Hinter dem Begriff Bude verstecken sich viele Bedeutungen: Bruchbude, Baubude, Studentenbude. Doch der aktuelle Bildband der Herner Fotografin Brigitte Kraemer befasst sich mit der „Bude“ im Ruhrgebiet. Seit über einem halben Jahrhundert prägt sie als lebendiges Stück Ruhrgebietskultur das Straßenbild!
[ruhr-guide] Der aktuelle Bildband „Die Bude“

Das Phänomen „Die Bude“
DerBildband und die Ausstellung zeigen nicht nur die Fotografien zur Realität der Bude, sondern auch die Geschichte, den Mythos der Trinkhalle im Ruhrgebiet:
Bereits im Mittelalter stand der Begriff Bude für einen einfachen Verkaufsstand. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert entstanden im Zuge der Industrialisierung die ersten Trinkhallen. Der Bergbau brachte die anfangs unter den Begriffen Seltersbude und Klümpkesbude laufenden Trinkhallen in das Ruhrgebiet, es entstandenen Verkaufshallen auf kleinstem Raum. Während 
Den besonderen Charme der Trinkhallen und Kioske im Ruhrgebiet wird in den Fotografien von Brigitte Kraemer deutlich: unaufdringlich – fast durchsichtig – entstanden in den Jahren 2006 bis 2008 Bilder, in denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Die Bude ist mehr als nur Verkaufsstand, sie ist Kommunikationsort mit sozialer Funktion, ein lebendiger Ort. Die Fotos blicken nicht nur auf die Besucher, sondern auch hinter das Budenfenster, in dessen Hinterzimmer sich oft der das ganze Leben der Inhaber abspielt. Die Bilder der Fotoserie sind Zeugnisse des ganz gewöhnlichen Lebens mit Texten von Frank Goosen (Bochumer Autor und Kabarettist), welche die Geschichte der Trinkhallen skizzieren. Der Bildband ist sehr gelungen: besonders interessant ist die Bilderserie für den im Ruhrgebiet Lebenden oder Aufgewachsenen. Es ist eine große Freude im Fotoverzeichnis nach Buden in der eigenen Umgebung zu suchen!
Bildband
Die Bude. Trinkhallen im Ruhrgebiet.
Fotografien von Brigitte Kraemer
Hg. Dietmar Osses
©2009 Klartext Verlag
136 Seiten, € 24,95
ISBN 978-3-8375-0061-5
(bs)
Fotos: Brigitte Kraemer





