Nauders am Reschenpass ist besonders bei Wintersportlern beliebt, bietet aber auch im Sommer eine Vielzahl an Möglichkeiten. Eingebettet in eine hochalpine Bergwelt laden über 300 Kilometer gut beschilderte Wege rund um Nauders zum Wandern ein. Ob entspannte Touren auf dem Nauderer Höhenweg oder schwierige Gipfelanstiege – hier findet jeder sein persönliches Gipfelglück!
[ruhr-guide] Verlässt man bei
Landeck die Autobahn in Richtung Reschenpass, führt einen der Landecker Tunnel direkt ins obere Inntal. Entlang des hier noch jungen Inns reihen sich zumeist kleine Dörfer wie Tösens aneinander, nur wenige Orte wie Ried oder Pfunds verfügen über eine größere touristische Infrastruktur. Rechts und links des Inns und der Bundesstraße 180 steigen die bewaldeten Berghänge steil empor. Vogelnestern nicht unähnlich thronen Orte wie Serfaus an den Bergflanken und bieten einen fantastischen Ausblick auf das Inntal. Hinter Pfunds beginnt dann der Aufstieg zum Reschenpass: Auf gut ausgebauter Strecke überwindet man die letzten Kilometer in Richtung Italien, bis sich plötzlich die sonnenverwöhnte Hochebene von Nauders öffnet.
Direkt im Länderdreieck Österreich, Italien und Schweiz gelegen, befindet sich hier eine Wanderregion, die ihresgleichen sucht. Nauders, dass vor allem Wintersportlern ein Begriff ist, bietet nicht nur Dank seiner Lage an der Alpensüdseite ein oftmals mildes Klima, sondern auch im Sommer ein Wanderparadies mit über 300 Kilometern bestens ausgezeichneter Wanderwege. Von gemütlichen Talwanderungen bis hin zu anspruchsvollen Klettersteigen reicht hier die Bandbreite des alpinen Sommersports.
Nauders – Hoch- und Blutgericht
Nauders liegt auf einer Höhe von 1.394 Metern 
Vor allem im Winter dominiert heutzutage der Tourismus die Region am Reschenpass. Im Gegensatz zu anderen Wintersportregionen halten sich aber hier die Verbauung der Berge und die Eingriffe in die Natur noch in Grenzen. Nauders bietet im Sommer und Winter über 4.200 Betten, vom Bed&Breakfast für den durchreisenden Rad- oder Motorradtouristen, der über den Reschenpass Italien ansteuert, bis hin zur Luxusherberge. Auffallend viele 4-Sterne-Hotels finden sich im Ortskern, die sich allerdings baulich in das Dorfbild recht gut einpassen. So bilden Hotels und Pensionen mit den alten Bauernhöfen und Bauerngärten ein zumeist harmonisches Gesamtbild und vor allem das obere Dorf lädt mit seinen alten Gassen und zum Spazierengehen ein.
Hotel Hochland in Nauders
Wie man bei den gängigen 
Sommerurlaub am Reschenpass
Wer Nauders nur als Wintersportort kennt,
Grundsätzlich sollten Sie sich nur mit der entsprechenden Ausrüstung in die Berge begeben. Dazu zählen in jedem Fall gute Bergschuhe, Wetterschutzkleidung, ausreichend Wasser und Proviant, Sonnenschutz, Handy, Erste Hilfe-Set und bei roten oder schwarzen Bergtouren eventuell Handschuhe, Mütze, Stirnlampe oder Klettersteigsets. Turnschuhe und Flip-Flops haben im Gebirge dagegen nichts zu suchen. Unterschätzen Sie nicht die Schwierigkeiten einer Tour, informieren Sie sich vor Ort, beachten Sie, das es in den Bergen zu schnellen Wetterwechseln kommen kann und auch Schneefall im Sommer keine Seltenheit ist. Manchmal braucht es dann auch den „Mut zum Umkehren“!
Spannende Touren rund um Nauders
Aber nun auf in die Berge! Eine schöne Tour
Eine landschaftlich besonders schöne Wanderung von ähnlicher Länge und geringem Schwierigkeitsgrad führt von der Bergstation des Mutzkopfliftes durch und von hier aus weiter zum Grünen See unterhalb des Gipfels des Piz Lad. Wenn das Wetter sich von seiner besten Seite zeigt, sollten Sie die Badehose einpacken! Um die Tour etwas auszudehnen, steigt man vom Grünen See recht steil in Richtung Großer Mutzkopf auf. Hier oben gabelt sich der Weg: Rechts führt er um den Dreiländerstein, allerdings sollte man für diese Variante noch über genügend Kondition und Zeit verfügen. Links dagegen führt uns der Wanderweg zum Gipfel mit seinem Ausblick auf den Reschensee. Zuerst steil, dann auf Forstwegen steigen wir über den bewirtschafteten Riatschhof wieder ins Tal und zurück nach Nauders.
