Untote Blutsauger haben nicht erst seit dem Mega-Erfolg der Twilight-Saga Hochkonjuktur. Schon immer faszinierten die unsterblichen Geschöpfe aus der Schattenwelt ein großes Publikum. Bücher, Filme, Musik oder Videospiele – in jeglichen Bereichen der Kultur waren Dracula und Co. stets vertreten, ganz aktuell sorgen Fernsehserien wie „True Blood“ oder „The Vampire Diaries“ regelmäßig für Traumquoten. Der gerade veröffentliche Bildband „Vampire Art Now“ greift den Hype auf und präsentiert eine sehenswerte Zusammenstellung moderner Kunst, die sich mit Vampiren beschäftigt. Von handgefertigten Zeichnungen bis zum digitalen Gemälde ist alles vertreten – erstaunlich, welche vielfältige Arbeitsweisen die Künstler gefunden haben, ihre Ideen zu verwirklichen. „Vampire Art Now“ ist als englische Originalausgabe mit Hardcoverumschlag in der Edition Olms (www.edition-olms.com) erschienen und für 25,00 EUR im Handel erhältlich.
[ruhr-guide] Die Autoren Jasmine Becket-Griffith und Matthew David Becket haben für ihren Bildband verschiedenste Kunstwerke gesammelt
und eine breitgefächerte Auswahl getroffen. Für „Vampire Art Now“ haben sie sortiert, kategorisiert und das Material in entsprechenden Kapiteln zusammengefasst. Als Ergebnis ist ein moderner Bildband entstanden, der höchst unterschiedliche und vielfältige Arbeiten beinhaltet. Doch der Leser kann sich nicht nur auf beeindruckende visuelle Erfahrungen freuen, die Ansicht wird zusätzlich informativ, da kleine Begleittexte die jeweilige Intention der Künstler offenbaren und über die Machart aufklären.
Von der Bleistiftzeichnung zum digitalen Kunstwerk
Ein verwunschenes Gesicht, aus dem verführerische Augen dem Leser entgegenblicken. Genüsslich leckt sich eine Vamp-Lady über die blutverschmierten Lippen. Dieses Bild erwartet den Leser gleich zu Beginn der Lektüre, prangert es doch im vielversprechenden Rotton auf dem Cover. Auf den nächsten Seiten folgen Vorwort und Einführung, garniert mit verschiedensten Bildern, die die Vielseitigkeit des Inhalts vorwegnehmen. Am Ende bieten die Autoren eine Auflistung aller Künstler inklsuive deren Adress- und Kontaktdaten.
Kunstobjekt Blutsauger
Der Bildband „Vampire Art Now“ widmet sich den Vampiren in all ihren (Kunst-)Formen. Der Betrachter darf sich auf blutrünstige Horrorszenarien 
Sauber strukturiert
Das 192 Seiten umfassende Buch präsentiert sich ordentlich strukturiert: So sind die ca. 300 farbigen Abbildungen in zehn Kapitel unterteilt. Auf jeder Doppelseite finden sich zwei Bilder, zu denen ein Begleittext Wissenswertes verrät. Ohne große Umschweife beschreiben die Autoren Machart und verwendete Techniken, sodass der Leser zu jedem Kunstwerk entsprechende Angaben findet. Des Weiteren wurde den Künstlern die Möglichkeit gegeben, ihre Intentionen und weiteren Hintergründe in einem persönlich verfassten Abschnitt zu beschreiben. So finden sich neben Erklärungen und Beschreibungen auch Denkanstösse in den Kurztexten, die den Leser zur weiteren, tiefergehenden Beschäftigung mit dem Gegenstand anregen. Da es sich um die englische Originalausgabe handelt, muss der Leser allgemeine Sprachkenntnisse mitbringen.
Höchst unterschiedlich in Stil und Technik
Als besonderen Pluspunkt erweist sich bald nach dem Aufschlagen der ersten Seiten die enorme Vielfalt an Stilen. Sowohl inhaltlich als auch 
Das Auge des Betrachters
Wer sich für die Gestalten der Schattenwelt interessiert und bei seinen Beschäftigungsformen über Filme und Romane hinausgehen möchte, sollte rasch einen Blick in diesen gelungenen Bildband werfen. Erfreulicherweise empfiehlt sich „Vamipre Art Now“ einem breitgefächerten Publikum, das eine Affinität zu visuellen Darstellungsformen sein Interessensfeld nennen kann. Nicht immer ist die Betrachtung ein Genuss. Für viele Abbildungen trifft die Beschreibung „Horrorszenario“ durchaus zu, eine gewisse Nervenstärke ist angebracht. Spannend ist, dass immer wieder von brutal anmutender Wildheit zu romantisierten Erlebnissen und sogar kindlicher Verspieltheit gefunden wird. Die Emotionen pendeln beim Betrachten in jegliche Richtungen…
(mo)
Bildquelle: Edition Olms Zürich





