Ohne Moos nix los? Von wegen – ungeahnte Kreativität gibt es auch – oder eben gerade – in Low-Budget-Filmen! Unter dieser Rubrik präsentieren wir in der Regel sehenswerte Neuerscheinungen aus Hollywood oder dem Arthauskino für ihr Heimkino. Heute sind mit „The Fire Dragon Chronicles“ und „Colin“ gleich zwei Werke vertreten, deren Produktionskosten im unteren Segment liegen, beziehungsweise durch blosse Eigenmittel realisiert wurden. Das diese Praxis nicht immer Schrott zutage fördert, beweist zumindest „Colin“ durchaus eindrucksvoll.
[ruhr-guide] Mit dem Hollywoodkino ist es so eine Sache. Laut, bombastisch, übertrieben aber eben auch unterhaltsam
Kreativität gibt’s auch ohne große Budgets
Zur Abwechslung stellen wir an dieser Stelle mit „The Fire Dragon Chronicles“ und „Colin“ zwei Independent-Produktionen vor,
Denn wenn die Disc eingelegt ist, muss der Film alle Karten offen legen. Zwei Brüder sind auf der Flucht vor einem mächtigen Drachen.
Zombie-Drama ohne Budget
Man mag sich schon fragen, was bei einem Film herauskommen kann, wenn fast kein Budget vorhanden ist. „Colin“ entstand genau auf diese Art und Weise. Regisseur Marc Price und seine Crew finanzierten ihren Streifen fast vollständig aus der eigenen Tasche. Sie drehten ohne Genehmigung in den frühen Morgenstunden um freie Straßen zeigen zu können. Die Story um eine Zombieinvasion, der auch Titelfigur Collin nicht entkommen kann, hört sich nach herkömmlichen Genre-Schrott an, geht aber – anders als Splatterableger – auf die Persönlichkeit seines Hauptcharakters ein. Anfangs hat Collin nämlich gehörige Gewissensbisse sich so zu verhalten, wie es ein Zombie nun mal macht. Die schleichende Verwandlung und der damit einhergehende Abfall dieser Selbstzügelung ist schon fast als Drama anzusehen. Die Presse schrieb bereits von „Colin“ als erstem Horror-Drama, einem neuartigen Filmgenre! Die Vorstellung, wie das Filmteam alle Utensilien selbst erstellte und den Dreh mittellos durchzog, beschert einem das gewisse Kribbeln in den Fingern, welches wohl auch die Herrschaften hinter der Kamera veranlasste zu eben dieser zu greifen und loszulegen. In den Extras der DVD gibt ein 40minütiges Making of unterhaltsame Einblicke in den Entstehungsprozess, bei dem man sich das ein oder andere Mal ein Lächeln nicht verkneifen kann.
Unterm Strich sind also gerade Fans des fantastischen Films diejenigen, welche bei den Low-Budget-Produktionen eine Perle für sich entdecken können. Aber auch alle anderen sollten diesen herrlichen Blick über den Tellerrand des Üblichen wagen. Es geht einiges abseits der Hollywoodstudios, was mit ein wenig Humor eine ganz neue Perspektive bringen kann. „Collin“ ist ab 7. Mai auf DVD zu haben, während die „Fire Dragon Chronicles“ bereits vier Tage vorher in den Ladenregalen stehen.
(mo)
Fotos: Sunfilm Entertainment, KSM GmbH





