben erwecken lässt. Zu weiteren Programmen lassen sich mithilfe der interaktiven Medien Rätsel lösen (Lost in TimeTime) oder mit der Gaming-App Jo’s Memory sollen archäologische Arbeitsweisen für alle erlebbar gemacht werden.

Museumspädagogik wird groß geschrieben

Forscherlabor
Bild: LWL / Sager
Das Forscherlabor mit Forschungsstationen ist für jeden der selbst mal Forscher sein möchte (Bild: LWL / Sager)

Museumspädagogik – vielfach vernachlässigt – steht in Herne im Mittelpunkt. Ein Team von 12 Pädagogen und Archäologen steht den Besuchern zur Verfügung. Es sind diverse Sonderaktionen im Angebot: vom Mehl mahlen bis zur Schmuckherstellung – für Kindergarten oder auch Senioren. Außerdem wird mit Sinneseindrücken gearbeitet: Böden ahmen die unterschiedlichen Erdreiche nach; Außengeräusche wie Vogelgezwitscher, das Steinklopfen der Archäologen oder wenn es passt, sogar ein Musikstück, sorgen dafür, dass die Ausstellung so authentisch wie möglich wirkt.

Wechselnde Sonderausstellungen

Immer wieder begeistert das LWL-Museum für Archäologie in Herne mit seinen großen Sonderausstellungen. Bis Mitte Juli 2009 war die Ausstellung „Schuhtick – Von kalten Füßen und heißen Sohlen“ zu bewundern. Über 125.000 Besucher haben die Ausstellung „Klima und Mensch“ und das Mammut-Baby Dima besucht. Sie wurde mit einem „red dot design award“ des Design Zentrums NRW ausgezeichnet. Im Jahr 2010 konnten Sie die Ausstellung „Aufruhr 1225! Ritter, Burgen und Intrigen.“ im LWL-Museum für Archäologie in Herne besuchen! Im Jahr 2011 lief dann erfolgreich „Fundgeschichten“. 2013 war die große Sonderausstellung „Schädelkult“ zu sehen, die sich ausschließlich dem menschlichen Schädel widmete. Bis Oktober 2017 wurde die Sonderausstellung „Revolution Jungsteinzeit“ präsentiert, die sich ganz dieser bedeutender Phase der Menschheitsgeschichte widmete. Und dann hieß es bis im September 2018 „Irrtümer & Fälschungen der Archäologie“ aufzudecken. Im Jahr 2020 konnte die Sonderausstellung „Pest!“ besucht werden. Interessierte erfuhren hier alles über die Geschichte des „Schwarzen Todes“ und dessen globalen Auswirkungen: Angefangen in der Steinzeit über die Spätantike und das Mittelalters bis zu dem jüngsten Ausbruch auf Madagaskar. Seit September 2023 lief die Sonderausstellung „Modern Times – Archäologische Funde der Moderne und ihre Geschichten“. Bis August 2024 ließen sich hier Objekte aus dem 19. und 20. Jahrhundert, sowie aus Finnland, Frankreich und den USA begutachten. Im Vordergrund stand zudem die Beziehung vom Menschen zu seinen Objekten. „Mahlzeit! Wie Essen uns verbindet“ im Jahr 2025 und 2026 geht der Esskultur von der Steinzeit bis zum heutigen Tage auf den Grund.

Unser Tipp

Und wenn sie sich für die Geschichte der Römer in Westfalen interessieren, dann dürfen sie auf keinen Fall einen Besuch im LWL-Römermuseum Haltern am See verpassen und der LVR Archäologische Park Xanten sollte natürlich auch auf der Bucket-List stehen.


LWL-Museum für Archäologie

Europaplatz 1
44623 Herne
Tel.: 02323 94628-24 und -0
www.lwl-landesmuseum-herne.de

Öffnungszeiten:
Di, Mi, Fr: 9.00 – 17.00 Uhr
Do: 9.00 – 19.00 Uhr
Sa, So, Feiertage: 11.00 – 18.00 Uhr
Geschlossen am 24., 25., 31. Dezember und 01. Januar
Eintrittsfreie Tage: Int. Museumstag und Tag des offenen Denkmals

Eintrittspreise:
Dauerausstellung
Erwachsene: 7 Euro
Ermäßigt: 3,50 Euro
Kinder, Jugendliche bis 17 Jahre: Eintritt frei
Erwachsene in Gruppen ab 16 Personen: 6 Euro

Kombiticket: Dauerausstellung und Sonderausstellung:
Erwachsene: 12,00 Euro
Ermäßigt: 6,00 Euro
Kinder, Jugendliche bis 17 Jahre: Eintritt frei
Erwachsene in Gruppen ab 16 Personen: 10,00 Euro
Eintritt frei für Schulklassen

GrabungsCAMP: zzgl. Eintrittspreis
Erwachsene: 6 Euro
Ermäßigt: 3 Euro
Kinder/Jugendliche (bis 17 Jahre) und Schulklassen: Eintritt frei

Stand: Jan. 2026, alle Angaben ohne Gewähr

Anfahrt:
Pkw: A43, Abf. Herne-Eickel (15) auf Holsterhauser Str. Richtg Herne-Zentrum, Parkplätze/Parkhaus links Berliner Platz/Schmiedestr.

ÖPNV
U-Bahn
Von Herne Hbf U-Bahn U35, Haltest. Herne Archäologie-Museum/Kreuzkirche

Bus
303, 311, 323, 324, 337, 367; Haltestelle: Archäologie-Museum/Kreuzkirche
362, 312; Haltestelle: Kulturzentrum

Zug
Vom Hbf. Bochum mit U35 in Richtung Herne Schloss Strünkede, vom Bahnhof Herne ca. 15 Min Fußweg.
oder mit U35, vom Hbf. Wanne-Eickel mit Bus 303, 312, 323, 362.

Foto 1: LWL / Kalus
Grafik: LWL/ Oktober Kommunikationsdesign GmbH
Foto 2: LWL / Brentführer
Foto 3: LWL / Sager

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