„Kriegerin“ erzählt die Geschichte der 20-jährigen Marisa, die als Teil einer rechtsradikalen Jugendclique im Osten Deutschlands lebt, irgendwann die Parolen durchschaut und beginnt, sich und ihr Umfeld zu hinterfragen. Das eindrucksvolle Drama ist Gewinner zahlreicher Festivalauszeichnungen und gehört zu den besten deutschen Filmen des Jahres. „Kriegerin“ ist seit Anfang Oktober als DVD, Blu-ray und limitiertes Steelbook im Handel erhältlich.
[ruhr-guide] Marisa (Alina Levshin, „Im Angesicht des Verbrechens“) pöbelt, prügelt und
Klare Feindbilder, beschränkte Denkweise
Farbige, Politiker, Polizisten oder Ausländer sind die ausgemachten Feinde. Schlechte Zeiten für Jamil (Najebullah Ahmadi) und Rasul (Sayed Ahmad). Die beiden Asylbewerber sehen sich schnell mit der fremdenfeindlichen Szene konfrontiert, müssen Hohn und Spot hinnehmen. Marisa ist immer dabei, steht in der
Licht am dunklen Himmel
Mit „Kriegerin“ gelingt dem deutschen Regisseur David Wnendt („Kleine Lichter“) ein großer Wurf. Zwischen lächerlichen Liebesschnulzen und belanglosen Komödien sticht sein erschreckendes Drama aus dem schnöden Einheitsbrei der deutschen Filmlandschaft hervor. Die Story zeigt sich vielseitig und glaubwürdig. Sie beleuchtet viele Facetten des niemals an Aktualität verlierenden Themas. Neben der jederzeit glaubwürdig erscheinenden Hauptfigur, lernt der Zuschauer weitere Charaktere kennen. Jede Figur hat ein Gesicht: Die Asylbewerber, die Einwohner des kleinen Dorfs, die Mitglieder der Neonaziszene. „Kriegerin“ liegt jenseits plakativer Darstellungen und gängigen Standards. Regie und Kamera erscheinen gradlinig und schonungslos, die Figuren – von den Darstellern enorm packend verkörpert – und das kluge, von Klischees befreite Drehbuch überzeugen. Den mahnenden Zeigefinger, der bei Filmen über Neonazi- oder rechtsextremistische Szenen im Allgemeinen droht, befürchtet der Zuschauer grundlos. Der Film scheint wie ein Stück Realität, herausgeschnitten aus dem unwohl schmeckenden Gegenwartskuchen. Die Geschichte könnte überall spielen, die Protagonisten sind Jedermänner und -frauen. Und genau das macht den Film authentisch.
Starke Darstellerleitungen – Levshin sticht heraus
Die schon in Dominik Grafs zu Unrecht kaum beachteten Mini-Serie „Im Angesicht kinofenster.de heruntergeladen werden können. Weiteres Material hält die offizielle Filmwebseite bereit: kriegerin-film.de
(mo)
Fotos: Ascot Elite Home Entertainment





