Im kleinen, beschaulichen Unna befindet sich etwas weltweit Einzigartiges: ein Museum, das sich ausschließlich der Lichtkunst widmet, das Zentrum für internationale Lichtkunst. In den Gewölben der ehemaligen Lindenbrauerei, zehn Meter unter der Erde, können sich Besucher bei einer einstündigen Führung von der Faszination Licht verzaubern lassen! Regelmäßge Sonderausstellungen zum Thema Licht und Kunst finden hier auch statt. Feiern sie das 25. Jubiläum am Tag der offenen Tür im März!

[ruhr-guide] Mitten im Zentrum von Unna befindet sich das Gebäude der ehemaligen Lindenbrauerei. Schon von Weitem weist der 52 Meter hohe Schornstein des Industriedenkmals darauf hin, dass hier längst kein Linden-Bier mehr gebraut wird. Denn mit dem Schornstein ragt auch eine Fibonacci-Reihe des 2003 verstorbenen italienischen Künstlers Mario Merz in den Himmel. Die Zahlenfolge, bei der jede Zahl die Summe seiner Vorgänger bildet, illuminiert seit 2000 den Nachthimmel von Unna und ist zum Wahrzeichen des Zentrum für internationale Lichtkunst geworden.
Tag der offenen Tür im Zentrum für Internationale Lichtkunst
Seit einem Vierteljahrhundert zeigt das Zentrum für Internationale Lichtkunst (ZFIL) internationale Positionen der Lichtkunst – nun wird gefeiert: Am Sonntag, 22. März 2026, lädt das Museum von 11 bis 16 Uhr zu einem großen Tag der offenen Tür ein. Besucher:innen erwartet ein strahlendes Jubiläumsprogramm bei freiem Eintritt in die Sammlung:

Im stimmungsvollen Säulenkeller kommen um 12 Uhr zunächst Direktor John Jaspers, der ehemalige Kulturdezernent der Stadt Unna Axel Sedlack, Dr. Uwe Rüth -nach dessen Konzept das Museum gegründet wurde – und Künstler Mischa Kuball ins Gespräch und werfen gemeinsam einen Blick auf 25 Jahre Geschichte des ZFIL sowie aktuelle Perspektiven.
In der oberirdischen Schwankhalle lädt eine Kreativstation dazu ein, selbst gestalterisch aktiv zu werden. Ein besonderes Highlight sind die Licht-Graffiti-Aktionen in den Wechselausstellungsräumen um 12, 13, 14 und 15 Uhr. Hier können Teilnehmende mit Licht malen und flüchtige Kunstwerke entstehen lassen. Mitmachstationen für Groß und Klein eröffnen weitere spielerische Zugänge zur Kunstform Licht. Wer tiefer eintauchen möchte, kann an einer der Special-Kurzführungen „Farbgeschmack“ teilnehmen. Diese beginnen um 13 Uhr sowie um 15.30 Uhr; die Teilnehmerzahl ist limitiert.
Musikalisch wird der Nachmittag von Bits & Bytes begleitet, die um 14 Uhr und 15 Uhr live spielen und für klangvolle Akzente sorgen. Für ein kulinarisches Angebot ist selbstverständlich auch gesorgt.
Mit seinem Jubiläum setzt das ZFIL ein weiteres strahlendes Zeichen in der Region und lädt alle Interessierten herzlich ein, mitzufeiern – und gemeinsam 25 Jahre Kunst im besten Licht zu erleben.
Tag der offenen Tür am Sonntag, 22. März 2026 von 11-16 Uhr
Lichtkunst in Unna
1992 ist die alte Lindenbrauerei zu einem Kulturzentrum umfunktioniert worden. 2001 bekamen auch die ehemaligen Kühl- und Lagerkeller eine neue Bestimmung: Für die Einrichtung des weltweit ersten und einzigen Lichtkunst-Museums haben sich renommierte internationale Künstler und Künstlerinnen von den außergewöhnlichen Räumlichkeiten inspirieren lassen und ihre Installationen ganz spezifisch auf die architektonischen Gegebenheiten der ehemaligen Braustätte zugeschnitten. Besucher können sich die Lichtkunst-Werke ausschließlich im Rahmen von Führungen anschauen, die in der Woche alle eineinhalb Stunden und an Wochenenden zu jeder vollen Stunde beginnen. Durch labyrinthische Gänge, ehemalige Eiskeller und Gärräume geht es dann von Installation zu Installation. Die Besucher erfahren Wissenswertes über die Künstler und ihre Werke, bekommen aber auch genügend Zeit, die Lichtkunst auf sich wirken zu lassen.
Das Spiel mit der Wahrnehmung

