Mit über 250.000 verkauften Exemplaren erlangte Heinz Strunks „ziemlich“ autobiografischer Roman „Fleisch ist mein Gemüse“ Kultstatus und wurde zum Besteller. Nach dem Buch, dem Hörbuch und einer Musical-Version entstand im Frühjahr 2007 der gleichnamige Film, seit dem 17. April in den deutschen Kinos läuft.
[ruhr-guide] Hamburg-Harburg, gegen Mitte der 80er Jahre. 
Der Stoff für die Leinwand
Dieses Buch ist mehr als cool und beschreibt auf jeden Fall einen Stoff für die Leinwand. Das fand auch Regisseur Christian Görlitz, der sich nach der Lektüre des Romans gleich die Filmrechte sicherte. „Zum einen bin ich genau wie Heinz in einfachen Verhältnissen in Hamburg aufgewachsen. Was für ihn Harburg und die Phoenix-Werke waren, war für mich Altona und die Zeise-Werke. Zum anderen brauchten wir beide lange um erwachsen zu werden und den Mut zu haben, das zu tun, was wir heute tun. Außerdem hatte ich zu jener Zeit Freunde, die in der Nordheide lebten und mich zu den Dorfkneipen und Feiern mitnahmen, von denen man in Hamburg nichts ahnte.“
Regisseur und Autor verstanden sich
Da der Film Mitte der 80er Jahre spielt, war ausgeschlossen, dass Strunk selber mitspielen würde. Für die Hauptrolle wollte Görlitz stattdessen einen Schauspieler, der den 25jährigen Strunk mit all seiner Tragik verkörperte. Eine intensive Suche begann. Am Ende half der Zufall. „Ich war im Kino und in der Werbung lief der Werbespot eines Radiosenders. Maxim hatte dieses Gesicht, das ich noch nie gesehen hatte“, erinnert sich Christian Görlitz an seine Entdeckung. Als der Regisseur dann noch erfuhr, dass Maxim Mehmet, der bereits in Leander Haußmanns „NVA“ und Niki Müllerschöns „Der Rote Baron“ zu sehen war, bereits seit Jahren
Um Mehmet mit der im Buch fürchterlich detailliert beschriebenen Acne Conglobata auszustatten, musste der 31jährige oft stundenlang in die Maske und sich mit Pickeln und Pusteln überziehen zu lassen. Nur den breiten Hamburger Dialekt musste sich der gebürtige Kasseler noch selbst antrainieren.
Mit einem Trick baute Görlitz den „echten“ Strunk doch noch mit in den Film ein. Im Zwiegespräch mit dem ausgestopften Rehbock Walther (eine Referenz an das Buchcover von „Fleisch ist mein Gemüse“), lässt er sein Leben Revue passieren. „Viele Leute kennen Heinz von seinen Lesungen und aus Talkshows. Sicher will jeder wissen, was aus ihm geworden ist. Im Film ist er sein eigener Beobachter, der die Handlung interessiert verfolgt, kommentiert und schließlich die Bühne seines Lebens besteigt und in seinen eigenen Film tritt.“ Darüber hinaus übernahm Strunk noch sämtliche Off-Stimmen und steuerte dem Soundtrack einige
Original-Heinz Strunk-Songs bei.
Fleisch ist mein Gemüse
Drehbuch und Regie: Christian Görlitz
mit Maxim Mehmet, Andreas Schmidt, Susanne Lothar, Susanne Bormann, Anna Fischer und Heinz Strunk
Kinostart: 17. April 2008
(sl)





