Die Fußball-WM 2026 findet tausende Kilometer entfernt in den USA, Kanada und Mexiko statt, diese große Distanz ist in diesem Jahr deutlich zu spüren. Wo zur Heim-EM noch Fanmeilen bebten und Public-Viewing Flächen überall aus dem Boden schossen, herrscht dieses Jahr spürbare Zurückhaltung. Doch der ruhr-guide hat die Hot-Spots für Public-Viewing für alle Fußballfans aufgespürt.

[ruhr-guide] Die Fußball-WM 2026 wirft längst ihre Schatten voraus, und auch wenn die großen Fanmeilen im Revier diesmal ausfallen, bleibt das Ruhrgebiet nicht ohne gemeinsames Fußballfieber. ARD und ZDF übertragen zusammen 60 der insgesamt 104 Spiele, auch viele private Anbieter im Pott sind ebenfalls schon im WM‑Modus. In Biergärten, Vereinsheimen und urigen Kneipen entstehen neue Treffpunkte, an denen Fans zusammenkommen, Bier gezapft wird und große Leinwände für Stadionatmosphäre sorgen. Gerade weil die offiziellen Großveranstaltungen fehlen, rücken die kleineren, kreativen und oft viel gemütlicheren Alternativen in den Fokus.
Mehr Teams, mehr Chaos, weniger Fanmeilen
Aber erst mal zur WM an sich: was gibt es Neues und worauf können wir uns freuen? Da erstmals 48 statt 32 Mannschaften teilnehmen, gibt es eine zusätzliche K.-o.-Runde, das sogenannte 16tel‑Finale. Gelbe Karten aus der Gruppenphase werden deshalb bereits vor Beginn dieser Finalrunden gelöscht und nicht erst vor dem Viertelfinale. Außerdem sind pro Spiel zwei feste Trinkpausen vorgesehen, jeweils etwa nach der 22. und 67. Minute, da haben sich die Werbemacher gut was einfallen lassen. Die Gruppenphase endet am 27. Juni 2026, das große Finale steigt am 19. Juli im MetLife Stadium in East Rutherford, New Jersey. Insgesamt werden die 104 Partien in 16 Städten ausgetragen.
Bundestrainer Julian Nagelsmann hat seinen 26‑Mann‑Kader bereits am 21. Mai vorgestellt. Joshua Kimmich führt die Mannschaft als Kapitän an und steht vor seiner dritten WM‑Teilnahme. Die Chancen für die Mannschaft stehen gut, nur leider ist die Situation mit Public Viewing hier im Lande eher schlecht.
Lange Abende können es werden, denn die deutschen Vorrundenspiele finden zu später Stunde statt. Am 14. Juni trifft Deutschland um 19 Uhr auf Curaçao, am 20. Juni folgt um 22 Uhr das Duell mit der Elfenbeinküste, und am 25. Juni steht ebenfalls um 22 Uhr das Spiel gegen Ecuador an.
Gerade diese späten Anstoßzeiten machen die kleineren Locations im Ruhrgebiet attraktiver. Wenn draußen die Dunkelheit längst hereingebrochen ist, werden Hinterhöfe, Kneipen und Vereinsheime zu lebendigen Hotspots. Und dann beginnt die Suche nach den neuen Public‑Viewing‑Lieblingsorten des Reviers für die WM 2026. Mehr Teams, mehr Chaos, weniger Fanmeilen.
Public Viewing im Revier
Hauptgründe dafür, dass in diesem Jahr von den Städten so wenig Public Viewing stattfindet, sind die ungünstigen Anstoßzeiten spät am Abend sowie steigenden Kosten, wie Sicherheitskosten durch die Inflation.
In Mülheim an der Ruhr wird es auch kein städtisch organisiertes Public Viewing geben. Der Verwaltungsvorstand hat entschieden, aus Lärmschutz‑ und Sicherheitsgründen keine Veranstaltungen in der Innenstadt zuzulassen. Ähnlich sieht es in Städten wie Dortmund oder Duisburg aus. Der Dortmunder Friedensplatz, sonst ein Magnet für Fußballfans, bleibt 2026 leer, selbst in der Stadt mit dem wohl lautesten Fußballherz im Revier herrscht Zurückhaltung. Allerdings werden Veranstaltungen in der Außengastronomie geduldet, bis maximal Mitternacht.

