Am Donnerstag begann die 61. Berlinale. Eröffnet wurden die von großem Interesse begleiteten Filmfestspiele von „True Grit“, einem der heissestens Oscaranwärter diesen Jahres. Die Brüder Joel und Ethan Coen, für ihre Erfolgsfilme „No Country for old Men“ oder „Burn after Reading“ mit Preisen überhäuft, haben mit Jeff Bridges, Matt Damon und Josh Brolin gleich drei Superstars gewinnen können, die in ihrem Remake des John Wayne-Klassikers „Der Marshall“ die Colts schwingen. Das Label „Paramount Home Entertainment“ brachte zum Kinostart der Neuverfilmung das Original aus dem Jahr 1969 auf Blu-ray heraus. „True Grit – Der Marshall“ ist jetzt im Handel erhältlich und in vielerlei Hinsicht ein interessanter Vertreter amerikanischer Western-Geschichte.
[ruhr-guide] Die Handlung ist schnell erklärt. Die erst 14-jährige Mattie Ross (Kim Darby, „Love Boat“) will den Tod ihres Vater rächen.
Dieser wurde von Tom Chaney (Jeff Corey, „Die Wildgänse kommen“) hinterhältig erschossen und befindet sich seitdem auf der Flucht. Mattie engagiert den raubeinigen Marshall Reuben J. ‚Rooster‘ Cogburn (John Wayne, „El Dorado“), um den Mörder ihres Vaters zu töten. Dieser willigt allerdings nur ein, nachdem er erfahren hat, dass sich Chaney mit Ned Pepper (Robert Duvall, „Der Pate“) zusammengetan hat, dem er seit längerem erfolglos auf den Fersen ist. Zusammen mit Texas Ranger La Boeuf (Glen Campbell, „Mit Vollgas nach San Fernando“) machen sich Rooster und Mattie auf die Suche nach den schiesswütigen Verbrechern …
Ironie und Zeitgeschehen reiten mit
„True Grit“ ist in vielerlei Hinsicht bemerkenswert. Zum einen ist der Streifen von Regisseur Henry Hathaway („Die vier Söhne der Katie Elder“) ein recht untypischer John Wayne-Film, da seine Figur Rooster Gogburn alles andere als der strahlende Held ist, den Wayne stets in früheren Streifen mimte. Des Weiteren war das Genre 1969 bereits über seinen Zenit hinaus, die Hochzeit des Westerns lag schon einige Jahre zurück, worauf „True Grit“ mehrere Male eindeutig Bezug nimmt. Allgemein gesehen, bringt Hathaway trotz allem viele typische Western-Elemente ein. So reiten die Mannen auf ihrem Rachefeldzug durch episch in Szene gesetzte Landschaften, die als passende Kulisse eine greifbare Westernstimmung schaffen. Allerdings spielt der Streifen in Colorado und nicht wie die meisten Vertreter in westlicheren Gefilden. Mehr Wald, weniger Steppe dennoch schier unendliche Weiten. „True Grit“ mischt auch bei seinen Figuren Althergebrachtes mit neuen Einflüssen. Am eindeutigsten ist dies an Waynes Rosster Cogburn auszumachen. Der einstige strahlende Westernheld ist hier ein versoffener Marshall, der sich zu Filmbeginn vor Gericht verantworten muss. Seine Todesrate erscheint den Gesetzesvertretern ein wenig zu hoch. Scheinbar geht Rooster ebenso mürrisch mit seinen Gegnern um, die mit Mattie und LaBoef, seinen baldigen Verbündeten. Sein einziger Freund scheint der Whisky zu sein, auch ein Anzeichen für die Art „Antiheld“ , die Wayne hier zu Tage fördert. So wie Hathaway die strahlenden Westernattitüden früherer Tage verdüstert, zeugt dies von einer Allegorie zur abnehmenden Bedeutung des Genres.
BD besticht durch ihre Special Features
Wo die DVD aus dem Jahr 2002 noch recht spärlich ausgestattet war, überzeugt die neue Blu-ray-Version mit einer Fülle verschiedenster 
Remake ab Ende Februar in den deutschen Kinos
Bei dieser Gelegenheit sei noch kurz das Remake angesprochen, welches ab 24. Februar in unseren Kinos läuft. Besucher der Berlinale können 
(mo)
Bildquelle: Paramount Pictures





