Roh und rotzig – so kennt man Näd Mika von den DJ-Sets im Ruhrgebiet. Jetzt kommt das erste Album der selbsternannten Elch-Queen aus Bochum – Electro Trash Pop vom aller Gemeinsten und nichts für zarte Gemüter. Da wird in bester Manier gekreischt und geschrieen. Wer braucht da noch die Chicks on Speed oder Peaches?
[ruhr-guide] Mit einer kleinen Vorwarnung legt sie los. Schräge Computersounds schlagen dem Hörer um die Ohren und die Künstlerin scheint die vorgetäuschten „Technical Problems“ schnell in den Griff zu bekommen. Rhythmus und Chaos wechseln sich bei diesem Intro ab und machen neugierig auf die weiteren 15 Tracks… und die gehen mehr als nach vorne los!
„This Beat is electronic“
Minimalistische 80er-Drumsounds
„Use me, abuse me, I don’t care“
Was in Club wie dem Dortmunder Tanzcafé oder dem Bochumer Stargate bestens funktioniert und die unangepassten Electrochlashfans in Ekstase versetzt, funktioniert auf Platte ebenso. Starke Nerven braucht man nur bedingt, denn trotz der schrägen Tone und punkigen Gesänge sind die Songs eingängig und bringen selbst am öden Montagabend Schwung in die Hütte. Auf Tracks wie „Heart Despair“ oder „San Francisco“ sind sogar entfernte Discoklänge auszumachen und in Stücken wie „Peepshowgirls“, „Special Kick“ oder „Too intense“ kann man das 80er-New-Wave-Vorbild mehr als herausfiltern. Ist das im Stück „Girlfriend“ etwa ein Sample von „Maniac“ aus Flashdance? Musikalisch überraschend bleibt „Electronic Beat Bitch“ bis zum Schluss – entweder durch hier und da ruhige Töne wie in „Schizomatic“ oder auch durch die bisweilen wirklich derben Texte. Damit sollte nun auch der letzte Elektromuffel überzeugt sein: So klingt das Ruhrgebiet!
Unser Fazit: unbedingt zulegen!
Näd Mika: „Electronic Beat Bitch“
ab 15. Februar im Handel
Mehr Infos und Termine gibt es unter www.nadmika.com
(sl)