Einige der Lichkunst-Installationen sind statisch wie „Die Signatur des Wortes“ von Joseph Kosuth, andere dynamisch wie „space – speech – speed“ von Mischa Kuball. Allen gemeinsam ist aber das Spiel mit der Wahrnehmung des Betrachters: Bei Olafur Eliassons Installation „Der reflektierende Korridor. Entwurf zum Stoppen des freien Falls.“ steht der Besucher zwischen zwei Wänden aus herabfallenden Wassertropfen. Durch das eingesetzte Stroboskoplicht entsteht allerdings der Eindruck, dass das Wasser sich nicht abwärts sondern aufwärts bewegt. Keith Sonniers Arbeit „Tunnel of Tears“ spielt mit der Umgebungsabhängigkeit unserer Farbwahrnehmung. Und die minimalistische Installation „No End Neon. Pier and Ocean.“ demonstriert mittels horizontal bzw. vertikal angeordneter Neonröhren die Subjektivität unserer räumlichen Wahrnehmung.
Ganzfeld-Raum und tanzende Schatten

Beeindruckend ist auch die begehbare Installation „Floater 99“ des wohl bekanntesten Lichtkünstlers James Turrell. Ein leerer Raum der nur mit Licht gefüllt ist, nimmt dem Besucher jegliche Orientierungsmöglichkeiten. Anzumerken sei hierbei, dass ein längerer Aufenthalt in einem solchen „Ganzfeld-Raum“ dem Menschen nicht nur die Orientierung, sondern auch den Verstand rauben würde. Anders gruselig wird es bei Christian Boltanskis „Totentanz“: Sich bewegende, marionettenhafte Schattengestalten projiziert er an die Wand und schafft so eine gespenstische Atmosphäre, die sich erst relativiert, wenn der Besucher die Quelle der erzeugten Bilder ausmacht: kleine Figuren, Lampen und Ventilatoren. Nicht nur mit visuellen, sondern auch mit akustischen Reizen arbeiten übrigens die Installationen der beiden einzigen vertretenen Künstlerinnen, Rebecca Horn und Christina Kubisch.
Erlebnis Lichtkunst
Wahrnehmung ist relativ, Interpretation subjektiv und Kunst entsteht immer erst im Auge des Betrachters – das zeigt eine Führung durch das Lichtkunst-Museum in Unna. Die außergewöhnlichen Räumlichkeiten der ehemaligen Brauerei und die Vielfältigkeit der Installationen machen den Museumsbesuch zu einem kurzweiligen, spannenden Erlebnis. Einmal im Monat wird übrigens auch eine Führung speziell für Kinder angeboten.
Wer mehr zum Thema Licht und Kunstinstallationen sehen und erleben möchte, begibt sich am besten auf die Spuren der Lichtinstallationen im Ruhrgebiet und NRW.
Zentrum für internationale Lichtkunst – Unna
Lindenplatz 1
59423 Unna
Öffnungszeiten
Das Museum hat derzeit unterschiedliche Öffnungszeiten und kann im Rahmen von öffentlichen Führungen besucht werden. Offene Begehungen werden einmal im Monat ohne Führung angeboten.
Eintritt
Ticket 15 Euro
Offene Begehung 14 Euro
Ermäßigt) 8,50 Euro
Weitere Preise und Buchungen unter lichtkunst-unna.de
Bezahlmethoden: Paypal, Kreditkarte und Ideal
Stand: Feb 2026, alle Angaben ohne Gewähr)
Tel.: 02303 103 751
Fax: 02303 103 788
Fotos: 1,3,4) Frank Vinken, 2) Plakat