Steinböcke am Piz Lad
Der Aufstieg zum Piz Lad dagegen 
Von den Goldseen zum Mataunkopf
Ein weiterer leicht zu besteigender 
Oberhalb der beiden Hütten führt der Nauderer Höhenweg entlang, der ebenfalls an der Bergstation startet. Zuerst durch luftige Wälder, dann 14 Kilometer immer entlang der Baumgrenze bietet sich hier ein fantastisches Panorama, bis die Labaunalm erreicht wird. Die bewirtschaftete Hüte bietet einen etwas eigentümlichen Anblick: ein malerisches Haupthaus, umgeben von Beton. Der Abstieg erfolgt über Forstwege zum Parditschhof und von hier aus über den Alten Weg nach Nauders. Die Wanderung überwindet nicht viele Höhenmeter, ist aber aufgrund ihrer Länge nicht zu unterschätzen: 7 Stunden sollte man hier schon einplanen.
Goldsteig und Tirolerweg in Nauders
Aber auch echte Bergfexe kommen rund 
Nicht verpassen sollte man einen Ausflug zur straße. Trotz der happigen Maut von zur Zeit 20 Euro ist die Hochgebirgsstraße einen Besuch wert. In 29 Kehren schraubt man sich hier den Berg hinauf zum Weißseeferner. Unterwegs bieten sich tolle Aussichten und von den Parkbuchten oberhalb der Kehre am Weißsee – und nicht wie beim Rother Wanderführer beschrieben in der Kehre – führt ein markierter aber nicht beschilderter Weg zum Weißseejoch, dem Übergang vom Kaunertal nach Italien. Vom Joch aus bietet sich die Gelegenheit, einen Dreitausender zu besteigen, der leider keinen Namen trägt. So führen rechts unmarkierte Steigspuren ohne Weg zu dem Gipfelkreuz auf 3040 Metern. Von hier aus bietet sich eine fabelhafte Rundumsicht auf markante Majestäten wie die Weißseespitze, die Weißkugel oder den Glockturm. Der Abstieg erfolgt auf dem selben Weg wie der Aufstieg.
Gletscherblick im Langtauferertal
Vom Weißseejoch kann man auch einen 
Rund um Nauders bieten sich noch zahlreiche weitere Touren an wie zum Beispiel der Pfundser Klammsteig oder ein Spaziergang zur alten Hofstelle Stables. Nicht verpassen sollte man auch den großartigen . Weitläufige grüne Liegewiesen umschließen den Badesee, der mit Wasserrutschen, Beachvolleyball und Hochseilgarten zahlreiche Attraktionen zu bieten hat. Besonders beliebt – vor allem bei den heutigen Benzinpreisen – ist ein Ausflug in das schweizerische Samnaun, einem Zollfreibezirk, wo sehr günstig Benzin, Parfüm, Spirituosen und Zigaretten zu erwerben sind. Von allen anderen Produkten in dem sehr überlaufenen Ort mit seinen unzähligen Duty-Free-Shops sollte man die Finger lassen: hier liegen die Preise oft über denen von daheim.
Zwangsläufig gehört zu einem Aufenthalt in Nauders am Reschenpass auch ein Besuch des Reschensees. Dieser hat aber ebenso wie der zugehörige Ort wenig zu bieten. Wer hier eine Strandpromenade oder Cafés am Ufer erwartet, wird enttäuscht sein. Einzig ein kleiner Tretbootverleih belebt neben den Kitesurfern den See. Bekannt ist der Reschensee vor allem durch den Kirchturm, der bei Graun aus dem Wasser ragt. Er ist trauriges Mahnmal der Zerstörung der alten Kulturlandschaft, der alten Dörfer Graun und Reschen und der Zwangsumsiedlung der Bewohner im „nationalen Interesse“.
Aktivprogramm in Nauders
Auch bei schlechtem Wetter ist Nauders eine 
Aber ob nun mit Kind oder Mountainbike, ob zum gemütlichen Wandern oder zum Klettern, die Region um Nauders am Reschenpass ist ein ideales Sommerziel in den Alpen. Auf vorbildliche Weise hat sich der Wintersportort Nauders aktiv um Sommergäste bemüht – und das erfolgreich. Viele Touristen legen in Nauders nur einen Zwischenstopp für ein paar Tage ein – und wissen gar nicht, was sie verpassen. Ein oder zwei Wochen sollte man sich ruhig Zeit nehmen, um das Obere Inntal zu erkunden. Die vielfältigen Möglichkeiten bei jeder Wetterlage bietet kaum eine andere Region in Tirol – aber überzeugen Sie sich selbst!
(pj)