Ein Blick auf die größten Public‑Viewing‑Hotspots im Ruhrgebiet:
Herten: Das Event findet auf dem ehemaligen Zechengelände Zeche Ewald statt, das als „WM Arena auf Ewald“ bezeichnet wird. Das Gelände neben der Halde Hoheward bietet Platz für bis zu 6.500 Zuschauern, wobei die Spiele auf einer 60 qm² großen Leinwand übertragen werden. An spielfreien Tagen wird die Bühne mit Open-Air-Konzerten und anderen mitreißenden Showformaten gefüllt. Konzerte, Comedy, Schlager ein vielseitiges Eventprogramm mit einzigartiger Atmosphäre. Auf Loi, Atze Schröder, Ronan Keating und einen Schlager-Abend kann man sich freuen. Eintritt ist nicht kostenfrei, Tickets können im Internet erworben werden, die Public Viewing Tickets fangen bei günstigen 2 Euro an. Zusätzlich steht auf der Zeche Ewald ein 38 Meter hohes Riesenrad.
Essen-Frintrop: Zwei 15 m² LED-Megascreens in einem wettergeschützten Zirkuszelt sowie einer Outdoor-Leinwand laden nach Essen Frintrop ein. Die Veranstaltung wird vom Festival „Mitten im Pott“ organisiert. Neben den Spielen finden auch Live-Konzerte und Comedy-Abende statt. Der Eintritt ist frei.
Oberhausen: Den ersten Spieltag von Deutschland am 14. Juni kann auf dem Freigelände der Rudolf-Weber Arena besucht werden. Dort werden bis zu 40.000 Besucher Platz haben. Da am Tag zuvor eine große Schlagerparty ist, bleibt das Gelände noch länger aufgebaut, allerdings nur beim ersten Spiel. Tickets sind für 10 Euro, inklusive ein Freibier, zu haben, die Besucher des Inselfiebers kommen kostenlos rein.
Der SC Rot-Weiß Oberhausen möchte gemeinsam mit seiner aktiven Fanszene im VIP-Bereich des Niederrhein Stadions feiern. Tickets kosten 7 Euro und für alle drei Vorrundenspiele 18 Euro.
Topgolf wird eine 34 m² große Videowand direkt neben der Bar aufstellen, sowie in den Golfbuchten, um das Spiel zu verfolgen.
Recklinghausen: Die Stadt Recklinghausen kooperiert wie letztes Jahr, denn auch diesmal wird vor dem historischen Rathaus mitgefiebert und gefeiert. Alle WM-Spiele werden gezeigt, die bis 22 Uhr angepfiffen werden. 7.500 Besucher haben Platz.
Lünen: Das Café kündigt an, deutsche Spiele der Weltmeisterschaft 2026 am Strand des Seeparks Lünen zu übertragen. Wie auch schon bei der EM-2024.
Dortmund: Für die Fußball-WM 2026 findet das offizielle Stadt Dortmund Fanfest im Hafengarten an der nördlichen Speicherstraße im Dortmunder Hafen statt, nicht in der Hafencity. Das Event wird in der Quartiershalle auf dem ehemaligen Knauf-Gelände ausgetragen, dort können ca. 3000 Fans auf einer 50 Quadratmeter großen Leinwand den Ball rollen sehen.
Bochum: Der wichtigste angekündigte Ort ist das Gleis 9 am Kulturgleis im Bermuda Dreieck Bochum.
Hier werden ausgewählte Spiele (u. a. am 25.06.) auf einer Großleinwand gezeigt. Der Eintritt ist kostenpflichtig (ca. 25 €), und Tickets müssen im Vorverkauf gebucht werden.
Dinslaken: In der Zechenwerkstatt Lohberg in Dinslaken können die Deutschlandspiele verfolgen werden, zuerst am 14.06. Weitere Übertragungen werden im Verlauf der Gruppenphase veröffentlicht. Der Eintritt ist kostenpflichtig.
(Stand: Juni 26, alle Angaben ohne Gewähr)
Foto 1: Pixaby
Foto 2: Pixaby




