Extraterrestrische Tentakelwesen machen sich auf der Erde breit – Was in den meisten Fällen schwer nach einem klassischen Science Fiction-Blockbuster aussieht, erweist sich im Fall von „Monsters“ als Grundbaustein eines feinfühlig ausgearbeitetem Crossover aus Roadmovie und Sci-Fi-Drama, dass durch eine Menge gesellschaftspolitischer Subtexte zusätzliche Tiefe erlangt. „Monsters“ wurde von Capelight am 19. Mai als Doopel-DVD und auf Blu-ray veröffentlicht und ist darüber hinaus als optisch ansprechendes Quer-Steelbook in limitierter Auflage erhältlich.
[ruhr-guide] Nachdem eine NASA-Sonde im Grenzgebiet zwischen Mexiko und den USA abgestürzt ist, macht sich in diesem
„Infizierte Zone“ genannten Gebiet ausserirdisches Leben breit. Während die USA mit zahllosen Kampfeinsätzen, bei dem viele zivile Opfer in Kauf genommen werden, versuchen Herr der Lage zu werden, arrangiert man sich jenseits der Grenze mit den Gegebenheiten so gut es geht. Im verwüsteten Mexiko beginnt „Monsters“ seinen Handlungsbogen. Fotoreporter Andrew (Scoot McNairy, „Bones – Die Knochenjägerin“) soll die Tochter seines Chefs aus Mexiko heraus sicher in die USA bringen. Sam (Whitney Able, „Criminal Minds“) ist von dieser Idee zunächst nicht begeistert, folgt letztendlich Andrew auf dem Weg zur Grenze. Dort angekommen, verliert der Fotoreporter die Fährentickets – der sichere Weg ist versperrt. Mit einer Gruppe Mexikaner machen sich Sam und Andrew zu Fuss auf, die „Infizierte Zone“ zu durchqueren und ihr Ziel zu erreichen …
„Monsters“ ist kein Monsterfilm
Regie-Debütant Gareth Edwards, der sich bisher als Visual Effekts-Guro einen Namen gemacht hat (u.a. „Im Schatten des Mondes“),
konzentriert sich bei „Monsters“ um den Zustand der Welt, die nach dem Einzug der ausserirdischen Tentakelwesen (die mehr an Tiere erinnern als an Monster, wie man sie aus der Filmgeschichte kennt) nicht mehr dieselbe ist – oder etwa doch? Das die USA mit heftigen militärischen Angriffen reagieren um die Oberhand zu gelangen oder eine meterhohe Mauer um ihr Land ziehen, damit es kein Eindringen gibt, ist kein uns heute unbekanntes Verhalten. Schnell zieht der Zuschauer gedankliche Parallelen zu den ständig diskutierten Grenzfragen mit Mexiko oder dem amerikanischen Vorgehen in Sachen Terrorprävention. Edwards zeigt die Kontraste zwischen den unterschiedlichen Herangehensweisen: Wie reagiert Amerika – wie Mexiko?
Und dies nicht nur auf politischer oder militärischer Ebene. Während ihres strapaziösen Fusswegs lernen Sam und Andrew mexikanische Zivilisten kennen, die gänzlich anders mit der Situation umgehen. Das große Ganze wird auf die persönliche Ebene heruntergebrochen. Mit einem sehr geringen Budget von 500.000 US Dollar konnte die Filmcrew Beachtliches schaffen. Durch den Einsatz moderner digitaler Technik wurde kosteneffizient gedreht, Spezialeffekte entstanden auf gebräuchlichen Computern. Dies sieht man dem Film keinesfalls an, zu stimmig erscheinen die Bilder, die in Mexiko, Costa Rica, Guatemala und Texas entstanden. Teils ohne Drehgenehmigung wurde viel mit Statisten gearbeitet, einiges sogar improvisiert. Das Resultat kann sich sehen lassen: Tolle Optik, stimmige Atmosphäre und die tiefreichende, mehrschichtige Inhaltsebene ergeben ein perfektes Zusammenspiel.
Fusstrip durch verwüste Landschaften
Sam und Andrew müssen den bevorstehenden Weg aus dem mexikanischen Grenzgebiet, durch die 
„Infizierte Zone“ bis in die USA größtenteils zu Fuss und in kleinen Etappen beschreiten. Dies gibt dem Filmteam die Gelegenheit, detailliert auf die heiklen Gegebenheiten unterschiedlicher Landbereiche einzugehen. Der Zuschauer ist auf diese Weise immer nah am Geschehen, als würde er mit den Protagonisten durch die verwüsteten Landschaften schreiten. Dramatisches spielt sich ab, doch sind die titelgebenden „Monster“ tatsächlich so monströs? Oder sind es ein weiteres mal die Menschen, die ihre monströse Seite offenkundig zeigen? Der Film gibt enorm viel Diskussionspotential und Denkanstösse. „Monsters“ erreicht einen Grad der Aufarbeitung aktueller gesellschaftspolitischer Themen, der in dieser Art im Kino zuletzt selten zu sehen war. Die Tentakel-Tiere sind deutlich als Metaphern oder Symbole erkennbar. Das sich die Protagonisten annähern und eine zarte Annäherung zwischen der verwirrt-verschreckten Sam und dem nur scheinbar abgestumpften Fotojournalisten vollzieht, ist der weniger innovative Teil der Story – allerdings stört sie auch nicht besonders. Zu interessant sind die Umstände vor Ort. Jede Schritt birgt Gefahren und ob die gewagte Reise für die zwei ein gutes Ende nehmen wird, ist mehr als ungewiss.
Vorbildliche Aufarbeitung für den Heimkinomarkt
Allzuoft erscheinen derart kleine Filme in simplen DVD-Editionen und werden kaum bemerkt. „Capelight Pictures“
Copyright: „Capelight Pictures“
(mo)





